Erste Kündigungen von Fährleuten wegen Niedrigwassers

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LORCH/NIEERRHEINBACH. Das extreme Niedrigwasser des Rheins entzieht einem fast 126 Jahre alten Fährbetrieb die Grundlage. „An diesem Freitag (16.11.) muss ich einem Mitarbeiter kündigen“, sagte der Besitzer der Mittelrheinfähre zwischen dem hessischen Lorch und dem rheinland-pfälzischen Niederheimbach, Michael Schnaas, der Deutschen Presse-Agentur. Wenn das Wasser nicht wieder bald merklich steige, müsse er sein gesamtes Personal entlassen und abwarten.

„Notfalls müsste ich die Fähre verkaufen und als Fährführer bei Kollegen unterkommen“, ergänzte der 52-Jährige, der seinen kleinen Betrieb in vierter Generation führt.

Manche andere Rhein-Fähren haben ebenfalls zeitweise buchstäblich auf dem Trockenen gelegen – oder tun es noch. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach sagte auch für die nächsten Tage bundesweit kaum Regen voraus – die Pegelstände verharren vorerst in der Tiefe.

Noch in den neunziger Jahren haben die Fährbetriebe des Rheins eher mit extremem Hochwasser mitsamt Treibgut und überfluteten Anlegestellen gekämpft. 2003 hat sich das zum Niedrigwasser gedreht. Im Winter 2016/2017 hatte Fährführer Schnaas schon einmal einen gut fünfwöchigen Ausfall wegen zu niedriger Pegelstände hinnehmen müssen. Mit Blick auf den Klimawandel sagte er: „Das Niedrigwasser kommt immer länger, immer extremer, immer häufiger.“

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