Hitziges Remis beim Aufsteiger: SVE trennt sich von Arminia 2:2

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TRIER. Eintracht Trier konnte auch am 2. Spieltag in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar nicht den gewünschten Dreier erzielen: in einer sprichwörtlich hitzigen Partie in Ludwigshafen-Rheingönheim kamen die Mannen von Daniel Paulus unter unschönen Begleitumständen nicht über ein 2:2 hinaus. Der Start in die Saison mit einem Punkt aus zwei Partien ist damit alles andere als optimal verlaufen.

Das Thermometer, es kratzte gefährlich nahe an der 40-Grad-Marke, als beide Mannschaften den Rasen betraten – von Anfang an war somit klar: die Partie beim Aufsteiger, sie sollte hitzig werden und zudem ein Kampf gegen die Temperaturen im tiefen Ludwigshafener Süden. Cheftrainer Daniel Paulus vertraute dabei im Wesentlichen der Startelf vom vergangenen Wochenende: einzig Jan Brandscheid rückte für Jason Thayaparan in die Anfangsformation und sollte so schon früh für mehr Durchschlagskraft in der Offensive sorgen – eines der Hauptprobleme bei der Auftaktniederlage vor Wochenfrist gegen Rot-Weiß Koblenz.

Und die Eintracht, sie begann schwungvoll: früh nistete sie sich in der Hälfte der Gastgeber ein und hatte nach drei Minuten den ersten Torabschluss, als Maurice Roth aus halblinker Position den Ball jedoch deutlich verzog und somit unter dem Strich keine wirkliche Gefahr für das von Kevin Urban gehütete Tor ausstrahlen konnte. Ganz anders die Heimelf – und das praktisch im Gegenzug: nach einem Eckball ist die Defensive der Eintracht zu ungeordnet, der Ball landet über Umwege bei Fabian Herchenhan, der keine Probleme hat, das Leder nur noch über die Linie zu drücken – das 1:0 für Arminia, gleichbedeutend mit der ersten Offensivaktion der Hausherren (7.). Der Spielverlauf? Bis dato ad absurdum geführt und in gewisser Weise ein Spiegelbild der vergangenen Woche, als die Eintracht ebenfalls gut ins Spiel fand und dann dem Gegner mehr und mehr Spielanteile überlassen musste.

Es dauerte bis zur 15. Minute, ehe die Moselaner eine Antwort fanden und wieder gefährlich vor dem Tor der Hausherren auftauchten: Kevin Heinz verzog jedoch aus nahezu identischer Position wie zuvor bereits Roth, näherte sich dem Kasten jedoch deutlich näher an – wie Ömer Kahyaoglu nur Momente später, der mustergültig von Tim Garnier bedient wurde: doch auch er scheiterte, dieses Mal jedoch an Urban höchstselbst (17.) – der Ausgleich, er lag in der Luft – und sollte kommen. Es bedurfte jedoch eines Foulelfmeters (Garnier wurde im Strafraum von Böcher zu Fall gebracht), den Neuzugang Maurice Roth sicher verwandelte (21.) und die Karten mit dem 1:1-Ausgleich endgültig neu mischte. Als dann auch Julien Erhardt nach einer Kahyaoglu-Ecke nur die Latte traf (26.) und Christoph Anton kurz vor der Pause die nächste gute Chance liegen ließ (44.) waren die Kräfteverhältnisse halbwegs wieder zurechtgerückt – auch, wenn die Eintracht-Defensive insbesondere bei Standardsituationen der Arminia eine gewisse Grundordnung vermissen ließ und Daniel Paulus zum ein oder anderen beherzten Zwischenruf veranlasste. Dennoch: diese erste Hälfte, sie machte durchaus Lust auf mehr – eine ordentliche Oberliga-Partie bis zum Pausenpfiff, wenn auch mit deutlichen Abstrichen insbesondere im Defensivbereich auf beiden Seiten.
Die zweite Hälfte war noch keine Minute alt, da musste sie auch schon wieder für rund zehn Minuten unterbrochen werden: was genau der Grund der Zwangspause war, ließ sich zunächst nicht abschließend klären, es kam jedoch zu einer undurchsichtigen Gemengelage hinter der Auswechselbank der Heim-Elf – genau dort, wo die rund 100 Eintracht-Anhänger im provisorischen Gästeblock untergebracht waren. Die Gäste von der Mosel kamen aus dieser unfreiwilligen Doppel-Pause frischer zurück auf den Platz: ein langer Ball aus dem Mittelfeld sorgte in der Defensive der Arminen für reichlich Verwirrung, Garnier schaltete am schnellsten und legte die Kugel unhaltbar für den verdutzten Urban ins lange linke Eck zur verdienten 2:1-Führung (64.) – die Partie, sie war
gedreht. Doch die Freude sollte nicht lange halten: in der 75. Spielminute der Ausgleich durch Styblo (Wieszolek ohne Abwehrmöglichkeit), der die Emotionen dann aber endgültig im wahrsten Sinne des Wortes hochkochen ließ. Abermals kam es zu einigen unschönen Szenen direkt hinter der Arminen-Auswechselbank, Schiedsrichter Busch leitete die Mannschaften vom Spielfeld, Sicherheitskräfte versuchten die Lage zu beruhigen, was schließlich nach erneuter etwas länger als zehnminütiger Zwangspause auch gelang. Skurril: als die reguläre Spielzeit beendet war, erfolgte der Wiederanpfiff nach dem 2:2-Ausgleich (umgerechnet in die Netto-Spielzeit somit in Minute 65).
Die Partie drohte an diesen Begleitumständen und der enormen Hitze zu ersticken, doch tief in der Nachspielzeit dann die Pointen zum Schluss: Zunächst die Riesen-Chance für die Eintracht zum Auswärtserfolg (90.+18): Karlidag foult den eingewechselten Diefenbach, Roth tritt erneut zum fälligen Strafstoß an, scheitert aber am Außenpfosten. Auf der Gegenseite dann ebenfalls die Möglichkeit zum Lucky Punch, doch Wieszolek rettet, eigentlich schon geschlagen, in letzter Sekunde auf der Linie (90.+20) und hält den Punkt für die Mannen von der Mosel damit unter dem Strich fest.
Statistik:
Eintracht Trier: Wieszolek – Heinz, Maurer, Cinar, Erhardt – Fischer, Roth (ab 90.+25 Mabouba), Kahyaoglu (90.+11 Diefenbach), Anton – Garnier (90.+21 Thayaparan), Brandscheid.
Arminia Ludwigshafen: Urban – Böcher (ab 63. Amos), Karlidag, Herchenhan, Azizi (ab 72. Rauwolf), Hiemeleers – Amiri (ab 90.+20 Stadler), Roesner, Pantano, Sorg – Styblo.
Tore: 1:0 Herchenhan (7.), 1:1 Roth (21./Foulelfmeter), 1:2 Garnier (64.), 2:2 Styblo (75.).
Zuschauer: 255
Schiedsrichter: Christoph Busch

Stellungnahme:
Am Rande der Partie war es während der ersten Unterbrechung nach Schilderung mehrer Augenzeugen zu einer rassistischen Beleidigung aus dem räumlichen Umfeld des Trierer Blocks in Richtung der Ludwigshafener Bank gekommen. Der Beschuldigte wurde schnell ausfindig gemacht und seine Personalien aufgenommen. Eintracht Trier distanziert sich vehement von dem Vorfall und wird zu einer schnellen Aufklärung beitragen. Eintracht Trier und seine aktive Fanszene bekennen sich klar zu den wichtigen Grundwerten der Toleranz, Weltoffenheit und gegenseitigem Respekt.

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