3 Festnahmen nach Sprengstoff-Irrsinn in Igel

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Ein Einsatzfahrzeug der Polizei sperrt die Zufahrt zu einem Mehrfamilienhaus, in dem Sprengstoff gefunden wurde. Foto: Harald Tittel

IGEL. Bei einem Großeinsatz der Sicherheitskräfte hat die Polizei in einem Wohnhaus in Igel bei Trier rund 50 Kilogramm Sprengstoff sichergestellt und einen Mann festgenommen. Zwei weitere Verdächtige, die den Behörden zufolge mit dem Fund in Zusammenhang stehen, wurden an der Obermosel festgenommen.

Was die Verdächtigen im Alter zwischen 19 und 24 Jahren mit den sprengfähigen Substanzen vorhatten, war zunächst unklar. Politische oder religiöse Motive würden ausgeschlossen, hieß es. Der entdeckte Sprengstoff war zuvor bei einem Betrieb gestohlen worden, wie die Trierer Staatsanwaltschaft und die Polizei am Donnerstag mitteilten.

Insgesamt waren demnach neun Anwesen am Mittwochabend durchsucht worden. In Igel mussten im Umkreis von 200 Metern um das Haus, in dem der Sprengstoff im Keller entdeckt wurde, mehr als 150 Anwohner ihre Wohnungen verlassen. Die Evakuierung sei erforderlich gewesen, weil eine selbstgebaute sogenannte unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung gefunden wurde, hieß es. Sie war wohl aus den gestohlenen Materialien selbst zusammengebastelt worden.

«Deren Gefährdungspotenzial machte die Maßnahme erforderlich», hieß es in der Mitteilung. In dem Keller des Mehrfamilienhauses sei fast das gesamte Diebesgut gefunden worden. Eine kleinere Menge hätten die Täter zu Testzwecken bereits an abgelegenen Stellen gezündet.

Insgesamt soll in dem regionalen Betrieb, zu dessen Arbeitsfeld der Einsatz von Sprengstoffen gehört, seit Januar 2018 drei Mal eingebrochen worden sein. Als beim letzten Einbruch in den winterlichen Betriebsferien Sprengstoff gestohlen wurde, richtete die Kriminaldirektion Trier eine Sonderkommission ein.

Die Verdächtigen, Luxemburger und Deutsche, wurden am Mittag dem Haftrichter am Amtsgericht Trier vorgeführt. Zwei von ihnen sollen am Sprengstoffdiebstahl beteiligt gewesen sein. Neben Sprengstoff, Zündverstärker und Chemikalien seien bei dem Einbruch um die Jahreswende auch hochwertige Werkzeuge gestohlen worden.

Der Sprengstofffund in Igel hatte für Aufsehen gesorgt. Bei dem Einsatz waren 150 Helfer von Feuerwehr und Rettungsdiensten sowie 36 Polizisten und Spürhunde dabei. Der Sprengstoff wurde noch in der Nacht aus dem Haus entfernt und von Spezialisten an einem abgelegenen Ort außerhalb von Igel entschärft. Am frühen Morgen konnten die Menschen zurück in ihre Häuser.

«Es verlief alles sehr ruhig. Es gab keine Panik», sagte der Ortsbürgermeister von Igel, Franz-Josef Scharfbillig, am Donnerstag. Außer den mehr als 100 Menschen, die in der örtlichen Turnhalle untergebracht worden waren, waren seiner Kenntnis nach mindestens weitere 100 Personen bei Bekannten oder Verwandten untergekommen.

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