Naturschützer mobilisieren gegen Autobahnbau in der Eifel

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A1 bei Blankenheim. Foto: Thomas Frey / dpa-Archiv

BLANKENHEIM/EIFEL. Naturschutzverbände haben am Freitag entschiedenen Widerstand gegen den Weiterbau der Autobahn A1 in der Eifel angekündigt.

Der BUND Rheinland-Pfalz will zusammen mit dem NABU bis zum 24. September Einwendungen gegen die Planunterlagen LBM vorlegen. Zur Begründung verwies der BUND auf die „unausgleichbare Zerstörung von Vogelschutz- und FFH-Gebieten“, also Schutzgebiete nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU. Bedroht seien auch alte Wälder, Trink- und Mineralwasserbrunnen und natürliche Bachläufe. Die Naturschützer machen auch verfahrensrechtliche Fehler geltend wie „fehlende hinreichende Prüfung der Nullvariante“, also der Option, auf den Bau zu verzichten.

Die Bevölkerung der Region sei aufgerufen, sich an den Sammeleinwendungen zu beteiligen, sagte das Koblenzer BUND-Landesvorstandsmitglied Egbert Bialk. Wenn die Einwendungen nicht erfolgreich sein sollten, sei der BUND auch entschlossen, vor Gericht zu gehen. „Wir werden das durchziehen.“ Eine leistungsfähige Fernstraßen-Verbindung bestehe bereits mit der B 51 und A 60. „Es gibt keine Lücke.“

Das von den Befürwortern als „Lückenschluss“ bezeichnete Bauprojekt erstreckt sich über 10 Autobahnkilometer in Rheinland-Pfalz und 15 in Nordrhein-Westfalen. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) erklärte Ende Juli: „Für die A 1 wollen wir Baurecht noch in dieser Legislaturperiode. Ich werde bauen, sobald es das Baurecht erlaubt.“

4 KOMMENTARE

  1. Seit Jahrzehnten wird diese Autobahn geplant. Viele Anwohner der momentan genutzten Strecken haben mittlerweile „Pro A1“-Aufkleber im Auto, da die Belastungen durch den Durchgangsverkehr enorm sind. Und jetzt sollen die letzten 25km nicht gebaut werden? Natürlich ist der Bau einer Autobahn ein schwerwiegender Eingriff in die Natur, aber der stehende oder im Schritttempo fahrende Verkehr gerade in den Ortschaften ist ebenfalls eine große Belastung für Natur und Mensch, die durch den Weiterbau der A1 sicherlich deutlich verringert werden kann.

  2. Die einen Anwohner würden entlastet, die anderen in den jetzt noch ruhigen Orten, die künftig an der Autobahn liegen, werden den Lärm haben, und weg ist der Tourismus und runter gehen die Immobilienwerte. Beglückung der Anwohner ist daher kein Argument.

    • @ Hans Wurst :Klar denn die Eifel ist ja dermassen dicht besiedelt da müssen vielleicht ganze Dörfer weichen wie im Braunkohletagebergbau. (Ironie aus )
      Schon mal die A 1 Teilstücke gefahren ? Mir ist da nicht aufgefallen dass Ortschaften autobahnnah liegen und bei der A 60 hatte es den Effekt dass sich dort wo sich vorher Fuchs und Has gute Nacht sagten Gewerbegebiete entstanden sind und die Anwohner froh über eine schnellere Verbindung in die Zentren sind,soviel dazu.

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