Prozessauftakt nach Brandstiftung mit tödlichem Ausgang

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Symbolbild "Polizeiabsperrung". Foto: Polizei RLP

SAARBRÜCKEN/NEUNKIRCHEN. Nach einem Brand mit einem Toten stehen seit Mittwoch zwei Männer vor dem Landgericht Saarbrücken. Der 29-jährige Angeklagte muss sich wegen Brandstiftung mit Todesfolge verantworten, der 19-Jährige wegen Beihilfe. Beide sind Deutsche. Zum Prozessauftakt vor der Jugendkammer wurde nach Auskunft einer Gerichtssprecherin nur die Anklage verlesen.

Der 29-Jährige soll am 17. April 2018 in Neunkirchen-Wiebelskirchen in einem Haus, in dem auch Flüchtlinge wohnten, mit einem Feuerzeug einen Kinderwagen im Hausflur angezündet haben. Laut Anklage soll er darüber wütend gewesen sein, dass ein Bewohner seine Freundin oder Mutter beleidigt habe. Zwei Bekannten, mit denen er zuvor Alkohol trank, soll er gesagt haben, er werde «diesen Ausländern das heimzahlen».

Nachdem der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft den Kinderwagen angezündet hatte, griffen die Flammen auf die Holzvertäfelung im Flur über und setzten das gesamte Gebäude in Brand. Dem zweiten Angeklagten wird vorgeworfen, dabei «Schmiere gestanden» zu haben. 14 Menschen wurden von der Feuerwehr über eine Drehleiter gerettet, ein 38-Jähriger kam in seiner Wohnung ums Leben. Eine 77-jährige Frau erlitt eine Rauchgasvergiftung.

Laut Staatsanwaltschaft haben die beiden Angeklagten die Tat gestanden. Der 29-Jährige habe einen fremdenfeindlichen Hintergrund in Abrede gestellt. Möglicherweise werden sich die beiden Männer am nächsten Prozesstag (13. Februar, 9 Uhr) zu den Vorwürfen äußern. Das Landgericht hat bis zum 12. März insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt.

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