Schornstein übersteht zwei Sprengversuche

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MAINZ. Gleich zwei Sprengungen haben den Schornstein eines ehemaligen Heizwerks auf einem ehemaligen Firmengelände in Mainz nicht zu Fall bringen können. Zwar explodierten beide Sprengladungen, sie brachten das 57 Meter hohe Betonbauwerk allerdings am Freitag nicht zum Einsturz.

Ein weiterer Sprengversuch war am Abend geplant, wie ein Sprecher der Mainzer Stadtwerke sagte.

Der 57 Meter hohe Schornstein auf dem früheren Firmengelände des IT-Konzerns IBM sollte weichen, um Platz für ein neues Wohnquartier zu schaffen. Auf dem insgesamt 34 Hektar großen Areal entsteht ein neues Viertel mit 2000 Wohneinheiten, laut Stadt wird ein Viertel davon öffentlich gefördert. Das Gelände gehört zu zwei Dritteln den Mainzer Stadtwerken und zu einem Drittel einer Investorengruppe. Anwohner hatten für die geplante Sprengung nicht ihre Häuser verlassen müssen, auch der Verkehr wurde nicht durch Sperrungen beeinflusst.

Sprengmeister Simon Zeller erklärte, eigentlich habe die erste Sprengung gegen 13.00 Uhr mit sechseinhalb Kilogramm Sprengstoff planmäßig funktioniert. Dabei sei eine etwa 1,60 mal 1,60 Meter große Kerbe in dem Schornstein entstanden. Allerdings habe sich in dem sogenannten Fallschlitz vermutlich ein Teil verkeilt. Das habe man bei der zweiten Sprengung mit etwa anderthalb Kilo Sprengstoff beseitigen wollen – allerdings vergeblich. Daraufhin mussten zunächst neue Löcher für weiteren Sprengstoff in den Schornstein gebohrt werden.

Dass der Schornstein stehenblieb, sei überraschend gewesen, sagte Zeller. Er selbst habe so etwas noch nicht erlebt. Der Bauingenieur rechnete damit, dass sich die weiteren Arbeiten bis zum Abend hinziehen.

Am IBM-Standort in Mainz haben früher einmal Tausende Menschen gearbeitet. 1966 hatte der Konzern hier ein Montagewerk für Rechner und Speicher gegründet. 2003 wurde die Produktion von Festplatten in Mainz beendet, vor einigen Jahren wurde der Standort endgültig aufgegeben.

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