Tödlicher Schuss: Kriseninterventionsteam betreut Polizisten

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Polizeibeamte stehen auf der Strafle am Tatort. Foto: RenÈ Priebe / dpa-Archiv

MAINZ/KIRCHHEIM. Wenn Polizisten im Dienst einen Menschen töten, hat das Folgen: Sogenannte Kriseninterventionsteams kommen zur Hilfe. In Rheinland-Pfalz sei das ein «ganz extrem seltener Fall», sagte der Landessprecher der Gewerkschaft der Polizei, Ernst Scharbach. Am Freitag hatten Polizisten nach ersten Erkenntnissen in Kirchheim an der Weinstraße (Kreis Bad Dürkheim) einen Mann erschossen.

Einen Menschen zu töten, auch in Notwehr, sei schrecklich und lasse die Polizisten nie ganz los, ergänzte Scharbach. «Viele Kollegen haben am Ende extreme Probleme.» Deshalb habe man vor gut 15 Jahren ein Kriseninterventionsteam gebildet. Es setze sich zusammen aus Psychologen, Sozialarbeitern und Seelsorgern, die bei einer Schießerei und Tötung alarmiert werden. Es kümmere sich um die betroffenen Kollegen ebenso wie um die anderen Polizisten in der Schicht. «Wenn man da hinfährt, ein Blutbad vorfindet, das schockt doch sehr», sagte Scharbach. Auch die Angehörigen würden betreut.

«Früher war es so, man hat angerufen und gefragt: Braucht ihr jemanden? Die Standardantwort war dann: Nein, alles gut. Wir wissen aber: Das stimmt nicht», erklärte der Gewerkschaftsvertreter. Deshalb fahre das Interventionsteam heute ohne zu fragen an den Ort des Geschehens und biete seine Hilfe an. Wenn verletzte Polizisten ins Krankenhaus müssten, komme das Team auch dorthin. «Es geht im Prinzip ums Reden», sagte Scharbach. Je früher man mit der Traumabewältigung anfange, umso besser.

In den meisten Fällen schießen die Beamten, um gefährliche, kranke oder verletzte Tiere zu töten. Schüsse auf Menschen aus Polizeiwaffen sind selten. Laut einer Erhebung der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster haben Polizisten 2017 in Deutschland bei Einsätzen 14 Menschen erschossen.

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