Moseleisenapfel ist Streuobstsorte des Jahres 2019

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Bildquelle: NABU Trier

SAAR-MOSEL. Die Gartenbauvereine in Rheinland-Pfalz und im Saarland haben den Moseleisenapfel zur Streuobstsorte des Jahres gewählt.

Die sehr alte, aber inzwischen selten gewordene Sorte sei vor allem im Saar-Mosel-Raum bis zum Mittelrhein und Belgien bekannt, teilte der Verband der Gartenbauvereine am Montag in Schmelz (Kreis Saarlouis) mit. Der intensiv rot gefärbte Apfel zeichne sich durch lange Haltbarkeit aus und werde vor allem zur Mostgewinnung genutzt.

Mit der Benennung einer besonderen Obstsorte des Jahres – 2018 war es die Mirabelle aus Nancy, davor unter anderem die Goldparmäne und die Hauszwetsche – macht der Verband seit dem Jahr 2000 auf die besondere Bedeutung der Streuobstwiesen für Naturschutz und Artenvielfalt.

Der Moseleisenapfel sei ein «Beleg, dass sich auch regionale Sorten halten können, ohne Weltkarriere zu machen», sagte der Landessprecher des Pomologen-Vereins Rheinland-Pfalz, Saarland, Luxemburg, Christoph Vanberg. Pomologen sind Experten, die sich um die Erhaltung und Weiterentwicklung von alten Apfelsorten kümmern. Diese verkörperten eine genetische Vielfalt und damit verbunden eine Geschmacks- und Nutzenvielfalt, die auf Plantagen erzeugte Äpfel wie Braeburn oder Golden Delicious nie bieten könnten, sagte Vanberg der Deutschen Presse-Agentur.

Streuobstwiesen gelten als bedroht, da sie unter anderem wegen größerer Maschinen sowie steigender Pacht und Kaufpreise der Böden zunehmend der industrialisierten Landwirtschaft weichen müssen. In Rheinland-Pfalz gibt es schätzungsweise 300 000 Hektar Streuobstwiesen. Im Saarland sind es etwa 7000 Hektar mit 460 000 Bäumen – 1965 waren es noch 1,2 Millionen Bäume auf Streuobstwiesen im Saarland.

(dpa)

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