Unterirdischer Höhlen in der Eifel: Wohnhäuser-Evakuierung verschiebt sich

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Unter der Stadt Mendig liegen durch Basaltabbau entstandene Hohlräume. Foto: Thomas Frey/Archiv

Bildquelle: Unter der Stadt Mendig liegen durch Basaltabbau entstandene Hohlräume. // Foto: Thomas Frey/ dpa Archiv

MENDIG. Die Evakuierung mehrerer teils einsturzgefährdeter Wohnhäuser in Mendig in der Osteifel wegen Höhlen im Untergrund verschiebt sich leicht. Ursprünglich war dies im Oktober vorgesehen. «Die Terminankündigung war etwas zu optimistisch», sagte Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Die Ausschreibung des Auftrags für eine Spezialfirma für die Verfüllung der Hohlräume aus den Zeiten des früheren Bergbaus in der Kleinstadt habe länger gedauert als erwartet.

In der kommenden Woche müssten allerdings die Bewohner zweier Einfamilienhäuser für etwa 14 Tage auf Kosten der Stadt und der Verbandsgemeinde Mendig in Ferienwohnungen umziehen. Im Januar müssen laut Ammel auch die Bewohner von vier weiteren Häusern den gleichen Schritt tun – hier wohl sogar für sechs bis sieben Wochen.

«Die zwei Hohlräume sind in diesem Fall größer», erklärte der Rathauschef. Der Spezialbeton könne nur langsam eingebracht werden, damit die unteren Schichten sich sicher verfestigten. «Wenn die Betroffenen zurückkommen und wirklich festen Grund unter ihren Häusern haben, ist es die Mühsal wert gewesen», urteilte Ammel. Die Gebäude würden zuvor von einem Wachdienst bewacht.

Im September hatte einer der Betroffenen, Andreas Kiefer, gesagt: «Ich bin sprachlos. Wir wissen nicht, was in fernerer Zukunft mit unserem Haus sein wird.» Sein Nachbar Oleg Gubenko zeigte sich immerhin froh, «dass das Land Rheinland-Pfalz die Kosten der Bodensicherung übernimmt und nicht wir darauf sitzen bleiben».

Mendig hatte ein halbes Jahrtausend Basaltbergbau in dem erkalteten Lavastrom eines vor 200 000 Jahren ausgebrochenen Vulkans erlebt. Etwa die Hälfte der Unterwelt soll noch heute erhalten sein.

(dpa)

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