Pflegekammer warnt: Mangel an Ärzten und Pflegern zunehmend in Kliniken spürbar!

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Intensivstation Klinikum Mutterhaus Trier

RHEINLAND-PFALZ.Der Mangel an Fachärzten und Pflegekräften wird auch in rheinland-pfälzischen Krankenhäusern immer mehr zum Problem. Schon heute kommt es zu Schließungen von Stationen: In Trier beispielsweise werden im Klinikum Mutterhaus seit Jahresanfang keine krebskranken Kinder mehr stationär behandelt – weil es Personalprobleme gibt. «Das ist die Spitze des Eisbergs», sagte Andrea Bergsträßer als Vorstandsmitglied der Pflegekammer Rheinland-Pfalz der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

Sie gehe davon aus, dass es künftig zu weiteren Schließungen von Stationen in Kliniken kommen werde, weil qualifiziertes Personal fehle. «Wir werden damit noch mehr konfrontiert werden», sagte die Pflegedirektorin des Westpfalz-Klinikums in Kaiserslautern. Das liege auch daran, dass die meisten Stationen heute ohnehin nur mit einer Mindestbesetzung arbeiteten. Wenn dann Pflegekräfte zum Beispiel wegen Krankheit ausfielen, sei das schwer kompensierbar.

Nach Angaben der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz wird der Facharztmangel auch an Kliniken zunehmend zum Problem: «Er ist nicht nur im ambulanten Bereich zu spüren, sondern auch im stationären Bereich», sagte der Präsident der Kammer, Günther Matheis. Es komme häufig vor, dass planbare Operationen, die nicht unverzüglich anstünden, verschoben werden müssten, «weil Ärzte und Pflegepersonal nicht zur Verfügung stehen», so Matheis. «Das ist inzwischen fast Alltag.»

Das Krankenhaus Maria Hilf in Daun (Kreis Vulkaneifel) hat jüngst angekündigt, seine Geburtshilfe zum 1. Januar 2019 zu schließen – wegen einer «aussichtslosen Suche nach Belegärzten».

(dpa)

2 KOMMENTARE

  1. Miserable Arbeitsbedingungen „könnten“ dabei eventuell eine Rolle spielen !
    Mich würde auch mal interessieren warum Stationen wegen Fachkraftmangel geschlossen werden müssen? War sowas nicht schon lange im Vorfeld abzusehen bzw abzuwenden in dem man Personal eingestellt und geschult hätte ? Wahrscheinlich ist es wieder eine Kostenfrage .
    Wer kein Geld für qualifiziertes Personal ausgeben will , bekommt auch keins .
    Außerdem ist es bekannt das gewisse Stationen wenig Gewinn abwerfen und deshalb auch gerne abgestoßen werden . Dazu gehören auch Geburtsstationen .
    Für mich sowieso ein Unding das Krankehäuser von Gewinnorientierten Gesellschaften betrieben werden .

  2. In vielen deutschen Krankenhäusern sprechen die Ärzte nur gebrochen Deutsch und unterhalten sich schon bei der Anamnese via Google Translator. Da wird dann schon mal anstelle Novamin Insulin verordnet… Grenzwertig qualifizierte Ärzte erhalten eine beschränkte Arbeitserlaubnis für ein Krankenhaus, dann haben die zwei Jahre für die Gleichwertigkeitsprüfung. Zuständig ist die jeweilige Landesärztekammer, also wechselt man nach zwei Jahren das Bundesland und kann weiterpraktizieren.

    Schon jetzt versterben jedes Jahr in deutschen Krankenhäusern Tausende Patienten an Infektionen, Hygienemängeln und falscher Medikation. „Der Arzt drückt den Tupfer auf die Wunde. Der ist benutzt.“

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