Verband gegen 500-Meter-Abstand zwischen Spielhallen

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Ein Aufkleber mit der Aufschrift ´Spielhalleª hängt an einer Glastür einer Spielothek. Foto:Arne Dedert/Archiv

MAINZ/TRIER. Der Automatenverband Rheinland-Pfalz fordert Nachbesserungen beim verschärften Glücksspielgesetz. Er wendet sich gegen die Mindestabstandsregelung von 500 Metern, die Spielhallen untereinander sowie zu Kinder- und Jugendeinrichtungen beachten müssen.

Das habe zur Folge, dass es nach einer Übergangsfrist bis Ende Juni 2021 «in den Innenstädten praktisch keine Spielhallen mehr geben wird», sagte der Justiziar des Verbandes, Tim Hilbert, in Wiesbaden der Deutschen Presse-Agentur. Er forderte, den gesetzlichen Mindestabstand auf 100 Meter zu reduzieren oder die Regelung nicht auf bestehende Spielhallen anzuwenden.

«Die 500 Meter sind einfach zu viel», sagte Hilbert. In anderen Bundesländern seien es weniger: In Hessen 300 Meter, in Niedersachsen 100 Meter. «Man hat die ganzen Nachhilfeeinrichtungen in den Städten nicht auf dem Schirm gehabt.» Nach jetzigem Stand der Dinge müssten die derzeit bestehenden Spielhallen in Rheinland-Pfalz größtenteils im Sommer 2021 geschlossen werden. «Und da befürchten wir die Abwanderung ins illegale Online-Spiel», sagte Hilbert. Denn niemand werde aufhören zu spielen, weil keine Hallen mehr da seien.

Nach Angaben der landesweit für Glücksspiel zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier werden nach Ende der Frist im Sommer 2021 rund 70 Prozent aller Spielhallen schließen müssen. Derzeit gebe es im Land 914 Konzessionen (Spielhallen) an 551 Standorten. Am 1. Juli 2021 werden es – nach derzeitigem Stand – noch 270 Hallen sein

(dpa)

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