Die Geschlechter Revolution in Mode, Sport und Spielzeug

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Symbolfoto.

Bildquelle: pixabay – Nihan Güzel Daştan

Das Bundesverfassungsgericht entschied Ende des Jahres 2017, dass die Angabe eines dritten Geschlechts möglich sein muss. Grund dafür war eine Klage, bei der die betreffende Person angab, sich weder weiblich, noch männlich zu fühlen. Schon im Jahr 2013 wurde aus diesem Grund die Chance gewährt, die Kategorie unausgefüllt zu lassen. Nun muss eine dritte Option angeboten werden, um ein passendes Kreuz setzen zu können. Doch wie wird dieser Effekt unsere Gesellschaft beeinflussen und welche Veränderungen könnten dadurch angestoßen werden?

Neue Maßstäbe im Sport

Die Sportwelt steht vor einer großen Herausforderung, was das dritte Geschlecht angeht. Denn bislang zeichneten sich die Wettkämpfe durch den Dualismus beider Geschlechter aus. Sportlerinnen und Sportler ließen sich eindeutig aufteilen, um auf diese Weise für Chancengleichheit zu sorgen. Bereits in den vergangenen Jahren sorgte der Verdacht auf Intersexualität, wie etwa bei Caster Semenya, für öffentliches Aufsehen.

Da die Sportwelt mit Sicherheit auch in Zukunft Chancengleichheit verkörpern will, müssen sich die Verantwortlichen in diesem Bereich auf die Geschlechter-Revolution einlassen. Personen des dritten Geschlechts müssten dadurch eine eigene Wettkampfklasse erhalten, um dennoch unter fairen Bedingungen an den Start gehen zu können.

Kleidung verändert sich

Auch die Modewelt wurde längst von der Revolution der Geschlechter erfasst. Modedesigner spielen mit der Möglichkeit, die Geschlechtergrenzen zu überschreiten und dabei mit den Erwartungen ihrer Kunden zu spielen. Der Marke Doublet des Designers Masayuki Ino’s gelang es bereits, den renommierten LVMH Preis zu gewinnen. Auf dem Gebiet der Unisex-Mode setzt sich derweil London Toogood mit einem großen Angebot neutraler Designerstücke in Szene.

Längst etablierte sich diese Form des Kleidens auch auf höchster Ebene. Prominente treiben so die Entwicklung des Trends weiter voran. Zuletzt etwa beim Auftritt von Meghan Markle beim Finale in Wimbledon zu beobachten: Sie zeigte sich in übergroßer Bluse, die sie in die weit geschnittenen Hose von Ralph Lauren gesteckt trug. Das Publikum schien davon entzückt zu sein. Bereits am nächsten Tag schnellten die Bestellungen beim verantwortlichen Designer Ralph Lauren deutlich in die Höhe.

Meghan Markle war es dadurch gelungen, ihre Sitznachbarin Kate klar in den Schatten zu stellen. Geschafft hat sie das mit einem Outfit, das vor wenigen Jahren als besonders maskulin beschrieben worden wäre. Inzwischen scheinen sich auch in der High Society nur noch wenige an dieser Einschätzung zu stören. Ein weiteres Mal wird daran deutlich, wie weit die Revolution der Geschlechter tatsächlich fortgeschritten ist und wie wenig es uns noch beeindruckt.

Die Debatte um Spielzeug

Eine andere Debatte entstand kürzlich auf dem Gebiet des Spielzeugs. Wissenschaftler stellten die These auf, dass wir unser Geschlechterverständnis und damit unser Selbstbild, in erster Linie aus den eigenen Erfahrungen und dem persönlichen Verhalten ableiten. Bereits die Spielzeugautos, welche Jungen von ihren Eltern geschenkt bekommen, würden sie aus diesem Grund von den Mädchen abgrenzen, die stattdessen klischeehaft mit Puppen oder Einhörnern in Kontakt kommen. Anhänger dieser Theorie, die noch nicht bis ins Detail bestätigt werden konnte, nehmen diese Erkenntnisse häufig in ihr Dasein als Eltern auf und sorgen für den entsprechenden Ausgleich.

So könnte in Zukunft Spielzeug boomen, das sich klar von der Klischeehaftigkeit der beiden Geschlechter abgrenzt. Wie schwierig das Unterfangen ist, Neutralität herzustellen, dürfte vielen inzwischen bewusst sein. Denn bereits Strampler und Kinderbetten zeigen in vielen Fällen eine klar Ausrichtung auf. Schon in den ersten Wochen des Lebens scheint damit die Formung des Geschlechts zu beginnen. Schenkt man dieser Theorie glauben, so ist zumindest unser soziales Geschlecht eine Illusion, der die Menschheit seit vielen tausend Jahren in besonderer Weise vertraut.

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