Elektro-Taser Einsatz Schuld am Tod eines Mannes? Land sieht keinen Anlass auf Verzicht

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Foto: dpa-Archiv

Rheinland-Pfalz sieht derzeit keinen Anlass, bei Polizeieinsätzen in bestimmten Gefahrensituationen auf den Einsatz von Elektroschockpistolen zu verzichten. Bisher gebe es positive Erfahrungen mit dem sogenannten Taser – auch als Einsatzmittel, um den Schusswaffengebrauch zu vermeiden, teilte das Innenministerium am Dienstag in Mainz mit.

Ob ein bei einem Einsatz am vergangenen Freitag eingesetzter Taser möglicherweise für den Tod eines 56-Jährigen in Pirmasens mitverantwortlich gewesen sei, sei noch unklar. Das Ergebnis der rechtsmedizinschen Untersuchung werde das Innenministerium abwarten, hieß es. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Zweibrücken hatten die Polizisten in Pirmasens mit dem Einsatz des Tasers auf massiven Widerstand des Mannes gegen die Beamten reagiert.

Der Mann sollte vom Ordnungsamt in die Psychiatrie gebracht werden. Nach dem Vorfall kollabierte er auf dem Weg zum Krankenhaus und starb in der Notaufnahme an einem Herzinfarkt. Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte jüngst mitgeteilt, dass alle 72 Polizeiinspektionen in Rheinland-Pfalz bis 2021 einen Taser erhalten sollen. Derzeit seien bereits landesweit 37 Geräte im Streifendienst im Einsatz.

Bei einem Pilottest bei der Polizei Trier von März 2017 bis März 2018 hatten sich die Elektroschockwaffen laut Ministerium bewährt. In dem Zeitraum wurde der Taser bei 30 Einsätzen eingesetzt. In 21 der 30 Fälle genügte bereits die Androhung, den Taser einzusetzen, um die Situation zu deeskalieren, hieß es. Meist habe es sich um Vorfälle mit gewalttätigen und aggressiven Personen gehandelt.

Mit der Elektroschockpistole wird ein Täter mehrere Sekunden lang handlungsunfähig gemacht. Zwei mit Drähten verbundene Pfeile werden in den Brustbereich gezielt – über die Drähte werden elektrische Impulse auf den Körper übertragen.

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