Nach 40 Jahren – Stabwechsel im Brüderkrankenhaus Trier

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Der bisherige Leiter der Abteilung Soziale Beratung und Betreuung, Reinhard Boesten (zweiter von rechts), hat den Stab an seine Nachfolgerin Klaudia Klaus-Höhl übergeben. Bruder Peter Berg, Regionalleiter BBT-Gruppe Region Trier, und Markus Leineweber, Hausoberer des Brüderkrankenhauses, freuen sich auf die Zusammenarbeit. Foto: Brüderkrankenhaus Trier

TRIER. Er war der erste hauptamtliche Mitarbeiter für den Sozialdienst im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier und so etwas wie ein Pionier auf seinem Gebiet: Nach vier Jahrzehnten im Brüderkrankenhaus hat Reinhard Boesten den Stab an Klaudia Klaus-Höhl weitergegeben. Die leitet fortan das zehnköpfige Team der Abteilung für Soziale Beratung und Betreuung (SBB), die sich inzwischen um mehr als 20 Prozent aller stationären Patienten des Brüderkrankenhauses kümmert.

Als Reinhard Boesten 1978 im Brüderkrankenhaus Trier seine Arbeit aufnahm, habe noch niemand so recht gewusst, was denn eigentlich seine Aufgabe sein sollte, erinnert sich der diplomierte Sozialarbeiter an seine Anfänge. Vier Jahrzehnte später ist die Soziale Beratung und Betreuung (SBB) längst fest etabliert und aus dem Krankenhaus nicht mehr wegzudenken, und an Aufgaben mangelt es den zehn Mitarbeiterinnen wahrlich nicht. Im Gegenteil: Jeder fünfte der rund 31.000 stationären Patientinnen und Patienten wird im Rahmen seines Aufenthalts im Brüderkrankenhaus vom SBB beraten und betreut. Hierbei geht es den Mitarbeiterinnen vor allem darum dafür zu sorgen, dass eine schnelle und gute Behandlung und Betreuung im Anschluss an den stationären Aufenthalt gewährleistet werden kann.

Im Rahmen einer Festveranstaltung im Albertus-Magnus-Saal anlässlich seines Eintritts in den Ruhestand blickte Reinhard Boesten auf bewegte und bewegende vier Jahrzehnte zurück. Insbesondere infolge der Einführung der Pflegeversicherung Mitte der 1990er Jahre sowie durch gesetzliche Änderungen wie der Einführung von Fallpauschalen (DRGs) und eines Entlassmanagements sei die Bedeutung der Arbeit des SBB deutlich gewachsen. Vor dem Hintergrund deutlich reduzierter Liegezeiten nähmen die Beratungsleistungen zur Rehabilitation und Unterstützung im häuslichen Umfeld mit den wichtigsten Stellenwert der Arbeit ein, so Boesten. Auch deshalb sei der SBB heute „ein wichtiger strategischer Faktor für das Krankenhaus“, und gerade Einrichtungen mit christlichen Trägern räumten dem Sozialdienst einen wichtigen Stellenwert ein.

Das bestätigte auch Sibylle Kraus vom Vorstand der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen. Sie war eigens aus Berlin angereist, um in ihrem Festvortrag einen Ausblick auf die künftigen Schwerpunkte der Sozialen Arbeit in Krankenhäusern zu werfen. Mit Blick auf den SBB des Brüderkrankenhauses attestierte sie Reinhard Boesten und dessen Team: „Das, was Sie hier aufgebaut haben, ist nicht der Standard für die Soziale Arbeit in deutschen Krankenhäusern, sondern Sie gehen noch darüber hinaus.“

In sehr persönlichen Worten dankte Markus Leineweber, Hausoberer des Brüderkrankenhauses Trier, dem langjährigen Abteilungsleiter: Boestens Wirken habe sich stets durch „ein hohes Ethos, insbesondere was die Freiheit und Autonomie des Patienten anbelangt, ausgezeichnet.“ Zugleich dankte Leineweber Boesten für dessen „ausgeprägte Loyalität“ gegenüber dem Krankenhaus und auch dem Orden der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf. 40 Jahre Reinhard Boesten bedeuteten auch vier Jahrzehnte Soziale Arbeit im Brüderkrankenhaus, so der Hausobere. Der so geehrte gab die Anerkennung an seine bisherigen Kolleginnen weiter und erinnerte daran, dass er sieben der 40 Jahre im Dienst der Mitarbeitervertretung stand.

Mit Boestens Ausscheiden besteht das Team des SBB nun ausschließlich aus Frauen. Denn die Leitung der Abteilung übernahm die Diplom-Theologin und langjährige Mitarbeiterin des Club Aktiv in Trier, Klaudia Klaus-Höhl. Nach den ersten Wochen der Einarbeitung in ihre neue Aufgabe habe sie den Eindruck gewonnen, dass „hier ein riesiges Netz an Professionalität geschaffen wurde.“ Sie freue sich auf die Zusammenarbeit „in einem Team mit hoher fachlicher Kompetenz.“ Sie sei immer schon der Ansicht gewesen, dass „eine gute und bedarfsgerechte Beratung methodisch, fachlich und sozial ein hohes Wissen verlangen.“ Dem pflichtete ihr Vorgänger bei und zog abschließend das Fazit: „Ich bin stolz auf die Entwicklung und habe das Gefühl, das Meine getan zu haben.

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