Einzigartiges Angebot an Uni Trier – Lernen wie in Schulen Europa gelebt werden kann

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Mit Bus und Bahn fährt die Trierer Lehramtsstudentin Vanessa Prinz zu den Veranstaltungen, die sie im Rahmen des Zusatzzertifikats "Leben und Lernen in der Großregion" beispielsweise an der Université du Luxembourg besucht.

Bildquelle: Universität Trier

TRIER.V anessa Prinz ist in Trier aufgewachsen. Luxemburg, Frankreich und auch Belgien sind ganz nah. In der Schule nahm sie zwar an Exkursionen und Austauschen teil, welche Möglichkeiten sich aus der Grenznähe ergeben, ist ihr aber erst jetzt wirklich bewusst geworden.

Vanessa Prinz studiert an der Universität Trier Gymnasiallehramt für die Fächer Französisch und Geschichte. Begleitend zu ihrem Master belegt sie seit dem Wintersemester 2017/18 das Zusatzzertifikat „Leben und Lernen in der Großregion“. „Ich finde es spannend, meinen Horizont zu erweitern und auch einmal andere Perspektiven kennenzulernen.“

Genau das, was Vanessa Prinz hier beschreibt, war auch die Idee, als das Zusatzzertifikat vor knapp einem Jahr das erste Mal angeboten wurde. Prof. Dr. Matthias Busch nennt es den 360-Grad-Blick – im Gegensatz zum „nationalen“ 180-Grad-Blick. Sein Lehrstuhl für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften organisiert gemeinsam mit dem Zentrum für Lehrerbildung im Rahmen der sogenannten Universität der Großregion (UniGR) – einem Zusammenschluss von sechs Universitäten in vier Ländern – das Zusatzzertifikat. Ein Einstieg für Lehramtsstudierende ist jederzeit möglich.

„Grenzregionen bieten eine einmalige Chance, abstrakte Begriffe wie europäische Integration vor der eigenen Haustür ganz selbstverständlich zu erleben. Europa zu vermitteln, bedarf allerdings spezieller Kompetenzen von Lehrpersonen“, erklärt Matthias Busch. Wer das Zusatzzertifikat belegt, lernt diese Kompetenzen sowohl in Seminaren als auch bei Exkursionen und Kurzpraktika in Bildungseinrichtungen.

Die Trierer Studentin Vanessa Prinz hat bereits einige Kurse an der Université du Luxembourg besucht und Projekte mit Schulklassen im Großherzogtum durchgeführt. Dank des speziellen Tickets für Studierende kommt sie mit Bus und Bahn kostenlos zu den Veranstaltungen. Beispielsweise hat sie mit luxemburgischen Jugendlichen mit dem polnischen Botschafter über Europa diskutiert und verschiedene Gedenkstätten in der Großregion besucht. „In Deutschland kennt man die luxemburgischen Erinnerungsorte kaum. Ich finde es spannend zu lernen, wie Geschichte in unseren Nachbarländern vermittelt wird.“

Auch für ihren eigenen späteren Unterricht hat sie dadurch schon Ideen bekommen. „Nicht alles wird umsetzbar sein, aber ich kann mir gut vorstellen, mit meinen Schülern später Ausflüge auch in die Nachbarländer zu machen oder den persönlichen Austausch der Schüler durch den Kontakt mit einer französischen Partnerklasse zu fördern.“

Das Zusatzzertifikat richtet sich nicht nur an Lehramtsstudierende in Französisch, Sozialkunde und Geschichte. Das ist Koordinator Matthias Busch wichtig: „Interkulturelles Lernen und Europabildung sind Aufgabe aller Fächer und der gesamten Schule.“ Das Zusatzzertifikat kann beispielsweise auch von angehenden Lehrern in Biologie oder Deutsch belegt werden. Im Rahmen eines Projekts wurde beispielsweise überlegt, wie man durch die Bestimmung der Wasserqualität der Mosel an unterschiedlichen Stellen luxemburgische, deutsche und französische Schüler mit grenzüberschreitenden ökologischen Themen vertraut machen könnte.

Koordinator Matthias Busch ist mit der Resonanz auf das Zusatzzertifikat bisher zufrieden. Bereits jetzt ist es im Prinzip schon für alle Studierenden der UniGR möglich, das Zertifikat zu absolvieren. Bisher wurde diese Möglichkeit aber noch nicht genutzt. Das möchten die Organisatoren nun ändern und es gezielt an den anderen Universitäten noch bekannter machen.

Vanessa Prinz bereut es auf jeden Fall nicht, das Zusatzzertifikat belegt zu haben. „Es lässt sich gut ins Studium integrieren. Schön ist auch, dass wir von Dozenten und Lehrern in unseren Partnerländern immer wirklich herzlich willkommen geheißen werden. Alle freuen sich über den Austausch.“

Mehr Infos: www.uni-trier.de/index.php?id=63808

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