Großer Schritt für die Moselerschließung – Neuer Zurlaubener Deich offiziell freigegeben

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Das neugestaltete Zurlaubener Ufer, das im August eingeweiht wurde, ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der Vision „Stadt am Fluss“. Weitere sollen folgen.

TRIER. „Lassen sie uns Schritt für Schritt die Mosel zurückholen!“ Mit diesem Appell hat Oberbürgermeister Wolfram Leibe am vergangenen Samstag den sanierten Hochwasserschutzdeich am Zurlaubener Ufer offiziell freigegeben.

Gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Ulrike Höfken und Baudezernent Andreas Ludwig übergab Leibe den grundsanierten Damm im Rahmen einer Feier seiner Bestimmung. An der Eröffnung nahmen auch Bundestagsabgeordneter Andreas Steier, Vertreter der Stadtratsfraktionen, des Ortsbeirates Trier-Nord, der Baufirmen und der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord teil.

„Es ist heute ein großer Schritt, um die Mosel als Naherholungsgebiet zu erschließen“, sagte Leibe mit Blick auf das neu gestaltete Ufer, das im Rahmen der Arbeiten mit einer neuen Freitreppe, Beleuchtung, Sitzgelegenheiten und neuen Außenterrassen aufgewertet wurde. Zwar sei es bei den Bauarbeiten hauptsächlich um die Sanierung des Deiches und damit um den Schutz der Stadt und ihrer Bürger vor Hochwasser gegangen. Das habe man aber zum Anlass genommen, das Ufer so zu gestalten, dass die Trierer auch in ihrer Freizeit etwas davon hätten. Leibe bedankte sich beim Land Rheinland-Pfalz, das 90 Prozent der 4,5 Millionen Euro für die Deichsanierung bezahlt hat. Verschönerung und Modernisierung des Ufers haben sich Stadt und Stadtwerke noch einmal rund 800.000 Euro kosten lassen.

„Noch einiges zu erwarten“

Der OB dankte auch den Zurlaubener Wirten für deren Geduld während der knapp zweijährigen Bauarbeiten und zollte allen beteiligten Firmen und dem Tiefbauamt Anerkennung für eine professionelle Zusammenarbeit. Leibe kündigte an, dass die jetzt fertig gestellte Baustelle der Auftakt zu weiteren Maßnahmen sei, um die Mosel besser zugänglich zu machen. So gebe es Überlegungen, vor der Freitreppe in Zurlauben eine Kultur- und Rockbühne zu errichten. Vor dem Nordbad werden derzeit im Rahmen des Projekts „Modellvorhaben zur Raumordnung“ Wiesenterrassen, fünf Buhnen, drei Rasenpflasterwege und Sitzstufen angelegt, die zum Ausruhen und Picknicken einladen. Und auch in Trier-West plane man, die Mosel besser zugänglich zu machen, unter anderem durch einen Grünzug, der vom Irrbach bis ans Moselufer verlaufen solle. „Da ist noch einiges zu erwarten“, so der OB.

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Höfken lobte die Stadt für ihre Bemühungen, sich an die Herausforderungen durch extreme Wetterereignisse vorzubereiten. Mit Blick auf das Panorama des Moseltals unterstrich Höfken auch den Wert der Mosel für die Lebensqualität. „Das Leben am Wasser ist etwas wunderbares“, sagte die Ministerin. Es sei aber seit jeher auch mit Gefahren verbunden. Durch den Klimawandel müsse man sich zunehmend auf Unwetter und Hochwasser vorbereiten. Deshalb habe das Land in den vergangenen Jahren mehr als eine Milliarde Euro investiert. Mit Blick auf die Lage Triers sei das für die Sanierung des Deichs ausgegebene Geld gut investiert.

Triers Baudezernent Andreas Ludwig erinnerte an das Hochwasser von 1993 und die Gefahr, die der Stadt dann von der Mosel drohe. „Gerade mal eben so“ habe der Zurlaubener Deich damals gehalten, „das war der Grund für die Bauarbeiten.“ Auch künftig sei an der Mosel mit Fluten zu rechnen. „Ich weiß nicht, wann das nächste Hochwasser kommt. Ich bin mir aber sicher: Es wird kommen.“ Um sich vorzubereiten, habe man in den Deich aus den dreißiger Jahren auf einer Fläche von 3180 Quadratmetern eine „Innendichtung mit geohydraulischer Funktion und einer Stärke von mindestens 35 Zentimetern eingebracht“. Damit habe man sich bestmöglich vorbereitet. Trotzdem: „So gut wir auch bauen: Der Schutz wird immer relativ bleiben.“

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