Rheinland-Pfalz hält alle Brücken für sicher

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Die Moseltalbrücke vom Aussichtspunkt Blumslay an der Autobahnraststätte Winningen-West. Foto: Rabax63/wikimedia

MAINZ/REGION TRIER. Rund 80 Prozent der Brücken von Bund, Land und Kreisen in Rheinland-Pfalz sind nach Ansicht des Verkehrsministeriums in einem guten bis ausreichenden Zustand. Damit haben zwei Fünftel der Brücken keine guten Noten erhalten.

Die Landesregierung sieht jedoch keine Risiken für die Autofahrer. «Alle Brücken sind verkehrssicher», sagte eine Sprecherin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. «Auch in der Vergangenheit wurde keine Brücke dauerhaft für den Verkehr gesperrt.» Die Noten sind ein Stichtagswert, der sich ändert.

Insgesamt gibt es 7500 Brücken in Rheinland-Pfalz. Die schlechteste Bewertung ging mit 3,7 zum Beispiel an eine Brücke (L 523) unter der Anschlussstelle Frankenthal-Nord der Autobahn 6 oder an eine Brücke der Bundesstraße 10 bei Landau-Godramstein. Das geht aus einer Liste der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) hervor. Die Note 1 gab es etwa für eine Ahrbrücke der B 267 zwischen Reimerzhoven und Laach (Kreis Ahrweiler) und für die Otterbachbrücke der B 9 bei Jockgrim (Germersheim).

In der Region gelten laut dem Nachrichtenmagazin FOCUS die Moseltalbrücke über die A61 und die Sauertalbrücke über die A64 mit einer Note von 3,5 zwar als verkehrssicher, aber sanierungsbedürftig.

Die 1900 Autobahnbrücken erhielten dem Verkehrsministerium zufolge im Schnitt die Note 2,2, die Brücken an Landes- und Kreisstraßen jeweils rund 2,1 und die an Bundesstraßen 2,0. Die Note 3,5 und schlechter (ungenügend) kann laut BAST auch durch fehlende Gitterstäbe im Geländer oder Abplatzung von Beton zustandekommen. Selbst bei der schlechtesten Note sei die Standfestigkeit nicht gefährdet, sagte die Ministeriumssprecherin. Die Investitionen zum Erhalt von Autobahnbrücken stiegen von 35 Millionen Euro 2015 auf 52 Millionen Euro in diesem Jahr.

In Genua war am Dienstag ein Teil einer Autobahnbrücke während eines schweren Unwetters in mehr als 40 Metern Höhe eingestürzt. Dabei kamen mehr als 40 Menschen ums Leben. Die Ursache war zunächst unklar.

Die Bauwerke in Rheinland-Pfalz werden regelmäßig kontrolliert. Jede Brücke werde mindestens alle drei Jahre untersucht, teilte das Ministerium mit. Alle sechs Jahre ist eine Hauptprüfung fällig, alle drei Jahre eine Zwischenprüfung. Dazu kommen weitere Tests etwa nach einem Unfall. Sobald eine Brücke eine schlechte Note bekomme, werde reagiert – zum Beispiel mit einer geringeren Höchstgeschwindigkeit. Vor rund drei Jahren war die vorgelagerte Brücke der Schiersteiner Brücke (A 643 zwischen Wiesbaden und Mainz) auf Mainzer Seite um 30 Zentimeter abgesackt. Die gesamte Brücke wurde zwei Monate lang gesperrt. Die sogenannte Vorlandbrücke bekam bei der Prüfung eine 3.

«Bei uns in Rheinland-Pfalz sind die Brücken sicher», sagte Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) dem Sender SWR 1 Rheinland-Pfalz. Nach Einschätzung des Landesbetriebs Mobilität (LBM) sind die Brücken in ein gewisses Alter gekommen, aber sicher. «Alle unsere Brücken werden alle drei Jahre von uns untersucht, alle sechs Jahre intensiv untersucht», sagte der Gruppenleiter Konstruktiver Ingenieurbau im LBM, Bernd Winkler, dem privaten Radiosender RPR1. «Deshalb können wir die Verkehrssicherheit zu jedem Zeitpunkt gewährleisten.»

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