Mieten oder Kaufen – der Weg zum neuen Heim

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Das eigene Haus ist der Traum vieler Menschen. Ob dieser sich erfüllt, hängt unter anderem von den finanziellen Möglichkeiten ab.

Bildquelle: pixabay

REGION. Egal, ob sich der Wohnraum vergrößern soll, ein Büro nötig wird oder die Familienplanung ansteht: Menschen ziehen immer wieder um. Doch in der heutigen Zeit stellt sich dabei immer häufiger die Frage, ob gekauft oder doch wieder gemietet werden soll. Wohnverhältnisse sind flexibel, in der Regel kann innerhalb von drei Monaten gekündigt werden. Eigenheime bieten den Vorteil, eine Investition für die Zukunft zu sein. Welche Möglichkeiten bestehen, ein neues Heim zu finden, erklärt dieser Artikel.

Das Eigenheim: Der Traum vieler Menschen
Das eigene Haus im Grünen, mit einem schönen Garten und viel Platz ist für viele Menschen ein absoluter Traum. Und die Vorteile des Eigenheims liegen auf der Hand:

– Eine eigene Immobilie ist eine Kapitalanlage, die praktisch nie an Wert verliert. Gerade heutzutage sind Häuser und Wohnungen in guten Lagen begehrt.

– Im Fall der Fälle kann ein eigenes Haus schnell und unkompliziert barrierefrei umgebaut werden. Bei Mietswohnungen ist dies nicht immer möglich und dann steht oft ein erneuter Umzug an.

– Mieterhöhungen gehören im Eigenheim der Vergangenheit an. Stattdessen wird im Rahmen eines Immobilienkredits eine feste Summe vereinbart. Wenn diese abbezahlt ist, gehört das Haus zu 100 Prozent dem Eigentümer.

Uneingeschränkter Kündigungsschutz ist gesichert, sofern die monatlichen Raten an die Bank bezahlt werden. Vermieter können das Mietverhältnis wegen Eigenbedarfs kündigen.

Nicht jeder kann sich ein eigenes Haus leisten. Doch auch eine Eigentumswohnung hat Vorteile gegenüber einer Mietswohnung. So können Eigentümer ihre Wohnung frei gestalten und im Rahmen der statischen Voraussetzungen sogar Wände einreißen. In Mietswohnungen ist das nicht möglich.

Grundsätzlich wird für den Kauf eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung in den meisten Fällen ein Immobilienkredit aufgenommen. Viele Käufer wenden sich dazu an ihre Hausbank, doch oft lohnt sich ein Kreditvergleich, beispielsweise auf verivox.de. Idealerweise liegen etwa zehn Prozent des Kaufpreises bereits als Eigenkapital vor, dann steht der Finanzierung nichts im Wege. Im Verlauf der Kreditberatung wird dann eine monatliche Summe, sozusagen die Miete, festgelegt, die die Eigentümer dann an das Kreditinstitut zahlen. Nach etwa zehn bis zwanzig Jahren, je nach Kaufpreis der Immobilie, gehört das Eigenheim dann den Käufern.

Der Kaufvertrag über eine Immobilie wird stets beim Notar unterzeichnet. Die Kosten dafür trägt der Käufer.

Weitere Kosten beim Immobilienkauf
Neben dem Kaufpreis und den Zinsen, die bei der Finanzierung durch ein Kreditinstitut fällig werden, ist ein Haus- oder Wohnungskauf mit weiteren Kosten verbunden. Diese Nebenkosten sollten Käufer nicht vernachlässigen und sie bei der Finanzplanung einkalkulieren. Zu diesen Kosten zählen:

1. Maklerprovision. Diese wird selbstverständlich nur fällig, wenn ein Makler das neue Eigentum vermittelt hat. In der Regel liegt die Courtage zwischen 2,37 und 7,14 Prozent des Kaufpreises. Allerdings können Makler ihre Provision frei festlegen, also ist hier Vorsicht geboten.

2. Notar und Grundbucheintrag. Der Kaufvertrag beim Erwerb von Eigentum muss vom Notar erstellt sein. Dieser Service kostet den Käufer eine unterschiedlich hohe Summe. Auch der Eintrag im Grundbuch geht zulasten des Käufers und schlägt mit einem Betrag zwischen 1,5 und zwei Prozent des Kaufpreises zu Buche.

3. Grunderwerbsteuer und Grundsteuer. Das Finanzamt verlangt nach dem Kauf die Grunderwerbsteuer vom Käufer, die je nach Bundesland unterschiedlich hoch ausfällt. Das Finanzamt Nordrhein-Westfalen hat die wichtigsten Informationen zur Grunderwerbsteuer auf www.finanzverwaltung.nrw.de zusammengefasst. Nach dem Kauf wird zudem jährlich die Grundsteuer fällig.

4. Renovierungskosten. Diese sollten Käufer ebenfalls einkalkulieren. Streichen, Tapezieren, Böden verlegen – je nach Zustand des Hauses sind die anfallenden Renovierungen und Modernisierungen unterschiedlich.

5. Wohnnebenkosten. Generelle Wohnnebenkosten wie Strom, Heizung, Wasser und Müllabfuhr kommen selbstverständlich auch auf Käufer zu. Achtung: Diese Kosten werden bei der Kalkulation gern vergessen!

Die flexible Option: Mieten

Menschen, die sich bei ihrem Wohnraum nicht langfristig festlegen möchten, sind gut beraten, eine Wohnung oder ein Haus zu mieten. Diese Möglichkeit bietet maximale Flexibilität, denn in vielen Fällen sind Mietverträge binnen drei Monaten kündbar. Unter www.gesetze-im-internet.de können Mieter die gesetzlichen Grundlagen des BGB zur Kündigung von Mietverhältnissen einsehen. Weitere Vorteile von Mietverhältnissen sind:

– Keine langfristige finanzielle Belastung, da nur die reinen Mietkosten und Nebenkosten anfallen und das nur so lange, wie das Mietverhältnis andauert.

– Reparaturen, Modernisierungs- und Instandhaltungsarbeiten werden vom Vermieter umgesetzt, der Mieter hat hier keine Verantwortung.

– Die Nebenkosten fallen generell geringer aus als beim Kauf einer Immobilie, da beispielsweise die Grundsteuer auf mehrere Mietparteien umgelegt wird.

Allerdings sollten Mieter im Hinterkopf behalten, dass es nach wie vor passieren kann, dass der Vermieter das Mietverhältnis aufgrund von Eigenbedarf kündigt. Der Mieterbund erklärt auf www.mieterbund.de, wann eine Eigenbedarfs-Kündigung gerechtfertigt ist und wann nicht.

Bei Mietwohnungen können Bewohner ihrem Stil zum Beispiel bei der Wahl der Wandfarbe Ausdruck verleihen.

Begrenzte Gestaltungsfreiheit in der Mietwohnung
Der Gestaltungsspielraum in einer gemieteten Immobilie fällt insgesamt zwar geringer aus als im Eigenheim, dennoch müssen Mieter nicht auf ihren persönlichen Stil verzichten. Umsetzen können Mieter ihren eigenen Einrichtungsstil beispielsweise in der Wandfarbe – entweder als Tapete oder indem die Wände klassisch gestrichen werden. Auch dekorative Elemente wie Bilder an den Wänden, Blumen in den Räumen oder Gardinen an den Fenstern verleihen dem Zuhause einen besonderen Look, der den Geschmack des Mieters widerspiegelt. Einige Dinge lassen sich in einer Mietimmobilie jedoch nicht umsetzen, dazu gehören sämtliche Dinge, die direkt von außen an die Fassade gebohrt werden müssen. In den meisten Mietverträgen ist das untersagt. Auch Wände dürfen Mieter in aller Regel nicht einreißen. In manchen Wohnungen sind die Küchen bereits inkludiert, auch hier ist der Spielraum gestalterisch nicht mehr sehr groß. Lediglich dekorative und praktische Accessoires werten die Küche dann optisch auf.

Fazit – Mieten oder Kaufen
Wer mit dem Gedanken spielt, umzuziehen, sollte genau abwägen, ob er eine Wohnung oder ein Haus mieten oder kaufen möchte. Der Kauf verpflichtet den Käufer auf lange Sicht, da oft ein Kredit abzuzahlen ist. Die Mietwohnung ist dagegen eine wesentlich flexiblere Lösung. Dennoch sollte das Investment eines Eigenheims durchaus bedacht werden, wenn ein Umzug im Raum steht. Natürlich hängt die Entscheidung letztendlich auch von den finanziellen Möglichkeiten des Käufers ab. In jedem Fall haben beide Varianten ihre Vor- und Nachteile.

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