Von der Krise zur gestärkten Persönlichkeit

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Bildquelle: pixabay

Nach welchem Ideal streben wir Menschen in den Industriestaaten? Wir möchten jung, dynamisch, erfolgreich und schlank sein. Ganz nebenbei ist es das Ziel von den meisten Menschen der deutschen Gesellschaft, eine Familie zu gründen und im Reihenhäuschen, das sich natürlich im eigenen Immobilienbesitz befindet, gemeinsam in der Partnerschaft alt zu werden. Welche Lebensziele strebt der durchschnittliche Deutsche noch an?

Aus einer Tradition heraus möchten wir alle ein wunderschönes Auto fahren und mindestens einmal im Jahr in ein fernes Land reisen. Unser Anspruch wird erfüllt, wenn wir uns auch im Alter kulturell bilden und dabei viel Sport treiben, damit unserer Gesundheit lange erhalten bleibt. Neben dem beruflichen Status, der den meisten von uns unglaublich wichtig ist, möchten wir schließlich auch mit 70 noch vital und jugendlich durchs Leben schreiten. Wir wollen gerade in der Rente jung und dynamisch wirken und viele Menschen unserer Gesellschaft damit beeindrucken, dass wir mit 90 noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Soweit – so gut!

Plötzlich holt uns ein Schicksalsschlag ein – und jetzt? Vorbei sind alle Lebensziele. Es lebe ein eigenes, ganz anderes Weltbild, das sich im Menschen formt, wenn er eine Lebenskrise durchschreitet. Was sollten wir tun, wenn das Schicksal die Karten ganz neu für uns mischt?

Aus dem Schock ins Leben

Egal, ob uns eine unerwartete Diagnose beim Arzt in einen Zustand des Schocks zwingt, oder ob wir Hals über Kopf auf der offenen Straße überfallen werden: Der Umgang mit Lebenskrisen verläuft meist sehr ähnlich. Natürlich stellt es einen Unterschied dar, ob wir gesundheitliche Probleme als Basis für unser Wohlbefinden meistern, oder ob wir materiellen Schaden wieder ausgleichen müssen.

Dennoch bedeuten Extremsituationen wie ein Todesfall in der Familie oder der Verlust des Arbeitsplatzes oft den tiefen Absturz unserer Seele. Übertriebene Strapazen im Leben führen zum beruflichen Burnout oder zur Depression. Nicht selten müssen wir uns gerade in der Zeit unserer Wohlstandsgesellschaft professionell unterstützen lassen, um die Krise zu bewältigen. Der erste Schritt ist es, die Situation so anzunehmen, wie sie ist. Und wie geht es weiter?

Der Alltag holt uns ein

Wenn wir die Schockstarre, die eine wahre Lebenskrise zwangsläufig mit sich bringt, erst einmal überwunden haben, gilt es, mit der Trauer umgehen zu lernen. Nicht selten hören wir aus unserer Umgebung Sprüche wie „Zeit heilt Wunden“ oder „Das schaffst Du schon!“ Bringen uns diese Sprüche wirklich weiter? Vermutlich nicht. Der Alltag kommt auf uns zu, wir müssen für die Kinder da sein und funktionieren. Ist es manchmal sogar hilfreich, aus einer Krise zu krabbeln, wenn wir Ablenkung und den Alltagstrott erleben?

Ja, zweifelsohne ist es genau der richtige Weg zu erkennen, dass das Leben weiter seinen Lauf nimmt. Wenn wir zum Beispiel eine schwerwiegende Trennung hinter uns haben, macht es durchaus Sinn, sich nicht permanent die liebevollen Fotos aus der Beziehung zu betrachten. Hier ist es mehr als angebracht, mit der Vergangenheit aufzuräumen. Genau das ist oft der richtige Weg für die eigene Seele, wieder Freiraum für schöne Gedanken zu finden.

Ablenkung durch Freunde

Natürlich können wir durch unser eigenes Ablenkungsmanöver nicht jedes Leid verdrängen. Der Mechanismus der Verdrängung ist auf Dauer nie ein guter Ratgeber. Dennoch ist Ablenkung ein guter Weg, um mit seinen seelischen Schmerzen klarzukommen. Wer sich ablenkt, findet neue Horizonte in seinem Leben.

Jeder der eine Krise zu meistern hat, sollte sich ab und an von seinen Freunden mitreißen lassen, schöne Dinge zu unternehmen. Ein Ausflug in die Berge, ein Kinobesuch oder der Badeausflug mit den Kindern der Schwester bringen uns auf positive, schöne Gedanken. Auch wenn das Leben sich nicht gravierend verändert – ein schöner Tag, ein paar wunderschönen Stunden – diese Geschenke sind für jedes Leben ein Gewinn.

Dabei wird folgendes klar: Ablenkung ist gut, Verdrängen auf Dauer löst keine Probleme. Ist es nicht die Kunst, hier die goldene Mitte zu finden?

Aktivismus statt Trägheit

Wer nach dem Schock im Selbstmitleid versinkt, hat schon verloren. Wenn wir nach dem Verlust eines Menschen, nach dem Schicksalsschlag durch die Diagnose „Krebs“ oder durch eine Krise, wo wir Opfer eines Betrugs wurden dauerhaft im Jammertal versinken, geben wir uns auf. Wetten, dass in jedem Menschen die Kraft steckt, aufzustehen und zu kämpfen?

Ja – denn im Grundsatz haben wir keine Wahl. Selbst wenn wir uns in Alkohol stürzen oder in die Psychiatrie einliefern lassen, ist auf Dauer kein Problem gelöst. Jede Sucht ist eine Flucht, die jede problematische Lebenssituation allenfalls verschlimmert.

Während jede ärztliche Unterstützung durchaus sinnvoll ist, eine schwere Zeit zu überstehen, ist jede Art von Droge ein No Go. Keinem Menschen ist geholfen, wenn er zur Flasche greift oder sich mit Ess-Anfällen retten will. Wer sein Leben als sinnlos erachtet, muss dem Leben wieder Sinn schenken. Sucht ist keine Lösung – nie!

Vielmehr ist es wichtig, jetzt auf sich und seine Seele zu hören. Jeder Mensch, der inmitten einer Krise steckt sollte sich zum Beispiel folgende Fragen stellen:

⁃ Was tut mir jetzt genau gut?
⁃ Welcher Mensch hilft mir jetzt weiter?
⁃ Aus welchem Hobby schöpfe ich Kraft?
⁃ Welcher Arzt ist genau der Richtige für mich?
⁃ Was ist schön in meinem Leben?

Die Antworten für die Fragen sind spannend. Woraus schöpfen wir Menschen dabei neue Energie und frischen Lebensmut?

Sport befreit

Wenn wir dazu in der Lage sind, nach einem Schicksalsschlag Sport zu treiben, sollte sich jeder Mensch mit der Sportart austoben, die ihm richtig gut tut. Sport in einem gesunden Maße zu betreiben, am besten an der frischen Luft, hilft dabei, die Wut abzubauen. Jeder Mensch, der sich betrogen vom Leben fühlt, darf auf keinen Fall wütend auf unschuldige Personen sein. Fatal, wenn die Wut sogar gegen sich selbst gerichtet ist. Fragen wie: „Wie konnte ich nur“ oder „Warum habe ich nicht aufgepasst“ bringen uns keinen Schritt voran.

Dennoch ist die Wut da. Sie lässt sich nicht von heute auf morgen einfach in die Ferne beamen. Genau deshalb sollte jeder seine Aggression und Wut im Sport auslassen. Nach einer Stunde joggen fühlen wir uns meist viel besser. Wenn wir uns auf dem Rad so richtig ausgepowert haben, können wir viele Dinge mit anderen, positiven Augen betrachten. Sport setzt neue Energien frei. Genau das richtige nach einer Krise, oder? Nähre Informationen rund um das Thema Sportwetten sind hier zu finden: Sportwetten.net

Leben und leben lassen

Jeder Mensch muss langsam wieder zu seiner Mitte finden. Hierbei ist ein guter Ratgeber, wenn man sich nicht alles, was neugierige Menschen von sich geben, zu sehr zu Herzen nimmt. Sprüche wie „Du solltest einfach einmal das Buch XY lesen“ oder „Morgen sieht die Welt schon wieder anders aus“ sind oft gut gemeint, doch nicht immer das, was wir hören möchten. Kein Mensch darf hadern mit diesen Ratschlägen, auch wenn sie erst einmal wie ein Schlag im Gesicht landen. Wichtig ist, die Leute reden zu lassen, was sie denken.

Der Volksspruch: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“ von Don Bosco ist hier eine Weisheit mit Sinn.

Was hilft dabei, nicht aufzugeben? Wir alle sollten lernen, auf unser Herz zu hören. Fakt ist: Aufgeben ist nie eine Option. Es macht uns Menschen stark und noch stärker, wenn wir Krisen meistern. Irgendwann wird jeder, der einen Schicksalsschlag verkraftet hat, folgende Gedanken nach außen tragen:

„Gut, dass ich diese Krise hatte. Sie hat mich noch reifer, noch stärker und innerlich noch schöner gemacht!“

In diesem Sinne: Kein Mensch darf je den Glauben an sich selbst verlieren. Jeder darf sich ruhig bei der Last, die es zu tragen gilt, helfen lassen. Ärzte helfen bei körperlichen Beschwerden, die Therapeuten sind für die Seele da. Wetten, dass dabei tatsächlich die Zeit Wunden heilt?

Fazit

Die Lebenskrise – sie formt, prägt und macht uns stolz!

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