Glücksspiel in und um Trier: Das ist der Stand der Dinge

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Close-up on a roulette at the casino and the ball landing on double zero

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Wer gerne um Geld spielt, der hat in Rheinland-Pfalz verschiedene Möglichkeiten dazu. Bürger von Trier richten ihren Blick bei der Suche nach Alternativen gerne auf das kleine Nachbarland, das für seine Verlockungen bekannt ist.

Ist Luxemburg eine Reise wert?

Es ist inzwischen eine Gewissheit, dass Spielbanken auf dem Rückzug sind. Zu schwer wiegen die vielen Regulierungen, zu groß ist die Konkurrenz durch Online Casinos, die dank ihrer schlanken Kostenstruktur mit finanziellen Anreizen locken, bei denen reale Spielhäuser nicht mithalten können. Gutscheine und Bonuscodes für Neuanmeldungen gehören online mittlerweile zum Standard und schaffen einen klaren Wettbewerbsvorteil. Und tatsächlich zeichnet das Glücksspiel als Ganzes weiterhin eine Wachstumskurve. Die Vermutung, dass eine Umschichtung in Richtung der Online-Szene stattfindet, und zwar im großen Stil, wird dadurch bestätigt.

Für die Einwohner Triers und der umgebenden Region ist das jedoch nicht die einzige Möglichkeit. Die Nähe zu Luxemburg bot schon immer gewisse Vorteile, oft im Zusammenhang mit Finanzthemen. Aber ist das auch beim Glücksspiel der Fall? Zunächst der Blick auf die Gesetzeslage: Das Spiel an Automaten ist im Großherzogtum seit rund vier Jahrzehnten verboten, und auch wenn manche Gaststätten dies ignorieren, handelt es sich doch um illegale Einzelfälle. Für Slots-Enthusiasten auf der Jagd nach den neuesten Casino-Trends ist das kleine Land an der Grenze also keineswegs ein Eldorado.

Grundsätzlich greift in Luxemburg das staatliche Glücksspielmonopol. Der Grundgedanke dahinter ist der Spielerschutz, speziell junge Menschen sollen der Suchtgefahr nur möglichst wenig ausgesetzt werden. Dennoch gibt es vereinzelt noch Tempel, in denen man der Leidenschaft nachgehen kann. Die bekannteste Adresse ist das Casino in Mondorf: Hier sind sogar Automatenspiele per Ausnahmeregelung erlaubt. Darüber hinaus präsentiert sich das Casino 2000 als Unterhaltungszentrum, da neben einem kleinen Hotel und drei Restaurants auch eine Veranstaltungshalle existiert.

Bei der Suche nach Casinos zeigt das Navigationssystem außerdem eine Lokalität direkt in der Hauptstadt an. Hierbei entsteht jedoch schnell ein Missverständnis: Der volle Name lautet „Casino Luxemburg – Forum d’Art Contemporain“, es handelt sich um ein Museum für zeitgenössische Kunst. Der Kontrast zum Glücksspiel könnte größer kaum sein und wer das weiß, der spart sich die Erkenntnis vor Ort. Die Erkenntnis lautet also: Die Adressen in Luxemburg sind rar gesät, was angesichts der Größe des Landes nicht unbedingt überraschend kommt.

„Trier’s ancient Roman city gate, Porta Nigra by night. Porta Nigra is a World Heritage Site.“

Gute Nachricht: Trierer Spielbank mindestens bis 2027 aktiv

Alleine für das schnelle Spiel um Geld lohnt sich die Fahrt nach Luxemburg also nicht wirklich. Immerhin gibt es in Trier selbst einige Anlaufpunkte. Die Spielbank Trier ist dabei der Hauptdarsteller: Mit ihrer Lage direkt am Porta-Nigra-Platz bewahrt sie die einst prominente Stellung, die das Glücksspiel früher innehatte. Auf absehbare Zeit wird sich daran auch nichts ändern, denn das Haus in Trier gehörte zu den drei Casinos, deren Erlaubnis zum 1. April 2017 um zehn Jahre verlängert wurde.

Im Zuge dieser Weiterbeschäftigung sollten auch gleich Verbesserungen erfolgen. Einerseits, um sich von den weiteren Häusern in Rheinland-Pfalz abzugrenzen, andererseits, um dem generell eher negativen Trend echter Casinos entgegenzuwirken. Auf lange Sicht wird man die Internetkonkurrenz damit jedoch nicht besiegen können und die wenigen Vorzüge, die das reale Erlebnis noch bietet, dürfen sich bereits bedroht fühlen.

On the computer are playing dice and money, the background for the casino online

Technologie schreitet voran – mit erstaunlichen Innovationen

Denn die Online-Branche arbeitet schon am nächsten großen Schritt. Die VR-Technologie erfasst allmählich die Unterhaltungsbranche, Computerspiele pflastern den Weg und Casinos sollen nun folgen. Mit einer passenden Brille ist es Besuchern von Online Casinos dann möglich, die Spielumgebung als virtuelle Realität wahrzunehmen, in 3D und im Angesicht der digital dargestellten Gegner. Das authentische Casino Flair, das dem Online-Spiel bis heute fehlt, wäre damit mehr oder weniger hergestellt. Und die Frage nach der besseren Wahl würde immer stärker in eine bestimmte Richtung ausschlagen.

Es ist also keine Glaskugel nötig, um eine generelle Prognose für die Zukunft abzugeben. Doch bis dahin wird noch Zeit vergehen: Was sich jetzt am Horizont abzeichnet, ist noch lange nicht massentauglich und außerdem weisen nicht alle Generationen dieselbe Affinität für solche Errungenschaften auf. Wer das Ambiente der echten Spielbank bevorzugt, mit Menschen, Dresscode und Unterhaltung auch abseits des Tisches, der wird dieses noch einige Jahre genießen können. Die Einwohner von Rheinland-Pfalz sind dabei im Vorteil, da die Casino-Dichte in der Region relativ hoch ist.

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