Erschreckende Prognose – Gehen Rheinland-Pfalz in fünf Jahren die Zahnärzte aus?

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Bildquelle: Patrick Pleul / dpa-Archiv

RHEINLAND-PFALZ. Im ungünstigsten Fall hören nach einer Prognose der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in den kommenden fünf Jahren mehr als 1500 Vertragszahnärzte in Rheinland-Pfalz auf und müssen ersetzt werden. Das seien 57 Prozent aller derzeit aktiven Zahnärzte, darunter Inhaber, Teilhaber und Angestellte von Praxen. Das geht aus dem am Freitag veröffentlichten KV-Versorgungsatlas 2018 hervor.

Für die Vorhersage bis Ende 2023 untersuchte die KV nach eigenen Angaben das Alter der Inhaber, Teilhaber oder Angestellten von Zahnarztpraxen, die in den vergangenen Jahren ihre Tätigkeit beendeten. Die Zahl von über 1500 sei ein «Worst-Case-Szenario» – der schlimmste anzunehmende Fall. Der Nachbesetzungsbedarf könne auch geringer ausfallen, wenn es in den kommenden Jahren etwa immer mehr praktizierende Zahnärzte auch in höherem Alter gebe.

Regional ist der Nachbesetzungsbedarf bei den Zahnärzten der KV zufolge sehr unterschiedlich: Er reicht von 77 Prozent in Pirmasens bis zu 46 Prozent im Kreis Kusel, der niedrigste Wert für einen Kreis. Unterdurchschnittlich sei der Bedarf etwa auch in Rheinhessen, Trier und Umland oder im Rhein-Lahn-Kreis. Unter Berücksichtigung der heutigen Zahnarztdichte dürfte es laut KV in den Kreisen Cochem-Zell, Altenkirchen, Trier-Saarburg und Bitburg-Prüm sowie in der Region um Pirmasens und Zweibrücken am kritischsten werden, auch künftig eine vertragszahnärztliche Versorgung sicherzustellen.

Nach wie vor ist bei den Zahnärzten – anders als bei Ärzten – die Einzelpraxis am üblichsten. Mehr als drei Viertel aller Praxen hätten nur einen Inhaber, 17 Prozent seien als Berufsausübungsgemeinschaften mit mehreren Teilhabern organisiert. Den Rest bildeten unter anderem Zweigstellen von Praxen oder Medizinische Versorgungszentren. «Die Einzelpraxis ist kein Auslaufmodell», sagte der KV-Vorstandsvorsitzende Peter Matovinovic. «Für viele zahnärztliche Existenzgründer ist sie nach wie vor die bevorzugte Wahl, weil sie dort ihre beruflichen Vorstellungen am besten verwirklichen können.»

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