Neuer Energie- und Technikpark: Standort der kurzen Wege

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SWT-Vorstand Arndt Müller, Eric Krischel (Projektleiter Rathaus), OB Wolfram Leibe und SWT-Architekt Christian Reinert (v. l.) erläutern beim Ortstermin das Konzept für den Energie- und Technikpark.

Bildquelle: Presseamt Trier

TRIER. Die Stadtreinigung ist der Vorreiter: Noch in diesem Jahr wird die erste Abteilung vom Bauhof in der Löwenbrückener Straße in den neuen Energie- und Technikpark (ETP) übersiedeln. Bis 2022 soll der Umzug von rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der technischen Sparten des Rathauses und der Stadtwerke auf das Areal am Grüneberg abgeschlossen sein. Ein Besuch auf der Baustelle zeigt, dass der ETP in vieler Hinsicht zu einem Vorzeigestandort werden kann.

20 Meter über eine Brücke: So kurz sind demnächst die Wege zwischen dem Rathaus und den Stadtwerken. Der Übergang verbindet die künftigen Verwaltungsbüros der beiden Kooperationspartner und ermöglicht eine enge Zusammenarbeit. Zum Beispiel wenn es um die gemeinsame Planung von Straßenbaustellen geht.

Die Erzeugung und Nutzung möglichst vieler Synergieeffekte – das ist wohl das wichtigste Ziel bei der Umsetzung des ETP auf dem früheren Gelände der Papierfabrik Ehm. Oberbürgermeister Wolfram Leibe formuliert es so: „Warum brauche ich drei Fuhrparks für drei Ämter, wenn sie sich die Lastwagen teilen können? Warum sollte die Stadt mehrere Werkstätten an verschiedenen Standorten betreiben?“ Das Tiefbauamt, die Stadtreinigung, das Grünflächenamt, das Rechenzentrum und die Theaterwerkstatt werden in den ETP verlegt. Seitens der Stadtwerke werden die Sparten Trinkwasser- und Energieversorgung sowie viele Querschnittsabteilungen von der Ostallee in den neuen Betriebshof wechseln. Sie alle werden künftig viele Ressourcen – Werkzeuge, Baumaterial, Fahrzeuge, Ladestationen und Know-how – gemeinsam nutzen.

Formell gibt es zwar eine klare Aufgabenteilung: Die Stadtwerke haben das Grundstück gekauft, bringen die Investitionskosten auf und werden später Teilflächen an das Rathaus vermieten. Doch im Betriebsalltag des ETP sollen diese Unterschiede keine Rolle spielen. Damit die Belange beider Organisationen bereits in der Planungs- und Bauphase gleichmäßig berücksichtigt werden, wurde eine Doppelspitze installiert: Christian Reinert (SWT) und Eric Krischel (Stadt) teilen sich die Projektleitung.

Nachhaltigkeit sowie eine günstige Energie- und Ökobilanz sind weitere wichtige Stichworte, die das Projekt ETP beschreiben. Zum Beispiel werden fast alle bestehenden Gebäude und Hallen weiter genutzt. Durch die Nutzung überschüssiger Energie vom benachbarten Hauptklärwerk und durch Stromerzeugung vor Ort mit Photovoltaik kann der ETP voraussichtlich CO2-neutral betrieben werden.

Plus auf dem Ökokonto

Die Verwendung umweltschonender und regionaler Baustoffe, ein „Eidechsenhotel“ als Ausgleichsmaßnahme, die Renaturierung des über das Grundstück fließenden Grubenbachs und ein Arbeitsumfeld mit viel Grün sind weitere Pluspunkte auf dem Ökokonto. Nach Ansicht von SWT-Vorstand Arndt Müller hat sich dieses Konzept bereits jetzt ausgezahlt: „Der ETP ist als nachhaltiges Gewerbegebiet zertifiziert und wurde für den Preis ,Stadtwerke der Zukunft‘ nominiert.“ OB Leibe ergänzt: „Inzwischen trägt man uns die Förderbescheide schon fast hinterher. Das zeigt, dass unser innovativer Ansatz in den Ministerien anerkannt wird.“

Ungewöhnlich ist das Raum-in-Raum-Konzept für die neuen Büros: Dabei werden fertige Holzmodule in eine bestehende Fabrikhalle eingebaut. Dagegen ist die Erschließung des ETP noch verbesserungswürdig: Die Straße, die vom Aveler Tal zum Grüneberg abzweigt, ist schmal und holprig. Leibe hofft, dass die geplante Neuanbindung des Aveler Tals an die Metternichstraße, die auch den Grüneberg besser erschließen würde, durch den ETP als Ankerprojekt beschleunigt wird. Zudem wird noch eine zweite Zufahrt auf das Gelände aus Richtung Ruwerer Straße gebaut. Auch eine Busverbindung zum ETP ist geplant.

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