IHK Trier: Gründungsbarometer für Region

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TRIER. Das Gründungsgeschehen in der Region Trier zeichnet sich durch eine verbesserte Qualität der Unternehmensgründungen aus, allerdings ist die Anzahl der Gründungen im Jahr 2011 insgesamt zurückgegangen. Das sind die Kernergebnisse des Gründungsbarometers, das die IHK erstmalig erstellt hat.

Die Zahl der Gewerbeanmeldungen ging 2011 im Vergleich zu 2010 (4.786 Anmeldungen) um 13,5 Prozent auf 4.141 zurück. Der Rückgang betraf unter anderem durch die Reduzierung der staatlichen Förderung von Photovoltaikanlangen besonders die Energieversorgungsbranche. Der Anteil der Betriebsgründungen an den Gewerbeanmeldungen lag in der Region Trier bei 14,8 Prozent (616) und damit leicht unter dem rheinland-pfälzischen Wert. Diese Entwicklung beruht unter anderem auf der sehr geringen durchschnittlichen Arbeitslosenquote (3,9 Prozent) und der generell guten konjunkturellen Situation in der Region Trier.

1.223 der 3.740 Neugründungen und damit 32,7 Prozent wurden von Frauen vorgenommen. Einen überdurchschnittlich hohen Anteil nahmen die Frauen bei den sonstigen Dienstleistungen (75,6 Prozent) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (77 Prozent) ein.

Die Gründungsintensität des gesamten IHK-Bezirks bezogen auf die Betriebsgründungen lag 2011 bei durchschnittlich zwölf Betriebsgründungen pro 10.000 Einwohner und ist damit in den vergangenen drei Jahren (2009: 11,7 Anmeldungen und 2010: 13,1 Anmeldungen) nahezu gleich geblieben.

Während in den vier Landkreisen in Bezug auf die Gründungsintensität bei Gewerbeanmeldungen kaum Unterschiede festzustellen sind, sticht die Stadt Trier mit zirka 20 Prozent mehr Gewerbeanmeldungen hervor. Aus Sicht der IHK kann dies auf die höhere Arbeitslosenquote in der Stadt Trier aber auch auf die Nähe zum Großherzogtum Luxemburg und den Einfluss der beiden Hochschulen zurückgeführt werden.

Mit 137 Insolvenzen entfielen 11,2 Prozent der rheinland-pfälzischen Insolvenzen auf die Region Trier. Dies bedeutet einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (129 Insolvenzen). Hiervon entfielen auf die Kreisfreie Stadt Trier 19, auf den Landkreis Trier-Saarburg 17, auf den Vulkaneifelkreis 22, auf den Landkreis Bernkastel-Wittlich 54 und auf den Eifelkreis Bitburg-Prüm 25 Insolvenzen. Erfreulich ist die sinkende Anzahl der betroffenen Beschäftigten. Sie konnte um mehr als die Hälfte reduziert werden. Im Jahr 2011 waren 415 (2010: 911) Beschäftigte von Insolvenzen betroffen.

„Zur Verbesserung der Gründersituation in unserer Region müssen die vielfältigen Angebote der Beratungseinrichtungen noch transparenter dargestellt und besser koordiniert werden“, forderte IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel bei der Vorstellung des Gründungsbarometers.

Vor dem Hintergrund der leeren öffentlichen Kassen sollten die vorhandenen flächendeckenden Strukturen der Kammern und des Einheitlichen Ansprechpartners (EA) zu einer fachlich qualifizierten Ansprechstelle bei den Wirtschaftskammern gebündelt werden. „Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ebenso wichtig wie eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen, den Landesstellen, den Wirtschaftskammern und den Unternehmen“, so Rössel. (red)

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