Bewusstlos geschlagen und in die Saar geworfen: Sieben Jahre Haft

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Foto: Katja Sponholz / dpa-Archiv

SAARBRÜCKEN. Ein 18-Jähriger, der im April in Saarbrücken einen 16-Jährigen nach einem Streit um Haschisch bewusstlos geschlagen und in die Saar geworfen hat, muss wegen Totschlags für sieben Jahre in Haft.

Nach Meinung des Saarbrücker Landgerichts hätte der Angeklagte damals erkannt, dass sein Opfer regungslos und völlig wehrlos war, als er ihn zum Ufer zog. «Wenn man einen solchen Menschen dann in ein Gewässer wirft, nimmt man zumindest billigend in Kauf, dass er ertrinkt und damit verstirbt», sagte der Vorsitzende Richter Andreas Lauer am Mittwoch.

Das Urteil nach Jugendstrafrecht lag über dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die sechseinhalb Jahre Jugendhaft für den Angeklagten beantragt hatte. Der Verteidiger des 18-jährigen Deutschen, der die Tat als Körperverletzung mit Todesfolge gewertet und eine Bewährungsstrafe gefordert hatte, kündigte an, Revision einzulegen. Der Angeklagte, der den gesamten Prozess über geschwiegen hatte, nahm das Urteil ohne sichtbare Reaktion zur Kenntnis.

4 KOMMENTARE

  1. Es ist schon schwer für unsere Richter das passende Urteil zu finden, weil in Deutschland ein Gesetz das andere übertrumpft.
    strikte Verbote mit festen Urteilen wäre das beste ! (und nicht Lebenslänglich = 15 Jahre Knast)

    G.E.

  2. Da haben sich Gericht und Staatsanwaltschaft ja wieder ein Wettrennen darum geliefert, wer das Opfer mehr verachtet. Objektive Mordmerkmale waren erfüllt, aberes wurde täterschonend auf Totschlag entschieden. Was hätte der Täter noch mehr tun müssen, um die verdiente Höchsstrafe zu erhalten? Nach 4 Jahren gibt’s Freigang, nach 5 Jahren kommt er raus und macht genau da weiter, wo er aufgehört hat, denn Reue hat er ja im Prozess nicht gezeigt. Abet das interessiert Staatsanwalt und Richter sowieso nicht.

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