Landtagsdebatte über Gleichstellung von Mann und Frau

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MAINZ. Über Wege zur Gleichstellung von Männern und Frauen hat der rheinland-pfälzische Landtag kontrovers diskutiert. Frauenministerin Anne Spiegel (Grüne) forderte am Donnerstag in Mainz eine neue Debatte über die Umverteilung der Aufgaben von Familie und Beruf.

Die familienpolitischen Möglichkeiten seien in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden, aber in den Köpfen der Menschen müsse sich noch etwas ändern, sagte die Ministerin bei einer Aktuellen Stunde zu 100 Jahre Frauenwahlrecht. „Die Debatte darf nicht so geführt werden, dass sich Frauen noch ein Bein mehr ausreißen, um Beruf und Familie und möglichst noch ein Ehrenamt unter einen Hut zu bringen.“

Für die Grünen-Fraktion forderte Jutta Blatzheim-Roegler ein Paritäts-Gesetz. Als erstes Bundesland beschloss Brandenburg am selben Tag ein solches Gesetz, das von allen Parteien bei Landtagswahlen gleich viele Frauen und Männer als Kandidaten verlangt.

Die CDU-Abgeordnete Ellen Demuth sagte, anders als Ministerin Spiegel sehe sie noch Nachholbedarf bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Von den Frauen mit Kleinkindern sei nur jede Zehnte voll berufstätig. Mit Quoten allein könne der Bedarf an Frauen aber nicht gedeckt werden. Frauen seien oft nicht für politische Ämter oder in der Wirtschaft zu gewinnen. Um dies zu verbessern, müssten sich Frauen und Mädchen in der Schule und der Hochschule mit Machtdynamik beschäftigen.

Helga Lerch von der FDP-Fraktion sagte: „Ich will keine Quotenfrau sein.“ Frauen sollten Vorbild sein und so die Quoten überflüssig machen. Quoten stellten die Eigenleistung erfolgreicher Frauen komplett in Frage, sagte auch die AfD-Abgeordnete Sylvia Groß.

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