Fristende bei Behörde: Naturschützer protestieren gegen Autobahnbau in der Eifel

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Bild: DPA

KOBLENZ. Mehrere Naturschutz- und Verkehrsverbände haben eine fast 200-seitige gemeinsame Stellungnahme gegen den Weiterbau der Autobahn 1 in der Eifel übergeben.

Bei der Planfeststellungsbehörde in Koblenz endete am Montag laut dem Verkehrsministerium Rheinland-Pfalz die Frist für Einwendungen. Nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) waren auch Dutzende weitere Einwendungen eingegangen. Alle werden nun laut Verkehrsministerium geprüft.

Der BUND forderte Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) auf, «das Planfeststellungsverfahren zu stoppen, die A 1-Pläne zurückzuziehen und den Notwendigkeiten des Klima-, Natur- und Landschaftsschutzes anzupassen». Zugleich drohte der BUND dem Minister erneut mit einer Klage: «Nur so kann er eine langwierige juristische Auseinandersetzung vermeiden.»

Der BUND verwies auf ein geplantes Durchschneiden von Vogelschutz- und FFH-Gebieten, also von Schutzgebieten nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU. Die Trinkwasserversorgung von bis zu 40 000 Menschen würde gefährdet, das Hochwasserrisiko bei Bächen und der Ahr gesteigert. Das Projekt widerspreche vereinbarten Klimazielen. Eine Verschiebung der Trasse in weniger sensible Bereiche sei nicht ernsthaft geprüft worden. Eine leistungsfähige Fernstraßen-Verbindung bestehe bereits mit der B 51 und A 60 – und könnte mit einem punktuellen Ausbau zur neuen A 1 umgewidmet werden.

Das von den Befürwortern als «Lückenschluss» bezeichnete Bauprojekt erstreckt sich über 10 Autobahnkilometer in Rheinland-Pfalz und 15 in Nordrhein-Westfalen. Verkehrsminister Wissing hatte im Juli erklärt: «Für die A 1 wollen wir Baurecht noch in dieser Legislaturperiode.»

(dpa)

1 KOMMENTAR

  1. Herzlichen Dank an alle Organisationen und staatliche Stellen,die den Lückenschluss insbesondere seit 1989 behindert haben, Verständnis habe ich dafür nicht mehr die Verbindung ist notwendig und in grossen Teilen realisiert, es wird Zeit dass die Verbindung nach fast einem halben Jahrhundert endlich einmal fertig gestellt wird. Denalternativen Wahnsinn sieht man tagtäglich auf der B51 von Trier bis zur Anschlussstelle Blankenheim, insbesondere wenn mal wieder Unfälle die Strecke blockieren.

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