Moselufer mit Buhne und Mulde in Trier-Nord

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Abteilungsleiter Erwin Manz vom Landesumweltministerium, SGD-Nord-Präsident Ulrich Kleemann, Baudezernent Andreas Ludwig und Doris Steinbach, stellvertretende Ortsvorsteherin von Trier-Nord (v. l.), sorgen für die erste von vielen Erdbewegungen am Moselufer.

TRIER. Ökologie, Freizeit und Hochwasserschutz: Im Zeichen dieser drei Ziele steht die jetzt begonnene Umgestaltung des Moselufers auf einem 600 Meter langen Abschnitt in Trier-Nord. Der Fluss erhält dabei einen kleinen Seitenarm, der aber nur ab einem bestimmten Wasserstand durchflutet wird.

Doris Steinbach war bei der Auftaktfeier für das Bauprojekt am Nordbad richtig begeistert: „Für uns geht heute ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Ich habe in der Mosel das Schwimmen gelernt und bald können meine Enkel das auch“, sagte die stellvertretende Ortsvorsteherin. Möglich wird dies durch drei neue Zugänge zum Ufer über Steinplattenwege. Fünf Buhnen (Steindämme), die acht Meter schräg in den Fluss hineinragen, gliedern das Ufer und schaffen kleine sandige Buchten, die zum Aufenthalt am Wasser einladen.

Die Bauarbeiten erstrecken sich vom Cusanushaus bis hinter das Nordbad. Auf einer Länge von 250 Metern wird eine circa zehn Meter breite Mulde abgegraben. Sie dient als Hochwasserrückhalt und Biotop und wird bei leicht erhöhtem Wasserstand überflutet und durchströmt. An dem Seitenarm können sich Röhricht und Schilf ansiedeln, die bisher an diesem Uferabschnitt nicht vertreten sind. Eine schmale Insel trennt die Flutmulde vom Hauptarm der Mosel ab. Zusätzlich wird die Moselaue, also das Ufervorland, um ein bis zwei Meter abgesenkt. Insgesamt können dort bei Hochwasser 35.000 Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden.

Mosel stiftet Identität

Die Ufergestaltung in Trier-Nord ist ein Baustein des städteübergreifenden Modellvorhabens „Landschaftsnetz Mosel“. „Die Mosel ist für Trier identitätsstiftend. Es ist mir deshalb ein wichtiges Anliegen, das Stadtbild weiter zum Fluss zu öffnen“, sagte Baudezernent Andreas Ludwig. Viele Partner sollen zum Gelingen beitragen: Die Landesbehörde SGD Nord als Geldgeber, die Stadt Trier als Bauherr, das Trierer Büro BGH als Planer und die Konzer Tiefbaufirma Wacht als „ausführendes Organ“.

Die Investitionssumme beläuft sich auf insgesamt 2,25 Millionen Euro, davon übernimmt die SGD Nord 1,665 Millionen, der Landesbetrieb Mobilität 385.000 und das Rathaus 200.000 Euro. SGD-Präsident Ulrich Kleemann verwies auf die gestiegene städtebauliche Bedeutung der Ufergestaltung: „Früher wollte man möglichst viel kanalisieren, heute geht es darum, Flüsse wieder als Naturraum erlebbar zu machen. Man darf dabei aber den Hochwasserschutz nicht außer Acht lassen.“

Während der Bauarbeiten, die voraussichtlich bis Sommer 2019 dauern, ist der Moselradweg im Umfeld des Nordbads gesperrt. Die Umleitung verläuft über die Peter-Lambert- Straße.

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