Weltbürger-Frühstück: „Solidarität kann keine Grenzen haben“

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TRIER. Über 40 Veranstalter, Vereine und Betriebe stellten ihre Produkte und Maßnahmen zur Verwirklichung der UN-Millenniumziele auf dem Hauptmarkt in Trier aus. Trotz strömenden Regens war die Veranstaltung gut besucht. Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen eröffnete das ganztägige Weltbürger-Frühstück: „Wir leben alle in einer Welt!“, betonte er und wies auf die Bedeutung des persönlichen Engagements für Gerechtigkeit und Frieden in der Welt hin.

Persönliches Engagement, Leidenschaft und Interesse an der Sache waren in jedem der ausgestellten Vereine wiederzufinden. Die meisten Mitarbeiter leisten ihren Beitrag ehrenamtlich. So auch Wolfgang Lexner. Er ist Mitglied im Verein „Freundeskreis Hofheim Tenkodogo“, der sich seit 45 Jahren aktiv mit einem Projekt für ein kleines Dorf namens Gourgo im afrikanischen Land Tschad einsetzt. Durch Spenden und den Verkauf von fairtrade-produzierten Waren versucht der Verein durch entsprechende Maßnahmen – vor allem durch die Verbesserung von Erziehung, Wasserversorgung, Gesundheit und Bildung – dem afrikanischen Dorf eine Basis für die Weiterentwicklung zu ermöglichen. Lexner wies darauf hin, wie wichtig es sei, die Kommunen vor Ort miteinzubinden, um effektive Nachhaltigkeit zu schaffen: „Das geht nur auf Augenhöhe“.

Auch der Trierer Dritte-Welt-Laden präsentierte sich beim Weltbürgerfrühstück. Der kleine Laden in der Pfützenstraße feierte vor kurzem sein 30-jähriges Jubiläum, und auch hier beteiligen sich vor allem junge Leute ehrenamtlich. Der Verkauf von Kaffee, Tee, Reis und Kleidung ermöglicht dem Dritte-Welt-Laden, gemeinnützige Projekte zu finanzieren: So wird mit dem Projekt „Kipepeo“ beispielsweise der Aufbau einer Grundschule in Tansania ermöglicht. Den Betreibern ist es sehr wichtig, dass die von ihnen angebotenen Artikel auch wirklich fairtrade produziert und gehandelt werden. Dies geschieht in diesem Fall durch unabhängige Dritte, die vor Ort den Produktionsprozess überwachen.

Beeindruckend ist auch die Leistung der ehrenamtlichen Studenten des Vereins MATI e.V., die sich besonders intensiv für die Frauenbildung und -förderung in Bangladesch einsetzen. Der Schwerpunkt der Vereinsprojekte liegt besonders auf der selbstbestimmten Dorfentwicklung in Bangladesch. Durch Wirtschaftsberatung und berufliche Förderung ermöglicht es der Verein, speziell Frauen einen Beruf zu ergreifen und somit ihre finanzielle Unabhängigkeit zu sichern.

All diese Vereine leisten einen bedeutenden – zumal meist unbezahlten – Einsatz zur Umsetzung der von der UN angestrebten Millenniumziele. „Es ist schön zu sehen, dass Engagement gegen die Unterdrückung der Menschen nicht mehr nur in Nischen stattfindet“, betonte Jensen anerkennend und sagte weiterhin: „Wir sind froh, dass Trier sich als fairtrade-Stadt bezeichnen kann.“ Die Initiative und die Hilfsbereitschaft der anwesenden Vereine und Organisationen sind ermutigend. Rüdiger Schlager von der UN sagte jedoch auch: „Wir haben in den letzten Jahren einiges an Erfolgen erzielt. Aber wir sind noch längst nicht angekommen!“ Es sei schwer, so Schlager, die bestehenden Probleme zu lösen, wenn an vielen Stellen wieder neue Probleme entstünden und man von den jeweiligen Regierungen so sehr im Stich gelassen werde.

Alle Teilnehmer betonten, dass man noch längst nicht am Ziel angekommen sei. Dass sich aber über 40 Veranstalter am Samstag in Trier zusammengefunden haben, Denkanstöße gaben und Menschen zum Handeln motivierten, ist in jedem Fall ein großer Schritt in die richtige Richtung. (ah)

1 KOMMENTAR

  1. Schönes Event, trotz des schlechten Wetters. Ein Markt der anderen Art, der nicht nur die Trierer begeisterte, sondern auch Besuchern die Möglichkeit gab, über ihre Kaufgewohnheiten zu reflektieren. Fair-Trade, eine Aktion VOM Mensch FÜR die Menschheit! Aus meiner Sicht war das eine gelungene Aktion.

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