Eintracht Trier: Heftiger Streit um Prämien – Spieler flüchten

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TRIER. Bei Fußball-Regionalligist Eintracht tobt ein heftiger Streit zwischen Spielern und Klubführung um nicht bezahlte Prämien. Entsprechende Informationen der lokalo-Redaktion bestätigte jetzt der Geschäftsführer der Spielergewerkschaft VDV, Lars Kindgen. Nicht zuletzt deshalb haben die meisten Spieler den Verein inzwischen fluchtartig verlassen.

Lars Kindgen (40) machte am Dienstag im Gespräch mit lokalo deutlich, dass seine Organisation die Spieler von Eintracht Trier im Prämienstreit mit der Klubführung tatkräftig unterstützen werde. Am vergangenen Donnerstag sei es zu einem weiteren Treffen mit der Mannschaft gekommen. „Da haben wir den Fall noch einmal erörtert“, sagte der Geschäftsführer der Spielergewerkschaft VDV. Die Angelegenheit sei jetzt Dr. Frank Rybak, dem Justiziar der VDV, übergeben worden. „Er wird sich in den nächsten Tagen ein Bild machen“, so Kindgen.

Einzelheiten aus dem Prämienvertrag wollte Kindgen nicht preisgeben. „Ich kann aber sagen, dass es in der Auseinandersetzung um kleinere Summen bis hin zu hohen Beträgen geht, die schon sehr beachtlich sind.“ In einem ersten Gespräch zwischen der VDV und dem Leiter der Eintracht-Geschäftsstelle, Dirk Jacobs, sei es zu keiner Einigung gekommen. Jacobs habe lediglich mitgeteilt, dass nach Auffassung des Vereins in der Prämienfrage alles korrekt gelaufen sei.

Dabei stehen sich die unterschiedlichen Auffassungen von Spielern und Vereinsführung konträr gegenüber. Nach Informationen von lokalo bezahlt der Klub nur dann Prämien an seine Spieler, sofern der Punkterückstand zur Tabellenspitze ab einem bestimmten Spieltag eine gewisse Höhe nicht überschreitet. Der Auswärtssieg in Mainz beispielsweise hätte den Spielern nach deren Auffassung eine Prämie bescheren müssen – doch der Verein berief sich auf die entsprechende Regelung, da der Stichtag bereits überschritten gewesen sei.

Die Spieler schluckten das, waren sich dann jedoch sicher, dass sie für die Siege in den wegen der Witterung ausgefallenen Spielen, die vor dem Stichtag lagen, Prämien erhalten würden. Die Nachholspiele wurden allerdings erst im April ausgetragen. Nun jedoch soll sich der Verein darauf berufen haben, dass der Spieltag, obwohl ausgefallen, bereits abgerechnet worden sei.

Geschäftsstellen-Leiter Jacobs erklärte am Dienstag gegenüber lokalo: „Bei uns werden die Prämien immer montags nach dem Spieltag abgerechnet.“ Soll heißen: kein Spieltag, keine Prämien. Kindgen hingegen formulierte seine Kritik so: „Es kann ja nicht sein, dass man sich auf Dinge zurückzieht, weil einem die Situation nicht passt.“ Eine solche Praxis sei absolut unüblich und zudem „äußerst schwammig“.

Laut Kindgen betrifft der Fall „den größten Teil“ der Mannschaft. Der VDV-Geschäftsführer räumte ein, „dass der Verein in der Prämienfrage eine andere Auffassung als die Spieler hat“. Klar sei aber auch, „dass der Mannschaft die Prämien zustehen“. In welcher Höhe, sei jetzt zu klären. „Das ist auch von Spieler zu Spieler unterschiedlich, weil es da eben auch verschiedene Regelungen gibt“, so Kindgen. Trotz des Streites sei die Mannschaft bis vor kurzem noch gesprächsbereit gewesen – allerdings ohne Erfolg.

Von den Spielern selbst, die noch bis zum 30. Juni 2012 unter Vertrag stehen, wollte sich gegenüber lokalo offiziell keiner zum Prämienstreit äußern. Unisono gärt in Spielerkreisen jedoch die Enttäuschung über die Politik des Vereins. „So etwas wie hier in Trier habe ich in meiner ganzen Laufbahn noch nicht erlebt“, sagte einer, der namentlich nicht genannt werden will. Jetzt schon zeichnet sich aber ab, dass einige ihr Schweigen nach dem 30. Juni brechen werden – wenn sie nicht mehr bei Eintracht Trier unter Vertrag stehen.

Jacobs gab sich am Dienstag gelassen. „Bisher hat sich noch kein Spieler bei mir wegen einer Prämienforderung gemeldet“, sagte der Geschäftsstellenleiter der Eintracht gegenüber lokalo. Mit der VDV habe er lediglich ein Gespräch geführt, in dem die allgemeine Prämienregelung erörtert worden sei. „Da ging es nur darum, wie das bei uns gehandhabt wird“, so Jacobs. Eventuellen Forderungen sehe er ebenfalls gelassen entgegen. „Weil wir alles korrekt abgerechnet haben.“ Zur unterschiedlichen Auffassung hinsichtlich der Prämien für die Nachholspiele machte Jacobs den Standpunkt der Klubführung deutlich: „Es mag sein, dass einige Spieler das anders sehen, aber ich kann ja nicht etwas abrechnen, was nicht stattgefunden hat – also die ausgefallenen Spieltage.“ Von daher sei mit den Prämien für die Spieler „alles korrekt abgelaufen“. (et)

ZUM KOMMENTAR von Eric Thielen

1 KOMMENTAR

  1. Diese Zeilen sind Musik in meinen Ohren 😀

    Vor allem: Dirk Jacobs alias „Graue Eminenz“ göttlich 😀

    Der Verein geht baden, hoffentlich so tief wie die Titanic

    Guter Beitrag und vor allem schöne Seite 😉

  2. Danke danke danke, endlich kommt ans Licht, was die ganze Zeit nur vermutet wurde und wer die wahren Urheber des Desasters sind.

  3. Endlich,endlich – das wurde auch mal Zeit dass sich da einer rantraut! Da kann ja was nicht stimmen, wenn nach jeder Saison mit ganz unterschiedlichen Spielern immer dasselbe Schema abläuft! Bitte unbedingt dran bleiben kann mir nicht vollstellen, dass dies die einzige Leiche im Eintracht-Keller ist!

  4. Lieber Eric,
    es macht immer wieder Spaß deine Artikel über meinen „Lieblings-Verein“ zu lesen. Mach bitte weiter so.

  5. Komisch das sich ausgerechnet auf diesen Seiten NUR die Eintrachthasser rumtreiben!!! Mehr sag ich nicht dazu und gewisse „Leute“ sollten sich besser mal um Ihre eigenen LEICHEN im Keller kümmern…

    Aber wahrscheinlich wird dieser Kommentar eh nicht veröffentlicht…

  6. @Symphonie1905
    Die Eintracht darf nicht untergehen, weil da viel zu viel dranhängt. Denk doch auch mal an die vielen Kids, die da Fußball spielen und die nichts für die Machenschaften vom Vorstand und vom Jakobs können. Es muss sich was ändern, aber der Verein darf nicht kaputtgehen.

  7. Der Zauber passt zu100% zu unserer Eintracht. Man darf ja nicht vergessen, dass Missmanagement eine lange Tradition beim trierer „Spitzenclub“ hat.

    Aber die Eintracht darf nicht untergehen. Die Region braucht wieder eine Eintracht, mit der sie sich identifiziert kann.

  8. @angela:nein liebe angela, ich liebe diesen verein und finde es ist an der zeit diesen unfähigen leuten, wie jakobs u co. endlich das handwerk zu legen!

  9. Jedes Jahr das gleiche Lied …. Hoffnungen und dann Enttäuschungen, egal welche Spieler oder welcher Trainer da ist. Und seit Jahren erzählt uns der Vorstand das alles super ist. Wer’s glaubt wird seelig, ich glaub jedenfalls nix mehr bis sich das oben was ändert.

  10. Also ich fände es schlimm wenn ein weiterer Traditionsverein von der Bildfläche verschwindet!

    Eintracht Trier ist eine Bereicherung für die zukünftige Regionalliga Südwest. Dort wurde in vielen Jahrzehnten gute Arbeit geleistet, und wird es im Jugendbereich noch immer.
    Gerade für diese Sparte wäre es ganz schlimm, die wäre dann nicht mehr zu halten.

    Ich hoffe, dass im Verein mal ein Umbruch in der Spitze stattfindet, damit er eine Zukunft hat. Es wäre schlimm, wenn das Missmanagement einer Vereinsführung jahrzehntelange gute Arbeit vernichtet.

  11. @Jacky G.
    Ganz meine Rede, danke. Veränderung ja, Untergehen nein. Die Eintracht hat so viele Freunde, aber halt nicht bei dieser Leitung.

  12. Ich bin eben erst auf die neue Seite gestoßen – bei Google seid ihr ja nicht zu finden !?! Respekt, gut gemacht und eine neue Idee.
    Zum Thema möchte ich sagen, dass mir bei den ganzen Beiträgen (und leider auch im dem sonst guten Artikel) ein Gedanke fehlt. Wenn ein Verein wegen ein paar Euro so eine Baustelle aufmacht, muss ihm finanziell das Wasser doch bis zum Hals stehen.
    Man muss doch damit rechnen, dass sich Spieler, welche den Verein auch noch verlassen, so was nicht gefallen lassen und dass das irgendwann publik wird. So blöd kann man doch nicht sein außer man muss sich nach der Decke strecken, weil einem das Geld fehlt an allen Ecken und Enden. Eine andere Erklärung gibt ja sicher nicht.

  13. Hallo,

    jetzt können Sie hier also Ihre Art von Journalismus bestreiten. Nachdem Sie bei 5vier danach bei 16vor immer schwere Hetze gegen die Vorstände der Eintracht und auch der MJC Trier betrieben haben haben Sie nun ein neues Portal gefunden. Ich finde Ihre Art von Journalismus zum Kotzen und höchst bedenklich. Ich hoffe man gibt Ihnen hier genauso schnell den Laufpaß wie Sie ihn schon bei den anderen Portalen bekommen haben.

  14. So Leuten wie dir ist echt nicht mehr zu helfen Karsten. Ihr habt ja Schaum vorm Mund, sobald es um eure geliebten Vereine geht. Schon mal überlegt, dass genau solche Leute wie da am Werk sind, die Vereine am Ende kaputt machen? Vor dem Schreiben bitte erst nachdenken.

  15. Ohje Karsten, ich kenne Herrn Thielen (für mich Eric) schon seit vielen Jahren. Ich habe selten einen integeren und ehrlicheren Menschen kennengelernt, das kannst du mir glauben. Außerdem stimmt es nicht, was du sagst. Er hat nie irgendwo den Laufpass bekommen und für 5vier hat er nie gearbeitet. Also bitte erst richtig informieren, bevor du solche Begauptungen aufstellst.

  16. Möglicherweise könntet ihr ja mal Argumente austauschen als euch hin und her über den Autor auszulassen. Das nervt kolossal!

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