Frankenthaler Babymord beschäftigt Bundesverfassungsgericht

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Foto: dpa-Archiv

FRANKENTHAL/KARLSRUHE. Im Frankenthaler Babymord-Prozess hat der Verteidiger des Angeklagten beim Bundesverfassungsgericht Klage gegen die lange Untersuchungshaft seines Mandanten eingereicht. Ein Sprecher des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe bestätigte am Donnerstag den Eingang der Klage.

Der 34-jährige Angeklagte sitzt seit knapp zweieinhalb Jahren ohne Urteil in Untersuchungshaft. Er soll im Mai 2016 seine zwei Monate alte Tochter aus dem zweiten Stock eines Hauses geworfen und so getötet haben.

Rechtsanwalt Alexander Klein sagte, sein Mandant habe ein Recht darauf, dass das Verfahren schnellstmöglich durchgeführt werde. Das sei jedoch nicht der Fall. Es müsse mindestens einen Verhandlungstag pro Woche geben. Derzeit sei aber im Schnitt nur etwa ein halber Verhandlungstag pro Woche vorgesehen, sagte Klein. Er fordert daher, dass sein Mandant vorläufig freigelassen werden sollte.

Der gewaltsame Tod des Mädchens wird bereits zum zweiten Mal vor Gericht verhandelt. Ein erstes Verfahren war im September 2017 geplatzt, weil eine Richterin schwer erkrankt war. Das sei der Grund dafür, dass der Prozess bereits so lange andauere, sagt ein Sprecher des Landgericht Frankenthal am Donnerstag.

Der 34-jährige Deutsche ist wegen Mordes angeklagt. Er hatte zu Beginn des ersten Prozesses zugegeben, dass er den Tod des Mädchens verursacht hat. Nach Darstellung seines Anwalts geht es aber nicht um eine vorsätzliche Tat. Im Ermittlungsverfahren habe der Mann das Geschehen als furchtbaren Unglücksfall dargestellt, das Kind sei vom Balkon gefallen.

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