Der Videoassistent (VAR) frustriert die Bundesligaklubs

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Ein Schiedrichter beim Videobeweis. In Kaiserslautern kam es jetzt im Amateurfussball auch dazu - Allerdings mit einem Handy! Foto: dpa-Archiv

BERLIN. Gerade hat die neue Bundesligasaison angefangen und schon gibt es Ärger mit den Offiziellen. In der nunmehr zweiten Saison, in der der Videoassistent in strittigen Szenen bemüht werden soll, gibt es noch immer viele Diskussionen über dessen Sinn.

Fans, Verantwortliche und Spieler hofften eigentlich, dass die Probleme der letzten Saison behoben wurden. Hier war es nie ganz klar, ob gerade überhaupt etwas in dem Technikraum in Köln geprüft wird und wann es Gründe für den Assistenten gibt, einzugreifen. Nachdem während der FIFA Fußballweltmeisterschaft im Sommer der „Video Assistance Referee“ ausdrücklich gelobt wurde, hofften alle, dass es in dieser Bundesligasaison ähnlich läuft. Nun gab es allerdings schon an den ersten zwei Spieltagen der 1. Bundesliga Grund für Diskussionen.

Im Eröffnungsspiel der Saison trafen direkt zwei der Favoriten auf den Meistertitel aufeinander. Nach der Partie, die der Titelverteidiger FC Bayern München gegen die TSG aus Hoffenheim bestritt und gewann, tobte der Coach der Verlierer. Als Franck Ribery im Strafraum der Hoffenheimer zu Fall kam, wurde auf Elfmeter entschieden. Schon nach der ersten Zeitlupe wurden dem Kommentator und vielen der Zuschauer an den heimischen Bildschirmen klar, dass diese Entscheidung äußert zweifelhaft war. So fragten sich die Zuschauer, die das Spiel nicht mit der „Bayernbrille“ gesehen hatten, warum der Video Assistent nicht eingriff. Nachdem der Elfmeter, den Robert Lewandowski verschoss, wiederholt wurde, da Arjen Robben, der den Nachschuss im Tor versenkte, zu früh in den Strafraum gelaufen war, war der Coach der Hoffenheimer nicht mehr zu halten und beschwerte sich verständlicherweise lautstark beim Schiedsrichter.

Weitere Schlagzeilen machte das System Rund um den Videoassistenten, als am ersten Bundesligasamstag der Saison im Spiel zwischen VfL Wolfsburg und dem FC Schalke 04, diverse Entscheidungen durch den VAR verändert wurden. In der 64. Minute wurde eine Gelbe Karte, die der Schalker Matika Nastasic vom Schiedsrichter erhielt durch den Videobeweis zu einer Roten abgeändert. Kurz danach wurde dann eine Rote Karte der Wolfsburger zu einer Gelben umgewandelt. Dies sorgte natürlich für große Aufregung auf der Auswechselbank und führte sogar dazu, dass der Bundesligaschiedsrichter Wolfgang Stark fürs Erste nicht mehr als Videoassistent eingesetzt wird.

Es ist schon schade, dass nach einem Jahr Testphase das System noch so undurchsichtig ist und solche großen Fehler passieren. Der Videoassistent sollte eigentlich die Fairness steigern und dafür sorgen, dass grobe Fehlentscheidungen ausgebessert werden können. Aktuell hat er aber nur für noch mehr Diskussionen rund um die Entscheidungen der Schiedsrichter gesorgt.

Zudem war während der WM zu sehen, wie man den VAR richtig einsetzt und es gab kaum Diskussionen. Hier hat die Bundesliga eine Chance verpasst, sich zu bessern. Werden weiterhin keine klaren Regeln rund um den Eingriff des Videoassistenten für den gemeinen Fan ersichtlich, schadet er der Bundesliga mehr, als das er Nutzen bringt.

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