„Schwupps waren Urenkel da“ – Älteste Triererin feiert Jubeltag

0

TRIER. Maria Schmelzer blickt auf ein erfülltes und vielseitiges Leben zurück. Im Rahmen einer kleinen Feier überbrachten Oberbürgermeister Klaus Jensen und Ortsvorsteher Dominik Heinrich der alten Dame am Freitag zum 107. Geburtstag die Glückwünsche der Stadt Trier und des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck.

„Ich sehe nicht allzu schlimm aus, oder?“, fragt die kleine, zerbrechlich wirkende Dame und lacht beherzt in die Runde der Geburtstagsgäste: „Es haben sich alle so hübsch gemacht!“ Maria Schmelzer ist mit ihren 107 Jahren nicht nur die älteste Bewohnerin Triers, sondern gehört zudem zu den einzigen drei über 106-Jährigen in ganz Rheinland-Pfalz.

Schmelzers Leben ist bis heute so vielfältig, wie man es sich nur vorstellen kann. „Es es ist bewundernswert, was sie so alles erlebt hat“, sagt ihre 20-jährige Urenkelin Carina Ley. „Geboren im Kaiserreich, den ersten und zweiten Weltkrieg miterlebt – man kommt sich selbst so klein vor.“ Geboren im Jahr 1905 als Tochter einer Belgierin und eines Niederländers, wuchs Schmelzer mit ihren fünf Schwestern in Trier auf. Sie ist Mutter von zwei Kindern, Großmutter von drei Enkeln und Urgroßmutter von stattlichen acht Urenkeln: Ihr Sohn lebt heute in Amerika, ihre Tochter jedoch ist bereits im Jahr 2008 verstorben.

Besonders ihre Enkelin Isabelle Chambrion-Ley und ihre Urenkelin Carina Ley suchen trotz der großen Distanz zwischen ihrem Wohnort Paderborn und Trier stets den regen Kontakt zu Maria Schmelzer. Die Enkelin ist bei ihrer Großmutter aufgewachsen. „Wir hatten nicht viel, aber an Liebe und Herzenswärme war immer genug da. Ich kann mich noch daran erinnern, wie wir damals ein Puppenhaus aus Pappresten gebaut hatten und es dann bunt bemalten“, sagte die Enkelin schmunzelnd.

Maria Schmelzer hatte, wenn auch nicht in materieller Hinsicht, viel zu geben. Sie zog nicht nur ihre Enkelin auf, sondern betreute zudem auch noch das Nachbarkind von gegenüber. Auf die Frage nach ihren schönsten Erlebnissen lacht die alte Dame und sagt: „Es war eigentlich immer irgendetwas schön. Ich habe mich immer auf irgendetwas gefreut. Dass meine Enkelin 18 wird. Dass sie studiert. Und schwupps: Da waren dann auch schon die Urenkel da.“

Die nach wie vor rüstige Seniorin war 53 Jahre lang als Krankenschwester beim Roten Kreuz tätig und arbeitete danach noch neun Jahre in der Altenpflege.1986 beschloss sie dann in das Altenheim St. Irminen zu ziehen. Selbst mit 91 Jahren engagierte sie sich noch aktiv im Altenheim: Sie betreute und beriet neue Bewohner und führte sie durch das Altenheim. „So ein bisschen gescheit ist die Oma dann doch noch“, sagt Maria Schmelzer und lächelt.

Mit 100 Jahren beantragte sie sogar noch mal einen neuen Personalausweis, um wählen gehen zu können. Sie ist zwar heute auf ein Hörgerät und teilweise auf den Rollstuhl angewiesen, aber alles, was sie noch selbst machen kann, tut sie auch. „Das Sehen und Hören haben etwas nachgelassen“, sagt die alte Dame. „Da muss ich in meiner Wohnung mit meinem stürmischen Temperament immer ein bisschen aufpassen.“ Ihr großes Hobby war stets die Malerei – mit Aquarellbildern und Landschaftszeichnungen vertrieb Maria Schmelzer sich gerne die Zeit. „Wenn irgendeine Nonne in St. Irminen einen Heiligen gemalt haben wollte, hat sie es gemacht“, sagt ihre Enkelin.

Maria Schmelzer ist eine beeindruckende und mit ihren 107 Jahren erstaunlich agile und humorvolle Dame. Man kann ihr nur von Herzen viele weitere Jahre voller Gesundheit und Zufriedenheit wünschen – wie ihre große Familie sicher auch. (ah)

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.