Zwietracht Trier 05

    0

    Kann man den Namen eines Fußballvereins eigentlich ändern? Möglich. Bei Eintracht Trier wäre es vielleicht (oder sicher?) angebracht. Denn mit „Eintracht“ hat das alles nicht mehr viel zu tun. Oder steckt da System hinter?

    Irgendwann in der 70er Jahren des vorigen Jahrtausends gab es mal den sinnigen Reklamesatz eines Pharmaproduzenten. „Wir wissen nicht, was dieser freundliche Tankwart empfiehlt (ja, da gab es noch Tankwarte!). Wir empfehlen in diesen Fällen Togal!“ Das Schmerzmittelchen gibt es wohl immer noch; der Spruch ist längst legendär.

    Wir wissen nicht, wie viele Schachteln zum Beispiel Ernst Wilhelmi in seinem Schrank hat. Oder Dirk Jacobs. Oder Harry Thiele. Oder Roman Gottschalk. Vielleicht keine, weil sie lieber zu Aspirin greifen: „Etwas weniger Schmerz in dieser (Eintracht-)Welt!“ Auch das ein Satz der Werbegurus, der inzwischen legendär ist – und er trifft zu. Auf Eintracht Trier allemal.

    Es gibt so viele Baustellen in diesem Klub, dass die schlicht überforderte Führungsriege schon eine mobile Einsatztruppe bräuchte, um alle Mängel beseitigen zu können. Oder eben reichlich Schmerzmittel, damit weniger weh tut, was weh tun muss.

    Da ist die jüngst noch als Investition in die Zukunft gepriesene Jugendarbeit. Nachdem ideenreiche Trainer wie Reinhold Breu, Ansgar Heck, Berni Weis (dessen Fähigkeiten als Nachwuchstrainer übrigens den Bundesligisten SC Freiburg überzeugten) und Frank Thieltges vergrault worden waren, darbt vor sich hin, was den Verein fit für die kommenden Jahrzehnte machen sollte. Bestes Beispiel: Die U23, zuvor von Breu in zwei Jahren von der Bezirks- in die Oberliga geführt, stieg sang- und klanglos ab. Trainer Christian Mergens, vom Vorstand als „der Mann“ gepriesen, suchte schon vor Saisonende das Weite. Politik à la Eintracht Trier…

    Und nun komme keiner und sage: Mit Christoph Anton, Christopher Spang und Burak Sözen stünden ja Spieler aus dem eigenen Nachwuchs im ersten Kader des Klubs. Sie kommen aus der Schmiede jener Trainer, die zuvor genannt wurden. Ob sie es schaffen, oder ob sie in der orientierungslosen Politik des Führungsstabes ebenso verbrannt werden wie beispielsweise Tim Eckstein, ist eine andere Frage. Zu vermuten ist Letzteres. Eckstein lässt grüßen!

    Da ist die Fanszene des Klubs, heillos untereinander zerstritten. Der Generationenkonflikt zwischen Jungspunden und Grufties schwelt längst nicht mehr nur oberflächlich. Beim Auswärtsspiel am Mainzer Bruchweg wäre es sogar zu ernsthaften Handgreiflichkeiten zwischen den Gruppen gekommen, hätte die Polizei nicht vehement eingegriffen. Dem Fanbeauftragten (nota bene!) passte eine Fahne nicht – der verbalen Auseinandersetzung folgte der Aufgalopp zu fliegenden Fäusten.

    Doch die Führungsriege des Klubs greift nicht etwa moderierend ein. Nein, das Feuer wird durch nicht gehaltene Versprechen, wie die Aufhebung von Stadionverboten, sogar noch geschürt. Als auf dem Höhepunkt der Kampagne gegen die Spieler der Regionalliga-Mannschaft die Anfeindungen aus der Ultra-Szene immer heftiger wurden, regten einige Akteure ein Treffen mit Fans und Vorstand an, um die prekäre Situation zu klären.

    Die Fans begrüßten das Angebot, Wilhelmi sagte zu – und moderierte schließlich wohl doch ab. Denn auf eine Rückmeldung des großen Sprechers aus Schweich warten die Fans bis heute vergeblich. Dabei steht das Angebot der Spieler nach wie vor. Allerdings könnten dann Fakten ans Licht kommen, die so gar nicht ins selbst geschusterte Weltbild der Entourage um den (ge)wichtigen Sprecher des Vorstandes passen.

    Jenes eigene Weltbild, das zum Beispiel über die vom Eintracht-Sponsor Michael Grasmück (Geschäftsführer „polybytes“) gelenkte Postleitzahlen-Website publiziert wird. Dort wird als Journalismus verkauft, was in Wahrheit handfeste Werbung für die Politik der Klubführung ist. Kritik? Nein, danke! Alles ist gut, alles wird gut. Augen zu und durch. Nach uns die Sintflut!

    Doch zurück zu jenen Fakten, die ans Licht hätten kommen können. Fragen wären in einem solchen Gespräch zwischen Fans und Spielern aufgetaucht. Stimmt es, dass die Mannschaft von sich aus früher mit dem Training in der Winterpause beginnen wollte? Stimmt es, dass dies abgelehnt wurde, weil der Trainer seinen Urlaub auf den Kanarischen Inseln nicht vorzeitig beenden wollte? Sprecher Wilhelmi hält sich übrigens normalerweise zur selben Zeit dort auf.

    Stimmt es, dass das Spiel in Wiedenbrück ins alte Jahr vorverlegt wurde, weil der Trainer seinen Urlaub sonst tatsächlich früher hätte beenden müssen? Stimmt es, dass der Mannschaft Urlaub für die Zeit nach dem Spiel gegen den Titelkonkurrenten Lotte (das übrigens gewonnen wurde) zugesichert worden war? Und dass diese Zusage dann zurückgenommen wurde, weil das Spiel in Wiedenbrück aus besagten Gründen vorverlegt werden sollte?

    Stimmt es, dass der Mannschaft ein Trainingslager in der Türkei versprochen worden war? Dass der Unmut groß war, als die Spieler hörten, man müsse aus Kostengründen nach Leipzig fahren? Stimmt es, dass es in der Mannschaft einen Maulwurf gab (oder sogar zwei), die Interna aus der Kabine so lancierten, dass die Tatsachen verdreht und bestimmte Spieler als „Stinkstiefel“ apostrophiert wurden?

    Und dass die Mannschaft aus Protest gegen den Trainer nach dem Heimsieg über Leverkusen wortlos und in aller Eile in die Kabine verschwand. Schließlich hatte Seitz zuvor erklärt: „Hätten alle Spieler die Einstellung des Trainers, hätten wir schon mehr Punkte auf dem Konto!“ Das war dem Großteil der Mannschaft dann doch eine Nummer zu arg.

    Stimmt es, dass Spieler, die in der Winterpause schon auf der Streichliste des Trainers standen, plötzlich mit einem neuen Vertrag belohnt wurden? Und dass der Streit um die Prämien schon nach dem zweiten Spiel nach der Winterpause in Mainz (die zwischenzeitlichen waren ausgefallen) seinen Anfang nahm? Und dass – wenn auch nur eine Kleinigkeit – die Spieler von Geschäftsstellenleiter Dirk Jacobs zu hören bekamen, sie müssten fortan die verlorenen Pfandflaschen aus den Sprudelkästen aus eigener Tasche zahlen? Und, und, und, und…

    Fragen über Fragen. Antworten hätte der Vorstand bei einem solchen Gespräch liefern müssen. Oder schweigen. Oder Ausreden suchen. So entschied man sich wohl doch lieber dazu, auf die Taktik des Aussitzens zu setzen. Kommt Zeit, kommt Rat – oder neue Spieler, die erst einmal keine Fragen stellen. Die Handzahmen hat man gehalten. Von denen droht ohnehin keine Gefahr.

    Den Rest bekommt man schon irgendwie in den Griff – wie immer in den letzten Jahren. Fans vergessen schnell, wenn die neue Saison läuft. Darauf setzt die Klubführung auch diesmal. Frei nach dem Kölschen Grundgesetz: „Et is noch immer jut jejangen!“ Wenn das mal kein Trugschluss ist.

    Siehe auch:

    PRÄMIENSTREIT

    KOMMENTAR

    1 KOMMENTAR

    1. Weiter so !!! Ich hoffe manche Spieler trauen sich den Mund auf zu machen und es kommt alles ans Licht !!!!
      Nicht locker lassen !!!!!!

      Michael Berger war damals schon auf dem richtigen Weg !!! Das Ergebnis kennen ja alle !!!!

    2. Und das hier hat was mit gründlich recherchiertem Wissen und Journalismus zu tun?

      Super ehrenwert Herr Thielen, Leute persönlich anzugreifen. Mein Respekt! Ich glaube genau deswegen schreiben Sie immer noch nur für solche Seiten Ihre „Kolumnen“.

      Und jetzt erkläre mir hier nochmal jemand das das hier keine lächerlichen Hetzkampagnen sind???

    3. Ohje Angela, zieh dich doch bitte dahin zurück, wo’s dir gefällt. Die Unlogik ist ja nicht mehr feierlich. Du widersprichst dir ja dauernd in hast außerdem keine Ahnung.

    4. Ein guter Artikel. Ich denke das diese Dinge die meisten Leser kaum noch erschrecken können! Man hat sich in den letzten Jahren schon fast daran gewöhnt, andauernd Hiobsbotschaften übermittelt zu bekommen. Ebenso bin ich froh in einem Land zu leben in dem die Pressefreiheit einen hohen Stellenwert genießt . Dann darf es auch mal weh tun !!!
      Stellt sich doch nur noch die Frage, wann dieses perfide Treiben ein Ende findet !!!
      Ich möchte bezweifeln, ob den Verantwortlichen die Bedeutung des Wortes „Eintracht “ klar ist!

      Eintracht (lat.: concordia) ist ein friedlicher Zusammenhalt innerhalb einer Gruppe.

      Das umzusetzen wäre ein Anfang !!!

    5. Fragt sich wer hier Ahnung hat und wer nicht???

      Wüsste nicht was das mit Unlogik zu tun hat??? Der Artikel ist einfach nur peinlich. Und Leute wie ein Herr Grasmück haben glaube ich mehr auf die Beine gestellt als gewisse andere Personen.

      Ich finde nur, das Leute öffentlich zu beleidigen nicht gerade großes Niveau ist…

    6. Blubb blubb blubb …

      Was hat das bitte mit Unlogik zu tun?

      Ihr lobt hier so sehr Presse und Meinungsfreiheit, da darf ich meine wohl auch äußern!?

      Nein ICH hab natürlich keine Ahnung, wie so viele Andere auch, aber alle reißen groß die Klappe auf!!! Das hier ist unterste Schublade und sonst gar nichts.

    7. Zisch, zisch …

      Peinliche Wahrheiten umgeben hier so manche… Aber das wissen die schon selbst!

      Ach ja, ich lese hier die Gülle so oft wie ich will und solange es noch mehr unterhaltsamen Mist zu erzählen gibt!

    8. @Angella
      Storno bist du’s? blubb kommt mir so bekannt vor 😉 warum nennst dich Angela?
      Ich hab mal gekuckt, stimmt doch was der Thielen über den Grasmueck schreibt 😉 lustig auf jeden Fall

    9. @ Andy: Nein ich bin nicht Storno!

      Denke nicht das er es nötig hätte, sich unter nem Mädchennamen zu verstecken???

      Obwohl das ja neue Mose ist, das ein und dieselbe Person unter diversen Accounts seine Meinung verbreitet und bekräftigt… *lach*

    10. Möglicherweise könntet ihr ja mal Argumente austauschen als euch hin und her über den Autor auszulassen. Das nervt kolossal!

    11. Liebe Angela,
      jeder darf seine Meinung haben, aber dem Thielen vorzuwerfen, dass er persönlich Leute angreift, erinnert schon an Zensur zu Zeiten der DDR. Herr Thielen nennt Ross und Reiter und versteckt sich nicht hinter irgendwelchen Floskeln. Unsere Spieler wurden denunziert, beleidigt, bespuckt und beinahe geschlagen, nur weil Feiglinge, die ihre Namen nicht nannten, unwahre Behauptungen in die Welt setzten. Nie wurden irgendwelche konkreten Verfehlungen von Spielern genannt. Sie wurden grundlos als Stinkstiefel“ (das war noch das Harmloseste) diffamiert und nun kommst du und kreidest einem Autor an, dass er Fakten bringt, die nachweislich sind.

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here

    Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.