Vollzugsdienst zeigt Präsenz auf dem Hauptfriedhof Trier

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Armin Roos (r.) und seine Kollegin Agnieszka Kawecka bei einem Kontrollgang auf dem Hauptfriedhof. Foto: Stadt Trier

TRIER. In den vergangenen Monaten sorgten immer wieder Diebstähle und Vandalismus auf dem Trierer Hauptfriedhof für Aufsehen. Für besondere Empörung sorgte vor einigen Tagen ein Vorfall auf dem Kindergrabfeld.

Das städtische Ordnungsamt hat nach Aussage des zuständigen Beigeordneten Thomas Schmitt dieses Problem im Blick: „Gerade mit Blick auf den bevorstehenden Feiertag Allerheiligen, an dem viele Trierer die Gräber ihrer Angehörigen besuchen, zeigt unser Kommunaler Vollzugsdienst Präsenz auf dem Hauptfriedhof. In Zusammenarbeit mit der Polizei wollen wir verhindern, dass es zu Grabschändungen und Vandalismus kommt oder Blumen, Kränze und Kerzen gestohlen werden.“

Die regelmäßigen Streifengänge des Vollzugsdienstes sollen einen Beitrag zur Aufklärung der Straftaten leisten, abschreckend wirken und den Besuchern des Friedhofs, zu denen überdurchschnittlich viele ältere Mitbürger gehören, ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Die Einsatzkräfte müssen sich aber nicht nur mit Diebstählen oder Vandalismus auseinandersetzen. Reinhold Regneri, einer der beiden Dienstgruppenleiter im Kommunalen Vollzugsdienst, berichtet: „In den Sommermonaten nutzte zum Beispiel eine Gruppe von Personen den Hauptfriedhof für ein Trinkgelage Nach unserer Erfahrung ist es nur ein kurzer Weg, bis Alkoholmissbrauch zu Randale und Vandalismus führt.“

Auch durch andere Vorfälle können die Friedhofsbesucher gestört werden. Der Vollzugsbeamte Armin Roos berichtet von einem Ereignis in diesem Sommer: „Wie erhielten einen Anruf, dass eine nackte Frau auf dem Hauptfriedhof gesehen wurde. Vor Ort stellte sich dann heraus, dass sie doch etwas bekleidet war und in dem schönen Park, der der Hauptfriedhof auch ist, ein Sonnenbad nehmen wollte. Zudem übernachten auch schon mal Obdachlose in den großen Familiengrabstätten, die eigene kleine Gebäude sind und durch ihr Steindach Schutz bieten.“

Außerdem komme es immer wieder vor, dass Friedhofsbesucher die Schließzeit vergessen. Wenn sie den Friedhof verlassen wollen, stehen sie dann vor verschlossener Tür. Auch in diesen Fällen können die Vollzugsbeamten weiterhelfen, denn sie haben einen Schlüssel für die Eingangspforten. Die Einsatzkräfte können außerdem auch auf technische Probleme reagieren. Auf einem Trierer Friedhof führte an einem Freitagabend ein abgerissener Wasserhahn zu einer teilweisen Überflutung der Anlage. Der Kommunale Vollzugsdienst und Stadtwerke waren schnell vor Ort und stellten die Störung ab.

Die einzelnen Streifengänge über den Hauptfriedhof dauern im Normalfall etwa 30 Minuten. Es kommt nach Aussage von Roos aber immer wieder zu Sondereinsätzen: „Wenn wir beispielswese von unserer Leistelle einen Anruf erhalten, dass es ein akutes Problem mit einem psychisch Kranken gibt, müssen wir sofort dorthin fahren.“ Die Resonanz auf die regelmäßigen Streifengänge ist nach Einschätzung von Regneri „durchweg positiv, vor allem bei älteren Mitbürgern, die manchmal auch noch in der Dämmerung unterwegs sind.“ Es kommt auch immer wieder vor, dass die städtischen Vollzugsbeamten direkt nach dem Eintreffen auf dem Hauptfriedhof von einem Besucher auf einen neuen Fall von Vandalismus oder Sachbeschädigung aufmerksam gemacht werden.

11 KOMMENTARE

  1. Ich habe leider viele geliebte Menschen verloren , die dort Begraben sind.Was ist mit den Diebstählen von Metal von den Grabstätten? Ich glaube kaum das sowas am Tag passiert. Ich wohne in der nähe und sehe das . Und sehe wie oft das seiteneingänge Nachts aufstehen die ja eigentlich Abgeschlossen sein sollten.

  2. Zufällig bin ich am 1.11 im Laufe eines Spaziergangs, es dunkelte leicht am Abend über den Friedhof Paulin gelaufen und 5 m vor mir eine Frau. Ich dachte mir das uns das beiden sehr unangenehm war. Früher hätte ich mir keine Gedanken gemacht, so hat sich das Leben verändert. Ich nehme auch nie mehr als 50 Euro in bar mit.

    • Was um Himmelswillen macht Sie H. Preuss 5 m hinter einer Frau am Donnerstag mit 50 Euro an einem leichten dunklem Abend im laufendem Spaziergang auf einem Friedhof ???

      Trierer Dracula

      • Ich gedachte meines verstorbenen Großvaters welcher unter einem markanten Baum, auf diesem Friedhof liegt, meinem Opa, und ich ging dort hin. Das Grab ist nicht mehr da, die Knochen werden aber in Trier nicht rausgenommen….schämen Sie sich in den Boden für ihre pietätlose Frage.

  3. Streifengänge auf Friedhöfen , Security in Notaufnahmen , ständige Polizeipräsenz auf Öffentlichen Plätzen …so langsam muß doch jedem auffallen das hier einiges schief läuft !
    Das geht soweit , das Bürger die die Schnautze voll haben , sich bewaffnen und zur Selbstjustiz greifen .
    Ich freue mich schon auf die erste Meldung wenn einer mit nem Sack voll gestohlenem Grabschmuck und eingeschlagener Fresse aufgefunden wird !

    • Sie freuen sich also auf die ersten Toten durch Selbstjustiz? Dann wünsche ich mir dringend mehr Streifengänge, um mich vor Wahnsinnigen wie Ihnen schützen zu lassen.

    • Gestern stand sogar vor dem Postamt am Bahnhof die Security, nur leider nie nachts ab 20Uhr, wenn gewisse Herrschaften im Innern des Postgebäudes übernachten.

  4. @Walther PKK
    Gewalt erzeugt Gegengewalt , versagende Justitz führt zur Selbstjustiz !
    Vor mir braucht keiner geschützt zu werden .
    Außerdem war von einer saftigen Abreibung die Rede und nicht von Mord !

    • @Walther

      Mit „eingeschlagener Fresse aufgefunden“ klingt nach schwerer Körperverletzung. Als Selbstjustiz für einen Dieb!

      Die deutsche Justiz wird die „Fresse“ des prügelnden Wutbürgers für mindestens 3 Jahre hinter Gitter bringen. Für den Dieb gehe ich von einer Geldstrafe über 1000 Euro und bis zu 1 Jahr Gefängnis aus, oder mehreren 100 Stunden Sozialarbeit.

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