Moselwinzer in der Region freuen sich über Top-Ernte

0
Die Blätter der abgeernteten Weinberge an der Mosel schillern in gelb-grünen Farben. Foto: Harald Tittel / dpa-Archiv

PÜNDERICH. Die Moselwinzer haben in diesem Herbst die größte Ernte seit 16 Jahren eingefahren. Mit einer geschätzten Menge von mehr als einer Million (1,026) Hektolitern falle sie fast doppelt so hoch aus wie im Vorjahr, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Moselwein, Henning Seibert, am Freitag in Pünderich (Kreis Cochem-Zell).

Eine leicht größere Erntemenge (1,027 Millionen Hektoliter) hatten die Winzer an Mosel, Saar und Ruwer zuletzt 2002 in die Keller gebracht. Die Ernte sei auch mit Blick auf die Qualität «hervorragend». Seibert: «Es war ein außergewöhnliches Jahr.»

Vor allem nach der Mini-Ernte des vergangenen Jahres sei es für die Winzer wichtig gewesen, dass wieder Wein in die Keller komme, sagte der Geschäftsführer von Moselwein, Ansgar Schmitz. 2017 war mit 534 000 Hektolitern als kleinste Ernte der vergangenen 50 Jahre in die Weinbaugeschichte eingegangen. Der 2018er biete die ganze Bandbreite von Qualitätswein bis Trockenbeerenauslese in hohen Qualitäten. «2018 wird uns noch lange in Erinnerung bleiben», sagte Schmitz.

Allein die Entwicklung am Fassweinmarkt trübe die gute Stimmung, teilte der Weinbauverband Mosel mit. Wurden in 2017 für Moste der Sorten Elbling und Müller-Thurgau 110 bis 120 Euro je Hektoliter gezahlt, liege der Preis derzeit bei 70 Euro je Hektoliter. Beim Riesling fiel der Preis von 150 Euro im Vorjahr auf 90 bis 100 Euro. Das Anbaugebiet Mosel ist mit einer Rebfläche von rund 8600 Hektar deutschlandweit das fünftgrößte. Es erstreckt sich von Perl im Saarland bis nach Koblenz.

Auch bundesweit floss im Herbst deutlich mehr als in den Vorjahren in die Fässer. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts in Bodenheim wird die Erntemenge aller Anbaugebiete vorläufig auf 10,7 Millionen Hektoliter geschätzt. Es ist die höchste Erntemenge seit 1999: Sie liegt 23 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.