Messerangriff auf Schwangere: Gedenkveranstaltungen

In Bad Kreuznach wird der schwer verletzten schwangeren Frau und ihres getöteten ungeborenen Kindes gedacht. Hintergründe der Tat sollen die Vernehmung der Frau und die Obduktion des getöteten Kindes ans Licht bringen. Der mutmaßliche Täter schweigt weiter.

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Kerzen und Kuscheltier liegen vor dem Eingang zum Krankenhaus Marienwörth in Bad Kreuznach. Foto: Thomas Frey / dpa-Archiv

BAD KREUZNACH. Nach der Messerattacke auf eine Schwangere in einem Krankenhaus planen Stadt und Kreis Bad Kreuznach eine Gedenkveranstaltung. «Der Bevölkerung soll durch das stille Gedenken die Möglichkeit gegeben werden, ihrer Bestürzung und Trauer Ausdruck zu verleihen», sagte die Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer (SPD).

Ein 25 Jahre alter Asylbewerber aus Afghanistan soll am Freitag eine schwangere Frau in ihrem Krankenhausbett schwer mit einem Messer verletzt und ihr ungeborenes Kind getötet haben.

Die Veranstaltung unter dem Titel «Stilles Gedenken an getötetes, ungeborenes Kind» findet am Freitag statt, wie eine Sprecherin der Stadt mitteilte. Bereits am Donnerstag plant der AfD-Kreisverband Bad Kreuznach eine «Mahnwache für die Opfer», wie der Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Jürgen Klein mitteilte.

Nach einer Notoperation wird laut Staatsanwaltschaft das Opfer – eine 25-jährige Polin – vernommen. «Sie spricht mit den Kollegen», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag. Über Aussagen der Frau sei noch nichts bekannt. Die Frau hatte wegen der Notoperation zunächst nicht vernommen werden können.

Ob der mutmaßliche Täter bei dem Angriff sein eigenes Kind umgebracht hat, soll laut Staatsanwaltschaft eine Obduktion des getöteten Kindes in der Mainzer Rechtsmedizin ermitteln. Der Beschuldigte und das Opfer waren laut Staatsanwaltschaft ein Paar, in einer Mitteilung war von einer «losen Beziehung» die Rede. Es sei aber unklar, ob sie zum Tatzeitpunkt noch bestand oder – von wem auch immer – beendet worden war, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der Beschuldigte äußerte sich laut Staatsanwaltschaft auch am Dienstag nicht zu der Tat. Der Mann lebte zuletzt im mehr als 70 Kilometer entfernten Biblis in Südhessen. Von dort hatte er laut Staatsanwaltschaft die Tatwaffe mitgebracht.

Der mutmaßliche Täter war laut Staatsanwaltschaft im Bad Kreuznacher Bereich bisher nicht polizeilich auffällig geworden. Sein Asylverfahren sei noch nicht abgeschlossen. Er habe das Krankenhaus «zunächst ohne nennenswerte Eile» verlassen und sich am Bahnhof von Bad Kreuznach von sich aus Bundespolizisten gestellt. Die nahmen den Mann fest und übergaben ihn der Landespolizei. Er sitzt in Untersuchungshaft. Ihm wird versuchter Mord, vollendeter Schwangerschaftsabbruch und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

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