„Licht-Bibliothek“ – Projektion im Brunnenhof zum Abschluss der Marx-Ausstellung

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"Licht-Bibliothek im Brunnenhof". Foto: Gottfried Schumacher

TRIER. Nach der Premiere im Mai wird die monumentale „Licht-Bibliothek“ des Künstlerpaares Katarina Veldhues und Gottfried Schumacher vom 13. bis 21. Oktober erneut im Trierer Brunnenhof zu sehen sein. Die Installation wird täglich nach Einbruch der Dunkelheit im Brunnenhof auf das historische Mauerwerk projiziert und markiert das Ende der Sonderausstellung „Karl Marx 1818-1883. Stationen eines Lebens“.

Zum Abschluss der Ausstellung „Karl Marx 1818-1883. Stationen eines Lebens“ haben Besucher und Passanten im Brunnenhof erneut Gelegenheit, die visuelle und sinnliche Auseinandersetzung mit Karl Marx und seinem geistigen Erbe erleben: In der maßgeblich von ihnen mitentwickelten Kunstform der „erweiterten Projektion“ setzen Katarina Veldhues und Gottfried Schumacher sich auf mehreren Ebenen mit dem Philosophen auseinander.

Die projizierten Fotografien von Buchreihen aus Bibliotheken in Köln, Münster, Wien und Paris verweisen nicht nur auf Marx‘ Schriften, die über Generationen weitergetragen wurden – auch die weitreichende Korrespondenz und das europäische Netzwerk des Kommunikators Marx scheint in der Metapher der Bibliothek wider. Nicht zuletzt lädt die Projektion auch zu einem sinnlichen Erleben von materialisiertem Wissen ein: Die analogen Fotografien von ledergebundenen, historischen Büchern korrespondieren auf einzigartige Weise mit dem architektonischen Rhythmus des rund 1000 Jahre alten Simeonstifts.

Katarina Veldhues und Gottfried Schumacher arbeiten seit Mitte der Neunzigerjahre mit dem Licht. Seitdem projizieren sie in aufsehenerregenden, oft begehbaren Projekten auf öffentliche Plätze, auf Architekturen und in natürliche Landschaften. Das Künstlerpaar hat viele verschiedene Orte bespielt, darunter auch prominente Plätze wie den Kölner Dom.

Auch in Trier haben die beiden Künstler sich schon mehrfach mit Themen der Stadt auseinandergesetzt: 1999 machten sie sich gemeinsam mit Trierer Bürgerinnen und Bürgern auf die Suche nach dem „römischen Gesicht“ und ließen Porträts von Einwohnern der Stadt als Diapositive im Mauerwerk der Nordfassade des Simeonstifts „lebendig“ werden. Zur Heilig-Rock-Wallfahrt warfen sie Projektionen der Haut des Menschen, der Tiere, der Pflanzen und der Mikroorganismen – „Haut als Gewand“ – auf Domfassade und –vorplatz, im Rahmen der Ausstellung „2000 Jahre Schifffahrt auf der Mosel“ realisierten sie die Projektion „Phantom“ am Flussufer.

Die Projektion „Licht-Bibliothek“ ist im Auftrag des Stadtmuseums Simeonstift Trier für die Ausstellung „Karl Marx 1818-1883. Stationen eines Lebens“ entstanden. Erstmals wurde die Arbeit zur Eröffnung der Ausstellung im Mai gezeigt. Zum Abschluss der Ausstellung (Ende der Laufzeit am 21. Oktober) ist die Licht-Installation vom 13. bis 21. Oktober nun erneut täglich nach Einbruch der Dunkelheit bis 01:00 Uhr nachts im Brunnenhof zu sehen.

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