Expertenkommission nimmt sich Unfallhäufungsstellen in Trier vor

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TRIER. In den vergangenen Monaten haben einige von der Unfallkommission der Stadt Trier angeregte und durchgeführte Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit gesorgt. Das Gremium besteht aus Experten von Tiefbauamt, Planungsamt, Ordnungsamt, Landesbetrieb Mobilität und Polizei.

Es begutachtet jedes Jahr die Unfallhäufungsstellen im Stadtgebiet, um Verbesserungen zur Verkehrssicherheit festzulegen. Unfallhäufungsstellen sind Bereiche, in denen sich innerhalb eines Jahres mindestens fünf Unfälle des gleichen Typs ereignen. Erstmals nahmen an der Sitzung der Unfallkommission auch ein Vertreter des ADAC und Verkehrsdezernent Andreas Ludwig teil.

Im Bereich von Saarstraße und Südallee hat eine 2017 umgesetzte Maßnahme Früchte getragen: Im Oktober wurde die Verkehrsführung so geändert, dass Radfahrer aus der Saarstraße kommend getrennt von Fußgängern und Autofahrern den Alleenring überqueren können. Auch die Ampelschaltung wurde entsprechend an die Verkehrsverhältnisse angepasst: Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger und der öffentliche Nahverkehr werden nun gleichermaßen berücksichtigt, um nicht zu lange an den Ampeln warten müssen. Seitdem ereigneten sich an der Stelle keine Unfälle mehr, an der 2016 noch 16 Zusammenstöße stattfanden. Auch die teilweise neu gestaltete Kohlenstraße mit einer gesonderten Fahrradführung und einer im September aufgestellten Ampel an der Einmündung der Bonifatiusstraße zahlte sich aus: 2016 gab es an der Ecke noch sechs Unfälle, seit dem Umbau keinen mehr.

Auf der linken Moselseite bleibt der Bereich Kölner-/Hornstraße mit 14 Unfällen (2016: 13) ein Unfallschwerpunkt mit auffällig vielen beteiligten Krafträdern. Die Markierungen in Richtung der Kaiser-Wilhelm-Brücke werden nun verdeutlicht und mehr Tempokontrollen angesetzt.

Die Uferstraße sticht mit verschiedenen Unfallschwerpunkten in der Statistik weiterhin heraus. Am Sankt Barbara-Ufer mit den Kreuzungsbereichen Südallee, Römerbrücke und Karl-Marx-Straße wurden im vergangenen Jahr 47 Unfälle verzeichnet (2016: 37). Jutta Merten, Vorsitzende der Unfallkommission und Leiterin der Straßenverkehrsbehörde im Tiefbauamt, erläutert: „Auffällig sind hier viele Spurwechsel und auch Auffahrunfälle, insbesondere durch Ortsfremde. Eine Überprüfung hat ergeben, dass die Ansagen der Navigationsgeräte korrekt sind. Die Markierungen sind ordnungsgemäß und werden regelmäßig aufgefrischt.“ Täglich befahren über 40.000 Fahrzeuge diesen Knotenpunkt, die Zahl der Unfälle ist daher im Vergleich zum Verkehrsaufkommen laut Meinung der Experten eher als gering einzuschätzen.

Bei den Unfallhäufungsstellen bleibt auch die Ecke Martinsufer/Ausoniusstraße (38 Unfälle, 2016: 48) im Fokus der Experten, selbst wenn die Zahlen rückläufig sind. Es wurden bereits Leitborde zwischen den Spuren aufgebracht, um die Verkehrsteilnehmer auf die Gefahrenstelle aufmerksam zu machen und den Verkehr sicherer zu leiten. Wenige Meter weiter liegt mit dem Georg-Schmitt-Platz, der Lindenstraße und der Ascoli-Piceno-Straße der nächste Ort, an dem es häufiger kracht (2017: 22 Unfälle, 2016: 21). Zusammenstöße ergeben sich insbesondere durch Spurwechsel der Fahrer aus Richtung Autobahn und beim Abbiegen aus der Lindenstraße in Richtung Konz. Die Straßenmarkierungen werden regelmäßig aufgefrischt. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens von auch hier täglich circa 40.000 Fahrzeugen ist die Zahl der Unfälle jedoch aus Expertensicht nicht auffällig hoch.

Der Verteilerkreis Nord steht ebenfalls unter besonderer Beobachtung der Fachleute. Eine einspurige Verkehrsführung an der Einmündung Parkstraße brachte bereits 2016 eine Verbesserung. 2015 wurden hier noch 15 Unfälle registriert, seither sinken die Zahlen (2016: 11, 2017: 10). An der Autobahnabfahrt ereigneten sich 20 Unfälle (2016: 29). Viele Zusammenstöße passieren außerhalb der Rush-Hour, was nach Meinung der Experten auf überhöhte Geschwindigkeiten hinweist. Die Polizei kontrolliert hier regelmäßig, auch das Ordnungsamt prüft verstärkte Geschwindigkeitsmessungen.

Insgesamt stellten die Experten für Trier einen leichten Rückgang der Unfallzahlen auf 3794 (2016: 3898) fest. Sie gehen davon aus, dass die Geschwindigkeitskontrollen, die das Ordnungsamt seit 2016 durchführt, zu einer angepassten und achtsameren Fahrweise der Verkehrsteilnehmer führen.

Die Unfallhäufungsstellen 2017 mit der Zahl der Unfälle:

St. Barbara-Ufer/Südallee/Kaiserstraße/Römerbrücke/Karl-Marx-Straße: 47
Pacelliufer/Pellingerstraße: 9
Saarstraße/Südallee: 8
Martinsufer/Ausoniusstraße: 38
Georg-Schmitt-Platz/Lindenstraße/Ascoli Piceno Straße: 22
Kaiser-Wilhelm-Brücke Westseite: 18
Kölner-/Hornstraße: 14
Verteilerkreis Nord/Parkstraße: 10
Verteilerkreis Nord/Abfahrt A 602: 20

19 KOMMENTARE

  1. „Expertenkommission nimmt sich Unfallhäufungsstellen in Trier vor“

    Ach, das macht doch schon das Ordnungsamt! – Man sieht sie nur an Unfallschwerpunkten! – Muss jetzt mal in den Keller, zum Ab……

  2. Die Formel ist einfach:
    Die Trierer Administration hat im Bereich Verkehrssicherheit-öffentliche Ordnung seit Jahrzehnten versagt.
    die Folgen:
    – Wildes Parken
    – Illegale Müllablagerungen
    – Eigentlich widerrechtliches Sammeln von Altmetall aus dem Sperrmüll, incl. Elektroschrott, Stellungnahme des Ordnungsamtes hierzu: Da drücken wir beide Augen zu
    – Geschwindigkeitsüberschreitungen
    – überdurchschnittliche Zahl an Autos mit defekten Blinkern, Scheinwerfern
    – Abstellen von Autowracks wies gerade passt, passieren tut sowieso nix
    – fehlendes Unrechtsbewusstsein

    Mittlerweile gibts bereits mehrere Generationen die so aufgewachsen sind, da benötigte man schon ein Re-Education-Programm durch Null-Toleranz der Behörden aber das gibts nicht.
    Ergo: Park ich auch wo ich will usw.

  3. Ihr könnt ja mal alle live die Reaktivität des Trierer O amtes verfolgen:
    1. In Wasserbilligerbrück, von Lux her rechts beim Briefkasten, steht seit Wochen ein aufgegebenes Auto ohne Nummernschilder auf öffentlicher Fläche. Bin gespannt wielange es dauert bis es verschwindet
    2. Im Industriegebiet Euren, gegenüber der Sektfabrik, steht seit Jahren (!) ein aufgegebener Wohnwagen voller Müll, es prangt sogar ein mittlerweile vergilbter Zettel des Ordnungsamtes dran, der mit Entfernung droht.

    Wielange wirds wohl dauern bis diese beiden Fahrzeuge entfernt werden?

    • Grundsätzlich geb ich Ihnen in Ihren Ausführungen über das Missmangement von Ordnungsamt und unterer Abfallbehörde Recht.
      Aber: Wasserbilligerbrück ist Gebiet der VG Trier-Land bzw.der Kreisverwaltung.
      In Trier kann das aufbringen von roten Aufkleben („…Sofort entfernen..) schon mal 2-3 Jahre dauern wie die Beispiele Ehrang, Kürenz und Mariahof zeigen

      • Kleines Update das Auto in Wasserbilligerbrück ist seit gestern verschwunden. Der Wohnwagen noch nciht, nach reiflichem Nachdenken bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass ich schon vor ca 5 Jahren an dem vorbeigeradelt bin.
        Noch ein krasses Beispiel fällt mir ein, der Parkplatz neben dem Postamt, dort stand mal vor 3 Jahren glaube ich wochenlang ein aufgegebenes Auto und das O.-amt hat es nicht geschafft, selbiges sofort zu entfernen.
        Oder wer erinnert sich, die alte Güterhalle auf der anderen Seite des Bahnhofs, die jahrelang als Müllkippe gebraucht wurde, dort fand sich alles, alte Autos, PC-Bildschirme, Bauschutt, Asbest, Altholz, Grasschnitt, Möbel,…. Erst beim Abriss kam das Zeug dann weg.

    • Das ist alles schon bekannt und noch nicht alles !

      Herr Peter, Sie essen ja auch nicht alles auf einmal, oder vielleicht doch…??? 🙂

      Guido Eberhardt

  4. Hallo Herr Peter, bin wieder hier in meinem Revier….

    Da siehst Du mal was ich eine Aufgabe habe, wenn ich Meldungen über Illegale Dinge mache, wenn ich meine „Kontrollgänge“ mache!
    Aber Danke für Deine Hilfe, aber das ist schon bekannt. (Du weißt auch oft nicht was Du schreibst, oder?)
    Bis dann.
    Guido Eberhardt

    • Wilde Autoentsorgung anzeigen ist eine Sache und m.E. auch sinnvoll, aber den Leuten hinterherlaufen und checken ob ihr TÜV abgelaufen ist nur dazu geeignet den sozialen Frieden in der Nachbarschaft zu stören.
      Insgesamt hingegen traurig dass eine Verwaltung die von unseren Steuergeldern lebt es nicht hinkriegt für Ordnung zu sorgen.

      • Herr Peter, schau öfter mal in die Zeitschriften, dann erfährst Du gelegentlich, welchen Dingen ich gezielter auf den Grund gehe !
        Darunter zählen auch Zeitschriften die in unserer Nachbarschaft „verteilt“ werden, oder Radio und TV Berichte.
        Das Ordnungsamt bekommt das schon hin, was relevant genug ist zu „bestrafen“ ! Und Geldstrafen sind des Deutschen Bürgers härteste Strafen. (DIE WIRKEN ABER, GELLE).

        Bis demnächst, wir sehen uns ja gelegentlich….

        Guido E.

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