Geständnis in Prozess wegen Mordes an Discobetreiber

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Ein Angeklagter steht im Saal des Landgerichts in Koblenz. Foto: Thomas Frey /dpa-Archiv

KOBLENZ. Wegen eines nächtlichen Mordes an einem Discobetreiber stehen seit Dienstag zwei Männer vor dem Landgericht Koblenz. Während der mutmaßliche Schütze (36) schwieg, gestand der andere Angeklagte (37), ihn zum Tatort gefahren und mit ihm geflohen zu sein.

Staatsanwalt Matthias Saal wirft den beiden Russen vor, «gemeinschaftlich handelnd heimtückisch einen Menschen getötet zu haben». Beide seien im September 2013 zu der Koblenzer Disco ihres späteren Opfers gefahren und hätten dort lange gelauert. Dann hätten sie den Discobetreiber, einen Familienvater, unbemerkt nach Hause in Waldesch im Kreis Mayen-Koblenz verfolgt. Dort habe der 36-jährige Angeklagte ohne Vorwarnung mit einer Pistole sechsmal auf das Opfer (35) geschossen. Zum möglichen Motiv der Tat sagte Staatsanwalt Saal kein einziges Wort.

Der 37-jährige Angeklagte gab an, er sei in Moskau aufgewachsen, habe im Import und Export gearbeitet und sei alkohol- und kokainabhängig geworden. In der lettischen Hauptstadt Riga sei er «in schwere Kriminalfälle verwickelt» gewesen.

Laut seinem Anwalt Axel Bertram besorgte der 37-Jährige dem anderen Angeklagten für 5000 Euro einen gefälschten Ausweis. Dieser habe von finanziellen Problemen mit einem Mann in Koblenz gesprochen. Sie seien zu dessen Disco gefahren. Laut Bertram konsumierte sein Mandant auch damals Kokain. Er habe die Waffe des Mitangeklagten bemerkt, sei aber im Auto geblieben. In Waldesch sei der Mitangeklagte ausgestiegen, es habe geknallt. Dann seien beide ins deutsch-französische Grenzgebiet gefahren, wo der Mitangeklagte das Auto verlassen habe. Der Prozess geht am 24. Oktober weiter.

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