LOKALO-EXKLUSIV: Eintracht Trier – Prämien-Streit geht weiter

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TRIER. Der Streit zwischen Spielern von Fußball-Regionalligist Eintracht Trier (wir berichteten) und der Klubführung geht weiter. Der Geschäftsführer der Spielergewerkschaft VDV, Lars Kindgen (40), bestätigte am Mittwoch gegenüber lokalo, dass die VDV die Ansprüche noch im Juni geltend machen wird. Justitiar Dr. Frank Rybak wird die Forderungen der Spieler einreichen.

Bis zum Sonntag war Daniel Bauer in Urlaub. Seit Montag hat der ehemalige Mittelfeldspieler von Eintracht Trier wieder jede Menge Telefonate zu führen. Nicht wegen seines neuen Vereins VfB Oldenburg, sondern wegen seines alten – Eintracht Trier. Der gebürtige Andernacher, der über gute Kontakte zur VDV verfügt, koordiniert zusammen mit Thomas Kraus, der inzwischen ebenso wie Torwart André Poggenborg zu Fortuna Köln abgewandert ist, die Ansprüche der Spieler gegen den Fußball-Regionalligisten von der Mosel.

Nach Informationen von lokalo sollen mindestens 14 Spieler Forderungen gegen den Verein wegen nicht gezahlter Prämien aus der abgelaufenen Saison haben. Am Montag sagte Bauer im Gespräch mit unserer Redaktion: „Ich muss mich jetzt erst einmal schlau machen, wie der Stand der Dinge ist.“ Das wird er in der nächsten Tagen in Zusammenarbeit mit VDV-Justitiar Dr. Frank Rybak tun. Der Jurist hat für die Gewerkschaft die Federführung im Prämienstreit zwischen Spielern und Verein übernommen.

„Wegen der Urlaubszeit lagen noch nicht alle Unterlagen der betroffenen Spieler vor“, sagte Kindgen am Mittwoch. Jeder Fall müsse einzeln für sich betrachtet und behandelt werden. „Die Fakten wie Tabellenstand, Spiele und Einsatzzeiten sind bei den Ansprüchen ja zu berücksichtigen“, so Kindgen. Unstrittig sei allerdings aus Sicht der VDV, dass die Forderungen rechtens und berechtigt seien.

Im nächsten Schritt werde zwischen den Spielern und Justitiar Rybak jetzt das weitere Vorgehen abgestimmt. Dabei gelte es, auch die Fristen zu wahren. „Aber da liegen wir noch gut in der Zeit“, sagte der Geschäftsführer der Gewerkschaft. „Ansprüche aus einem ausgelaufenen Vertrag können noch bis zu drei Monate nach Vertragsende geltend gemacht werden.“ Auch die Verträge jener Spieler bei Eintracht Trier, deren Wechsel bereits feststehen, laufen noch bis zum 30. Juni 2012. Für die Forderungen, die noch aus dem Januar herrühren und Prämien aus der Vorrunde betreffen, läuft die Frist allerdings Ende Juni ab. „Da haben wir ein halbes Jahr Zeit“, so Kindgen. „Deswegen werden wir jetzt auch tätig.“

Zunächst soll dem Klub aber ein Kompromissvorschlag unterbreitet werden – wobei Kindgen die ablehnende Haltung des Vorstandes um Sprecher Ernst Wilhelmi und auch jene von Geschäftsstellenleiter Dirk Jacobs bekannt ist. „Aber wir wissen ja, wie wir uns gegenüber dem Verein Eintracht Trier zu positionieren haben – schließlich ist es nicht das erste Mal, dass wir mit dem Klub Probleme in dieser Hinsicht haben“, sagte Kindgen. Den ersten Kompromissvorschlag der Spieler, die bereit gewesen waren, auf einen Teil der Prämien zu verzichten, hatte der Verein nach lokalo-Informationen abgelehnt.

Sollte es jetzt nicht zu einer Einigung kommen, schließt der VDV-Geschäftsführer den Gang vor das Arbeitsgericht nicht aus. „Das muss dann aber jeder Spieler selbst entscheiden, wobei wir natürlich jedem unsere Unterstützung anbieten werden.“ Zuständig wäre dann wohl das Arbeitsgericht in Trier. „Die Klage wäre der nächste Schritt“, so Kindgen. „Wir werden aber jetzt erst einmal den Verein kontaktieren, um herauszufinden, wie die aktuelle Position dort ist.“ Noch sei er optimistisch im Hinblick auf eine gütliche Einigung. „Ich hoffe einfach, dass auch der Verein die gerichtliche Auseinandersetzung vermeiden will.“

Streit macht in Szene die Runde

Derweil deutet sich an, dass es für Eintracht Trier immer schwieriger wird, erfahrene Spieler für die neue Saison in der Regionalliga Südwest zu verpflichten. Der Prämienstreit hat in der Szene längst die Runde gemacht. Von den 14 inzwischen unter Vertrag stehenden Spielern kommen fünf aus dem Nachwuchsbereich des Vereins. Alon Abelski muss seinen Vertrag, der noch bis zum 30. Juni 2013 läuft, zwangsweise erfüllen.

Kapitän Torge Hollmann unterschrieb nach seiner langen Verletzungspause in der Vorrunde der abgelaufenen Saison für weitere zwei Jahre. Die Alternativen fehlten dem inzwischen 30-jährigen Verteidiger. Ähnlich ist die Situation bei Chhunly Pagenburg, der immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen wurde. Hinzu kommen die beiden Torleute Andreas Lengsfeld und Philip Basquit sowie Fahrudin Kuduzovic und Fabian Zittlau. Narciso Lubasa von der Oberliga-Mannschaft des Zweitliga-Absteigers Alemannia Aachen sowie Steven Lewerenz (RB Leipzig) stehen bisher als einzige Neuzugänge fest.

Die finanzielle Situation des Vereins, der seinen Etat wegen der fehlenden Einnahmen aus dem DFB-Pokal (150.000 Euro) sowie der weggebrochenen Fernsehgelder (90.000 Euro) wohl erneut wird reduzieren müssen (unter eine Million Euro), erschwert die ohnehin prekäre Situation zusätzlich. Jetzt schwebt auch noch das Damoklesschwert der Prämiennachforderung über dem Regionalligisten. Daraus könnten sich nach lokalo-Informationen auch höhere Beiträge zur Berufsgenossenschaft ergeben, die noch in diesem Jahr bezahlt werden müssten. (et)

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1 KOMMENTAR

  1. „Daraus könnten sich nach lokalo-Informationen auch höhere Beiträge zur Berufsgenossenschaft ergeben, die noch in diesem Jahr bezahlt werden müssten.“

    Aus diesem Satz erkennt man das der Schreiber nicht viel Ahnung hat von dem was er schreibt.

    1. Bei höherem Bruttolohn entsteht auch ein höherer BG Beitrag.

    2. Die genaue Abrechnung der BG erfolgt am Ende des Kalenderjahres 2012 und wäre also erst als Nachzahlung in 2013 zu zahlen.

    Wenn es soweit überhaupt kommt. Aber für mich ist das wieder nur ein weiterer Versuch Unruhe zu stiften. Wie immer gegen den Vorstand. Hauptsache Unfriede machen. Das kann er gut.

  2. Ich wusste doch, dass auf Sie Verlass ist Herr Thielen. Am 5. Juli ist die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen und dann ist hoffentlich die Zeit des größter Verputzers aller Zeiten vorbei!!

  3. @Karsten

    Wenn es auch noch um Prämien aus 2011 geht, dann müssen die doch 2012 abgerechnet werden — also stimmt’s doch wieder.

  4. Es ist einfach nur noch erbärmlich, was sich in diesem Verein abspielt. Meine Dauerkarte ist jedenfalls ganz dicke gestrichen. Kein Bock mehr auf den Scheiß.

  5. „Aber wir wissen ja, wie wir uns gegenüber dem Verein Eintracht Trier zu positionieren haben – schließlich ist es nicht das erste Mal, dass wir mit dem Klub Probleme in dieser Hinsicht haben“, sagte Kindgen.

    Jetzt wissen also auch warum es nie mit dem Aufstieg geklappt hat egal welche Spieler da gespielt haben … weil es scheinbar öfter (immer?) so ist/war.

  6. Leute, schiebt es doch nicht auf diesen Vorstand. Es war nie Geld da und es wird auch zukünftig kein Geld da sein, und daher dümpeln die immer in Liga 4/5, wo sie auch hingehören (wenn Sie sich nicht auflösen…)!

  7. @Maik Schuster
     
    Mir geht das Bashing gegen den Vorstand hier auch sowas von auf den Geist. Wer es besser machen kann soll sich bei der nächsten MV zur Wahl stellen und zeigen was er draufhat. Immer nur meckern kann jeder und das ist einfach nur zum kotzen.
     
    Herr Thielen sollte sich auch mal überlegen was das alles soll. Es ist schon schwer genug so einen Verein zu führen, aber wenn man dann immer nur angegriffen wird macht es auch keinen Spass mehr.

  8. @Weißhaar
    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das sich da was tut. Wer hat den Bock sich das anzutun? Das ist doch alle so am A…
    Man muss nur auspassen, dass der ganze Verein nicht den Bach runtergeht. Wie man an vielen anderen Traditionsclubs gesehen hat kann das ganz schnell gehen.

  9. „Derweil deutet sich an, dass es für Eintracht Trier immer schwieriger wird, erfahrene Spieler für die neue Saison in der Regionalliga Südwest zu verpflichten. Der Prämienstreit hat in der Szene längst die Runde gemacht.“

    Hmm, und warum konnte der SVE dann heute Baldo di Gregorio verpflichten? Ist ja schon ein erfahrener Spieler.

  10. Ist der Prämienstreit nicht ein Mittel des Vorstands, einen Aufstieg zu verhindern, der nicht gewollt / „genehmigt“ ist. Motte: Spielt die Eintracht zu gut, gibt es genau im richtigen Augenblick, Prämienprobleme.

    Dann würden doch weiter Investitionsanfragen an die Stadt Trier (Beispiel Kaiserslautern) folgen.

  11. „Im Januar dieses Jahres folgte der Wechsel in die zweite iranische Liga zu Gostaresh Foolad.“
    Ich lach mich scheck, der kommt aus der 2 . Liga im IRAN!! Heute ist doch nicht der 1. April … Der ist bestimmt froh, dass er überhaupt noch was gefunden hat und ein paar Euros mitnehmen kann. Erinnert mich schwer an Reinhart und Konsorten. Also P.L. nicht lächerlich machen.
    @ Tom So ein Quatsch. Sollen sie doch aufhören wenn sie es nicht besser können.

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