Sonniger Sommer sorgt für überdurchschnittliche Weinernte

Sonnig und warm - so mögen es die Trauben an den Rebstöcken. Das zeigt sich nach ersten Schätzungen bei der Erntemenge in diesem Jahr. Einiges deutet sogar auf einen besonderen Jahrgang hin.

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Sonne bei der Weintraubenlese. Foto: Boris Roessler/ dpa-Archiv

WIESBADEN/REGION TRIER. Der warme und sonnige Sommer hat den Winzern in Deutschland eine deutlich größere Ernte als üblich eingebracht. Die Menge werde voraussichtlich bei 9,75 Millionen Hektolitern Wein liegen, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden nach ersten Schätzungen aus dem August mit. Das ist rund eine Million Hektoliter mehr als im Mittel der Jahre 2012 bis 2017. Bei der Qualität gehen die Winzer bisher von einem guten bis sehr guten Jahrgang aus.

Im Vergleich zum Jahr 2017 liegt das Plus voraussichtlich sogar bei über zwei Millionen Hektolitern. Allerdings war der Jahrgang 2017 von der Menge her gering, da Spätfrost im April Schäden in den Weinbergen angerichtet hatte.

Das Deutsche Weininstitut geht schon jetzt von einem besonderen Jahrgang 2018 aus. «Wir werden sehr gute Mengen und eine sehr gute Qualität haben», sagte DWI-Sprecher Ernst Büscher der Deutschen Presse-Agentur. Das sei in dieser Kombination nicht so häufig. «Der Gesundheitszustand der Trauben ist aufgrund der weiterhin sehr sonnigen und trockenen Witterung außergewöhnlich gut.» Der positive Effekt der Trockenheit sei größer als vereinzelte Trockenschäden. Die Säuregehalte seien besser als beim Super-Sommer 2003, sagte er. Die Weinlese werde Ende nächster Woche zum Großteil abgeschlossen sein.

Der Erzeugerpreis wird nach Ansicht des Sprechers voraussichtlich stabil bleiben. «Von Preiserhöhungen ist jetzt nicht auszugehen, weil die Mengen bundesweit überdurchschnittlich sind», sagte Büscher. «Dass die Preise großartig in den Keller fallen, davon ist auch nicht auszugehen.» Das DWI ist die zentrale Marketingorganisation der deutschen Weinwirtschaft.

Die beliebteste deutsche Rebsorte – der Riesling – legt in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr bei der Ernte kräftig um knapp 557 000 auf 2,1 Millionen Hektoliter zu. Das entspricht einem Plus von 37 Prozent. Zuwächse gibt es der Schätzung zufolge auch für andere weiße Sorten: Die Menge beim Müller-Thurgau etwa nimmt nach der Prognose um 35 Prozent auf 1,3 Millionen Hektoliter zu, beim Grauburgunder um 22 Prozent auf rund 526 000 Hektoliter.

Auch bei roten Rebsorten können die Winzer mit größeren Mengen rechnen. Der Blaue Spätburgunder etwa kommt voraussichtlich auf eine Erntemenge von rund eine Million Hektoliter, das sind etwa 30 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zwei Drittel der Erntemenge steuern der Schätzung zufolge die drei großen Weinanbaugebiete Rheinhessen mit 2,8 Millionen, Pfalz mit 2,4 Millionen und Baden mit 1,4 Millionen Hektolitern bei. Ein Viertel der Menge kommt aus den drei Anbaugebieten Württemberg (1,1 Millionen Hektoliter), Mosel (800 000) und Franken (450 000). Von der Nahe erwarten die Statistiker rund 356 000 Hektoliter, vom Rheingau 246 000, von der Saale-Unstrut 41 000, vom Mittelrhein 39 000, von der Hessischen Bergstraße 36 000 und aus Sachsen 27 000 Hektoliter. Von der Ahr lag keine Schätzung vor.

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