Region: Tourismus läuft auf Hochtouren – Fachkräftemangel hemmt Entwicklung immer mehr

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Das Wahrzeichen der Stadt Trier, die Porta Nigra. Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv

Bildquelle: dpa-Archiv

TRIER. Der Tourismus in der Region läuft weiter auf Hochtouren. Das geht aus dem Branchenbericht Tourismus hervor, den die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier nun veröffentlicht hat. Demnach liegt die Tourismusintensität in der Region Trier mit 12.973 deutlich über dem rheinland-pfälzischen Durchschnitt und dem Bundeswert (5.568). Vor allem die Landkreise Bernkastel-Wittlich (22.786) und der Vulkaneifelkreis (26.213) können deutlich punkten. Die Tourismusintensität spiegelt das Verhältnis zwischen der Einwohnerzahl und den Übernachtungen durch Gäste in einer Region.

Insgesamt stagnierte die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr. 2017 fielen insgesamt 6,86 Millionen Übernachtungen auf die Region Trier, 2016 waren es noch 0,8 Prozent mehr. Ein Hauptgrund dafür sieht Anne Kathrin Morbach, Tourismusexpertin der IHK Trier im Fachkräftemangel. In der ebenfalls nun erschienenen Saisonumfrage der IHK gaben mehr als 70 Prozent der Unternehmen aus dem Gastgewerbe an, ein Problem mit fehlendem Personal zu haben. Konkret zeigt sich der Mangel bereits im angebotenen Service. „Restaurants bieten beispielsweise keinen Mittagstisch mehr an, weil ihnen die Mitarbeiter dazu fehlen“, berichtet Morbach aus ihren vielen Gesprächen mit den Mitgliedsbetrieben der IHK Trier.

Der Branchenbericht lässt noch eine weitere Entwicklung erkennen. Die ausländischen Gäste nehmen für die Region Trier trotz eines Rückgangs um 2,1 Prozent weiter eine bedeutende Rolle ein. 1,9 Millionen Übernachtungen in der Region fielen alleine auf Gäste aus dem Ausland, die Hälfte davon aus den Niederlanden. Soviel wie nirgendwo sonst in Rheinland-Pfalz. Die meisten Besucher kommen demnach aber immer noch aus Deutschland selbst. „Hierbei zählt das Thema Sicherheit eine zentrale Rolle“, sagt Morbach. Von der angespannten Lage in den klassischen Urlaubsländern, könne die Region Trier profitieren.

Eine gute Nachricht zum Schluss: Die Zahl der Betriebe ist nach vielen Jahren erstmals wieder gestiegen. Demnach gab es 2017 891 touristische Betriebe. Das sind drei Prozent mehr gegenüber dem Tiefstand von 2016 mit 866 Betrieben. Somit wurde die seit Jahren anhaltende Marktbereinigung vorerst gestoppt. Da die Steigerungen vor allem auf Pensionen zurückgehen, kann das laut Morbach einen Hinweis auf einen Trend geben. „Hoteliers führen ihren Betrieb für die letzten Jahre bis zur Aufgabe oft als Pension weiter.“ Das bedeutet, dass das Restaurant nur noch für Hausgäste geöffnet ist.

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