110 Lebensretter am Gymnasium Konz – 110 Chancen

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Daumen hoch! Auch Linda Düpre liess sich, zusammen mit vielen ihrer Mitschüler und Mitschülerinnen, typisieren.

KONZ. Bei einer Typisierungsaktion am Konzer Gymnasium ließen sich Schüler als Stammzellspender registrieren

Die Schüler eines Biologie-Leistungskurses haben Plakate aufgehängt, Flyer verteilt und für ein ganz besonderes Projekt am Gymnasium Konz geworben. Der Aufwand hat sich gelohnt: 110 neue Lebensretter wurden bei einem Typisierungsaufruf für die Stammzellspenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung registriert.
Die Schülerinnen und Schüler wissen, dass solch eine Aktion nachhaltige Wirkung hat. Vielleicht in einem Monat, vielleicht aber auch erst in zehn oder mehr Jahren kann aus den hier registrierten ein Stammzellspender gefunden werden, der einem an Leukämie erkrankten Menschen irgendwo auf der Welt eine Chance auf Leben geben kann.

„Allein für diese Chance lohnt sich der Aufwand“, findet Sarah Dreher, „die Schülerinnen und Schüler wachsen an einem solchen Projekt und übernehmen Verantwortung indem sie bewusst eine Entscheidung treffen.“

Sarah Dreher ist Lehrerin für Biologie am Gymnasium in Konz. Die 27 jährige stammt aus Birkenfeld. Wer dort aufwächst, kennt die Geschichte des Schülers Stefan Morsch, der Anfang der 80ger Jahre an Leukämie erkrankt war und kennt die nach ihm benannte Stiftung. Sarah Dreher kann sich noch gut erinnern: Als sie 18 wurde, ging sie zusammen mit einer Freundin zum Gebäude der Stefan-Morsch-Stiftung um sich registrieren zu lassen. Die damalige Schülerin, nun selbst Lehrerin am Gymnasium Konz, will ihre Motivation zu Helfen jetzt an ihre Schüler weitergeben. Die Schülerin Grace Gunning ist begeistert, „dass man mit wenig Aufwand die Möglichkeit hat, ein Leben zu retten und viele Menschen damit glücklich zu machen“.

Sie hat es damit genau getroffen. „Wenn man das Leben eines an Leukämie erkrankten Menschen rettet, rettet man auch das Leben seiner Familie, des Ehepartners, seiner Kinder und seiner Freunde. Hinter jedem Patienten stehen Menschen, die um das Leben des Kranken bangen“, so die Stefan-Morsch-Stiftung
Grace Gunning weiß genau: Blutkrebs kann jeden treffen. 11 000 Mal pro Jahr wird in Deutschland die bösartige Blutkrankheit diagnostiziert. Helfen Chemo und/oder Bestrahlung nicht, kann die Transplantation gesunder Stammzellen von einem genetisch passenden Spender die letzte Möglichkeit sein. Diese Chance auf Leben ist aber nur möglich, wenn sich Menschen, wie die jetzt 110 frisch Typisierten, zur Spende bereit erklären.

Seit 30 Jahren bietet die Datei die Registrierung als möglicher Knochenmark- oder Stammzellspender an. Vor allem bei jungen Menschen ist die Wahrscheinlichkeit größer, als Spender für einen Blutkrebspatienten ausgewählt zu werden. Deshalb arbeitet die gemeinnützige Stiftung eng mit Schulen und Hochschulen zusammen, halten altersentsprechende Fachvorträge und bieten Infotage und Typisierungen an. Umgekehrt können Schulklassen und Studienkurse Führungen und Workshops im hauseigenen Labor der Spenderdatei machen und theoretisches Wissen aus dem Bio-Unterricht oder der Genetik in die Praxis umsetzen. So wird nachvollziehbar, welche Rolle Molekulargenetik im weltweiten Netzwerk der Leukämiehilfe spielt.

Wer an seiner Schule eine Typisierungsaktion organisieren möchte, kann sich an die Stefan-Morsch-Stiftung, Elisabeth Pfaff, Dambacher Weg 3-5, 55765 Birkenfeld, Telefon: 06781-993391, Email: typisierung@stefan-morsch-stiftung.de, wenden. Über die Internetseite der Stiftung gibt es einführende Informationen: www.stefan-morsch-stiftung.de

Die nächsten Typisierungstermine in Trier und Umgebung:
Sonntag, 2. Dezember, 12 bis 17 Uhr, „Hilfe für Katrin“ in Morbach-Weiperath, Bürgerhaus, Weiperath 12, 54497 Morbach

Freitag, 7. Dezember, 16 bis 20 Uhr, Blutspende und Typisierung in Hermeskeil, Hochwaldschule, Schulstraße 39, 54411 Hermeskeil

Donnerstag, 20. Dezember, 16 bis 19 Uhr, Blutspende und Typisierung in Trier, im Mutterhaus Nord, Krankenpflegeschule, Theobaldstr. 12, 54292 Trier

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