Nach Elfer-Drama: Eintracht Trier verliert bei TuS Koblenz mit 3:5

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KOBLENZ/TRIERAm Ende fehlte auch das Glück. Nach aufopferungsvollem Kampf sind die Pokalträume von Eintracht Trier am späten Mittwochabend in Koblenz geplatzt. Nachdem sich die TuS und der SVE über mehr als 120 Minuten einen ausgeglichenen Fight lieferten, fiel die Entscheidung im Elfmeterschießen schließlich zu Gunsten der Gastgeber. Mit 3:5 mussten sich die Blau-Schwarz-Weißen nach dem Showdown vom Punkt geschlagen geben.

Es ging etwas später los im Koblenzer Stadion Oberwerth. Die Anfahrt der zahlreichen Eintracht-Fans, die mit insgesamt drei Bussen anreisten, verzögerte sich verkehrsbedingt um eine ganze Weile. Pünktlich zum verspäteten Anstoß um 19:45 Uhr war der Gästeblock dann aber gut gefüllt und die Mannschaft des SVE, die in ungewohnten roten Stutzen unter dem gewohnten Auswärtsdress auflief, wurde lautstark begrüßt. Im Tor musste die Eintracht beim Duell mit Dauerrivale TuS Koblenz erneut auf Denis Wieszolek verzichten, der es ebenso wie Leoluca Diefenbach wegen Oberschenkelproblemen nicht in den Kader schaffte. Ansonsten überraschte SVE-Coach Josef Cinar damit, dass Innenverteidiger Stephan Schuwerack auf der Blank Platz nahm und mit Ömer Kahyaoglu eine zusätzliche Offensivkraft aufgeboten wurde. Mabouba rückte dafür in den Innenverteidigung, Thayaparan übernahm dessen Platz auf der „Sechs“.

Das Spiel begann die TuS mit druckvollem und bissigem Angriffsfußball. Es wurde früh auf den ballführenden Spieler der Eintracht gepresst und so verlagerte sich die Partie schnell in die Trierer Hälfte. Die erste richtig gefährliche Situation war dann ein Freistoß von Michael Stahl, der aber knapp links am Tor vorbei ging (10.). Nach rund zwanzig Minuten konnten sich die Gäste zum ersten Mal richtig befreien und das Spiel an den Strafraum der TuS verlagern. Aus einem daraus resultierenden Eckball folgte ein schnurgerader Konter der Gastgeber: Waldminghaus enteilte dem hinterherstürmenden Kevin Heinz und kam aus halbrechter Position gut zum Abschluss. München reagierte stark und konnte den Ball abwehren, Erhardt klärte schließlich zur Ecke.

Die erste richtig dicke Chance für den SVE gab es dann in der 37. Minute: Der aufgerückte Kevin Heinz legte ab auf Kinscher, dessen wuchtiger Linksschuss von der Strafraumgrenze am Außennetz landete. Beide Mannschaften begegneten sich nun ebenbürtig, die Moselstädter machten es der Elf vom Deutschen Eck jetzt schwerer als noch zu Beginn. Mit einem leistungsgerechten 0:0 ging es in die Halbzeit.

Nach Wiederanpfiff durch den guten Unparteiischen Michel Lehmann sollte es dann nicht lange dauern, ehe Eintracht Trier sich eine erste ganz dicke Möglichkeit erspielte. Nach einer Flanke von Ömer Kahyaoglu kam Maurice Roth im Zentrum zum Kopfball, TuS-Keeper Dieter Paucken musste sich ganz lang machen und konnte den Ball gerade noch so an die Latte lenken (47.). Es wäre der perfekte Auftakt für die Eintracht nach der Pause gewesen. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Knappe zehn Minuten später war es Dominik Kinscher, der den gut gefüllten Gästeblock im Stadion Oberwerth mit einem seiner für ihn typischen Distanzschüsse zum erbeben brachte. Der Versuch des Offensivspielers von der linken Seite landete unhaltbar für Paucken zum 0:1 im Netz – was für ein Treffer! (56.)

Doch die Euphorie hielt ebenso kurz wie die Führung. Die TuS reagierte mit wütenden Angriffen auf den Rückstand, die Abwehr des SVE hatte nicht mehr den richtigen Zugriff auf die Koblenzer Angreifer. So gelang es Abdullei, dem Stoßstürmer der Schängel, einen Ball nach guter Flanke via Direktabnahme flach ins lange linke untere Eck zum Ausgleich in die Maschen zu schießen – 1:1 (68.).

Das Spiel war danach wieder recht ausgeglichen. Es lag unverändert ein Knistern in der Luft, die Spannung stieg mit voranschreitender Spielzeit. Die nächste große Chance gab es für die 1755 Zuschauer dann erst wieder in der 85. Spielminute. Nach einer Ecke von Kahyaoglu war es SVE-Kapitän Simon Maurer, der sich hochschraubte und Dieter Paucken mit seinem Kopfball erneut alles abverlangte. Der Routinier im Kasten der TuS konnte den Ball gerade noch über die Latte lenken. Auf der Gegenseite wurde es dann in der 88. Minute brandgefährlich nach einer Ecke für die TuS, der Ball konnte erst kurz vor der Linie geklärt werden. Es sollte die letzte richtige Gelegenheit in der regulären Spielzeit sein. Mit einem 1:1 ging es in die Verlängerung.

Nachdem die Eintracht schon in der regulären Spielzeit mit Christoph Anton, Dominik Kinscher und Ömer Kahyaoglu drei wichtige Offensivspieler ersetzen musste, erwischte es kurz nach dem Anpfiff zur Verlängerung auch Maurice Roth, der sich mit Verdacht auf Rippenbruch zwar noch bis zum Ende der Halbzeit durchkämpfte, aber letztlich doch durch Lucas Jakob ersetzt wurde (105.+3). Die TuS schnürte die Gäste aus der ältesten Stadt Deutschlands nun zwar in der eigenen Hälfte ein, echte Torchancen sprangen aber auch in der 2. Halbzeit der Verlängerung nicht mehr heraus. So kam es, wie es auch vier Jahre zuvor an Ort und Stelle gekommen war: Eine Entscheidung musste im Elfmeterschießen her. In der Elfer-Lotterie behielt die TuS schließlich die Nerven und setzte sich am Ende mit 5:3 durch, nachdem Johannes München zwar den Versuch von Koblenz-Angreifer Gonzalez verhindern konnte, aber Kapitän Simon Maurer und Julien Erhardt vom Punkt leider ebenfalls die Nerven versagten.

Am Ende eines ausgeglichenen und hart umkämpften Spiels steht für Eintracht Trier ein bitteres Resultat: Durch die Niederlage im Elfmeterschießen steht die TuS im Halbfinale des Bitburger Rheinlandpokals, während für den SVE die Pokalsaison erneut gegen Koblenz ein vorzeitiges Ende gefunden hat. Aufgrund des spielfreien Wochenendes in der Oberliga haben die Blau-Schwarz-Weißen nun elf Tage Zeit, um sich auf das nächste Spiel vorzubereiten. Das findet dann erneut im Stadion Oberwerth statt – diesmal ist der Gegner allerdings TuS-Lokalrivale Rot-Weiß Koblenz.

Statistik
Tore: 0:1 Kinscher (56.), 1:1 Abdullei (68.)
Eintracht Trier: München, Erhardt, Heinz, Maurer, Brandscheid, Roth (105.+3 Jakob), Anton (69. Heck), Kahyaoglu (90. Thul), Kinscher (80. Kling), Thayaparan, Mabouba
TuS Koblenz: Paucken, von der Bracke, Hadzic, Käfferbitz (64. Gonzalez Vass), Stahl, Abdullei, Klein, Könighaus (106. Kabashi), Softic, Muharemi, Waldminghaus (69. Lubaki)
Elfmeterschießen: 2:1 Softic, Maurer verschießt, München hält gegen Gonzalez Vass, 2:2 Brandscheid, 3:2 von der Bracke, Paucken hält gegen Erhardt, 4:2 Lubaki, 4:3 Kling, 5:3 Stahl
Zuschauer: 1.755

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