„Projekt X“ Skatehalle – „Reaktion völlig übertrieben“

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    TRIER. Mit Verwunderung hat die Trierer FDP auf die Ankündigung von Axel Reichertz, dem Betreiber des „Projekt X“ reagiert, die Trierer Skatehalle vorerst bis auf Weiteres geschlossen zu lassen.

    „Mit einer solchen Reaktion haben wir nicht gerechnet“, sagte Tobias Schneider (27), der Kreisvorsitzende der Liberalen am Montag gegenüber lokalo. Das Online-Magazin 16vor hatte über Reichertz‘ Entschluss berichtet, die Skatehalle nach dem offenen Brief vorerst nicht mehr zu öffnen. In ihrem Schreiben hatte die FDP vom Projekt eine klare Distanzierung von extremistischen Gruppierungen und Ideen gefordert (wir berichteten).

    „Die Reaktion von Herrn Reichertz ist in unseren Augen völlig übertrieben“, betonte Schneider. „Ich finde es einfach nur bedauerlich, dass Axel Reichertz so reagiert.“ Der FDP sei es um einen konkreten Punkt gegangen. „Und da ist es ja wohl absolut legitim, dass man in dieser Frage nachhakt“, sagte Schneider. Schließlich werde das Projekt von städtischer Seite finanziell unterstützt. „Wohinter wir auch nach wie vor stehen“, erklärte der Liberale.

    Dass mit der Ankündigung von Reichertz Druck auch auf die Politik ausgeübt werden solle, wollte Schneider nicht unterstellen. „Aber natürlich kann es dazu kommen“, sagte er. Das ändere jedoch nichts daran, dass in diesem Fall demokratische Überlegungen Vorrang haben müssten. „Man stelle sich bitte vor“, sagte Schneider, „es wäre hier um die Unterstützung des Projektes durch eine rechtsextremistische Gruppierung gegangen. Dann hätten wir ganz schnell einen politischen Konsens gehabt.“

    Allerdings dürfe die Politik auch nicht auf dem anderen Auge blind sein. „In dem konkreten Fall ist für die FDP die Unterstützung aller extremistischen Gruppierungen undenkbar“, sagte der Liberale. Aktuell wolle die FDP keine weiteren Schritte unternehmen. „Der Ball liegt ganz klar bei Axel Reichertz“, betonte Schneider. „Wie es jetzt weitergeht, muss das Projekt selbst entscheiden. Wir warten jetzt zunächst einmal ab.“

    „Offener Brief“ des Betreibers

    Inzwischen hat sich auch Axel Reichertz, der Betreiber der Skatehalle, in einem „offenen Brief“ zu Wort gemeldet. Darin schreibt er:

    Es war naiv von uns zu glauben, unser Projekt-X könne aus (partei-)politischen Auseinandersetzungen herausgehalten werden. Wir gingen davon aus, dass alleine das Engagement für die Sache und gute Argumente genügen, um Menschen – egal, was sie politisch sonst denken – zu überzeugen und für Unterstützung zu gewinnen.

    Bei denen, die uns unterstützen wollen, führen wir ebensowenig Gesinnungsüberprüfungen durch, wie bei den Jugendlichen, die dem Projekt-X aktiv mitmachen. Das würde unserem Grundverständnis widersprechen und es würde uns auch überfordern. Den Brief der FDP nehmen wir jedoch zum Anlass festzustellen, dass wir uns von KEINEM politischen Karren spannen lassen, das dies ALLE Organisationen betrifft, versteht sich von selbst. Dass die FDP es in ihrem Brief eine Nähe des Projektes X zur SDAJ suggeriert, betrachten wir als ungeheuerliche Unterstellung, mit dem unsere Engagement offenbar in den Dreck gezogen werden soll. Diesen Versuch weisen wir zurück und stellen gleichzeitig klar, dass wir uns auch von demokratischen Parteien nicht erpressen lassen.

    Wir weisen darauf hin, dass die vorübergehende Schließung der Skatehalle alleine darin begründet ist, dass wir in den kommenden Wochen insbesondere die Konzeption des zukünftigen Betriebs intensiv klären müssen.“ (et)

    ZUM KOMMENTAR von Eric Thielen

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