„Was soll der Schwachsinn?“ – Rote Ampel trotz Sperrung

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TRIER. Seit Sonntagabend ist sie dicht – die „Bitburger“. Wer über die Kaiser-Wilhelm-Brücke kommt, kann nur noch links abbiegen. Die Ampelanlage am Ende der Brücke ist jedoch weiterhin in Betrieb. Das irritierte schon am Montag viele Autofahrer.

„Ich weiß nicht, was der Schwachsinn soll“, tobte der ältere Herr in seinem weißen Volkswagen aus dem offenen Fenster heraus. „Von oben kann keiner kommen, und nach rechts die Bitburger hinauf darf auch keiner abbiegen. Also, warum ist die dämliche Ampel immer noch Betrieb und verhindert, dass man zügig nach links abbiegen kann?“

So wie ihm erging es am Montagmorgen vielen Autofahrern, die über die Kaiser-Wilhelm-Brücke kamen. „Das ist doch wieder so ein typischer Trierer Schildbürgerstreich“, rief er noch, als die Ampel für ihn schließlich auf „Grün“ umsprang. Alle anderen, die ebenfalls lautstark schimpften, folgten. Der Takt der Anlage läuft übrigens trotz Sperrung ebenso wie zuvor.

Zehn Wochen soll die Vollsperrung der „Bit“ zwischen Fachhochschule und Moselufer dauern – so die optimistische Vorgabe der Trierer Verwaltung (Infos). Nutzer des Nahverkehrs und Autofahrer müssen in dieser Zeit zum Teil kilometerlange Umwege in Kauf nehmen.

Der auswärtige Verkehr wird über die A 64/B 52 nach Trier-Ehrang und weiter über die A 602 und die Zurmaiener Straße in die Innenstadt umgeleitet. Für Autofahrer, die aus Richtung Bitburg oder Luxemburg nach Trier fahren, beginnt die Umleitung am Autobahnanschluss bei Sirzenich. Die Stadt appelliert an alle Pendler, aus Rücksicht auf die Anwohner auf die Benutzung von “Schleichwegen” nach Trier zu verzichten. Die Zufahrt zur Fachhochschule, zum Restaurant Weißhaus, zur Neuapostolischen Kirche und zum Hotel Kockelsberg sei auch während der Vollsperrung möglich, wenn auch nur von Westen her, nicht aber von der Innenstadt. Fußgänger und Radfahrer könnten die Baustelle passieren.

Im Ergebnis soll nach Abschluss der Bauarbeiten die Napoleonsbrücke saniert und eine durchgängige dritte Fahrspur für Entlastung sorgen. Ferner soll eine neue Verbindung für Fußgänger und Radfahrer von der Kaiser-Wilhelm-Brücke zur Fachhochschule geschaffen werden. Vor der ADAC-Rallye soll der größte Teil der Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Trierer Grünen hatten das Groß-Projekt mehrfach scharf kritisiert. Sie befürchten ebenso wie andere Kritiker einen noch höheren Verkehrsfluss aus der Eifel nach Trier. Die City-Initiative informiert derweil auf ihrer Homepage über Möglichkeiten, Trier während der Sperrung zu erreichen. So soll einem Einbruch der Umsatzzahlen in den nächsten Wochen vorgebeugt werden.

Das große Chaos blieb zumindest am Montagmorgen um die Kaiser-Wilhelm-Brücke herum aus. Dafür wurden aus dem Umland teils kilometerlange Staus gemeldet – so vor allem in Richtung Luxemburg.

Ampelanlage nicht neu programmiert?

Inzwischen verlautete aus dem Rathaus auf Nachfrage von lokalo, dass die Ampel auf Wunsch der Polizei wegen der Zufahrt für die Anwohner weiter in Betrieb ist. Unklar ist aber, warum der Takt nach wie vor beibehalten wird. So müssen die Linksabbieger von der Kaiser-Wilhelm-Brücke bei „Rot“ warten, obwohl der Verkehr aus dem unteren Teil der „Bitburger“ fließt. Ferner ist auch nicht geklärt, warum die Fußgänger beim Überqueren der Kreuzung zwischen Straßeninsel und der linken Seite der Bitburger ebenfalls bei „Rot“ stehen müssen, obwohl auch dort kein Verkehr fließen kann.

Nach Informationen von lokalo könnte das damit zusammenhängen, dass eine externe Firma die Schaltung der Ampelanlage neu programmieren muss. Das ist anscheinend bisher versäumt worden. Nach weiteren Informationen unserer Redaktion soll es dazu aber voraussichtlich morgen eine Pressemitteilung des Rathauses geben.(et)

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Ampel bleibt in Betrieb

 

1 KOMMENTAR

  1. Ich bin heute morgen die Stecke gefahren. Die Ampel die Bitburger hinauf ist inzwischen nicht mehr in Betrieb, aber der Takt – wie beschrieben – ist scheinbar immer noch so wie gehabt. Stau war über die ganze Brücke.

  2. Heute morgen war wieder die ganze Brücke dicht bis zum Martinsufer, da alle auf der linken Spur fahren. Wie wäre es, wenn man ein Schild aufstellen würde liebe Verwaltung, mit Reissverschlussverkehr auf beiden Spuren bis zur Absperrung. Ist aber leider wohl zuviel verlangt.
    Ein Kollegen hat mir übrigens gesagt, dass heute morgen auch die ganze Ehranger Brücke zu war Richtung Luxemburg. Das kann ja alles noch heiter werden.

  3. Das ist für mich alles nur ein ganz schlechter Scherz. Die Sperrung nervt schon genug und dann noch die unnötige Ampel dazu, als ob da jeden Tag LKWs rausfahren würden-lachhaft.
    Die haben das einfach verpennt und nicht sonst. Für mich zeigt das mal wieder die Planungskompetenz der „weltbesten“ Dezernentin ….

  4. Das ist doch unfassbar! Trier schafft es nicht seine Ampeln auf diese äußerst schwierige Verkehrssituation abzustimmen?Echt schade…
    Ich bin eine der vielen, die die Sperrung der Bitburger tagtäglich zu spueren bekomme und da bleiben solche inkonsequenten Ampelschaltungen total unverstanden! An der Zeughausstrasse/Zurmainer hat das irgendwie besser geklappt!

  5. das passt zu diesem amt!!!! 10 mal null ist null bleibt null!!!!! bitte eine zusätzliche amtszeit für diese erotische frau!

  6. Herr thielen, entweder hat das Rathaus sie belogen, oder die Polizei den trierischen volksfreund !! Denn dort steht; das die Polizei die Ampel abschalten wollte !! Was denn nun , wer lügt ? Rathaus oder Polizei ?

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