Risikobereitschaft hoch – Viele Winzer setzen in diesem Jahr auf Eiswein

0
Riesling-Eiswein

Bildquelle: Jan Woitas /dpa-Archiv

BAD KREUZNACH. Nach einer guten und großen Ernte spekulieren viele Winzer in Deutschland jetzt auf Eiswein. Es gebe etliche, die Trauben für die edelsüße Spezialität hängengelassen haben, sagte der Sprecher des Deutschen Weininstituts (DWI), Ernst Büscher, der Deutschen Presse-Agentur. «Die Bereitschaft ist groß.» Der Jahrgang biete sich auch an, weil die Trauben selbst Ende Oktober noch in einem sehr guten Zustand seien. «Es könnte ein großer Eiswein-Jahrgang werden, wenn die Witterung mitspielt.»

Perfekt wäre ein früher Frost: «Dann wäre das die absolute Krönung des Jahrgangs», sagte Büscher in Bodenheim. Im vergangenen Jahr dagegen hatte es nach einer frühen und kleinen Ernte ganz wenig Eiswein gegeben. Laut Büscher hatten insgesamt bundesweit nur sechs Betriebe überhaupt Eiswein lesen können. Bei der Eisweinlese muss es über mehrere Stunden mindestens minus sieben Grad kalt sein, damit die Trauben beim Keltern noch durchgefroren sind.

Bei der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, bei der Winzer ihre geplanten Eisweinflächen anmelden müssen, sieht man den Trend ähnlich: «Die Risikobereitschaft wird dieses Jahr höher sein, weil die Erträge insgesamt besser waren als in den Vorjahren», sagte der Abteilungsleiter für Weinbau an der Kammer, Markus Heil, in Bad Kreuznach. Winzer in Rheinland-Pfalz könnten Flächen für Eiswein bis zum 15. November anmelden. Zahlen sollen am 19. November bekanntgegeben werden.

Auch Heil spricht von einer «sehr guten Ausgangssituation». In Rheinland-Pfalz hatten 2017 nur 24 Betriebe 19 Hektar Fläche für Eiswein angemeldet. 2016 waren auf 167 Hektar Trauben für Eiswein hängengelassen worden.

(dpa)

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.