Erste Trierer Fahrradstraße – Flott durch die Südstadt

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Startpunkt. Als flankierende Maßnahme zur künftigen Beschilderung als Fahrradstraße (kleines Bild) wurden an der Einmündung der Eberhardstraße in die Südallee bereits auffällige neue Markierungen aufgebracht

TRIER. Als flankierende Maßnahme zur künftigen Beschilderung als Fahrradstraße wurden an der Einmündung der Eberhardstraße in die Südallee bereits auffällige neue Markierungen aufgebracht.

Eine Straße fast ohne Autos, auf der man mitten auf der Fahrbahn sicher nebeneinander her radeln kann? So in etwa sieht der urbane Traum jedes Radfahrers aus. Solche „Fahrradstraßen“ sind in der Straßenverkehrsordnung (StVO) vorgesehen, in der Realität sind sie bisher in den meisten Städten die Ausnahme. Trier will demnächst in der Südstadt eine erste Route ausweisen.

Hauptstadt der Fahrradstraßen in Deutschland ist München, wo Radler derzeit schon auf 61 Strecken Vorfahrt genießen. Fahrradstraßen sollen den Radverkehr bündeln und sind laut StVO für Straßenabschnitte geeignet, in denen „der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies alsbald zu erwarten ist“. Sie sind grundsätzlich Radfahrern vorbehalten, werden aber häufig durch einen entsprechenden Zusatz in der Beschilderung für den KfZ-Verkehr freigegeben. Allerdings müssen sich Autos dem Radverkehr anpassen und unterordnen. Es gilt für alle Fahrzeuge maximal Tempo 30. Radfahrer dürfen nebeneinander fahren.

Ruhige Alternative

Die erste Trierer Fahrradstraße ist eine vordringliche Maßnahme des vom Stadtrat einstimmig beschlossenen Radverkehrskonzepts und soll von der Südallee über die Eberhard-, Zell-, Kraus- und Hubert-Neuerburg- Straße sowie Im Nonnenfeld zur Konrad-Adenauer-Brücke verlaufen. Sie ist somit eine ruhige Alternative zu der stark vom Autoverkehr frequentierten Saarstraße und bietet einen Anschluss zu den Innenstadtrouten West und Ost.

Fahrradstraßen werden durch das entsprechende Verkehrsschild ausgewiesen, häufig ergänzt durch eine auffällige Markierung auf der Fahrbahn. „Dadurch sollen die Autofahrer sensibilisiert werden. Der Radverkehr ist dann im Unterbewusstsein aller Verkehrsteilnehmer stärker präsent“, erklärt Jonas Klöpfer, Radverkehrsplaner im Stadtplanungsamt.

Die Fahrradstraße in Trier-Süd soll auf jeden Fall für den KfZ-Anliegerverkehr geöffnet bleiben. Noch in diesem Jahr soll der Abschnitt zwischen der Eberhardstraße und der Einmündung der Krausstraße in die Hohenzollernstraße beschildert werden. Eine knifflige Aufgabe für die Planer im Rathaus ist die Überleitung an den Kreuzungen mit der Gilbert-, Nikolaus- und Saarbrücker Straße. Der Fahrradverkehr hat auch an diesen Stellen künftig Vorrecht, die Rechts-vor-Links-Regelung wird aufgehoben. Es muss aber sichergestellt sein, dass die Fahrradstraße trotz der durch die dichte Bebauung eingeschränkten Sichtachsen auch an den Kreuzungen für alle Verkehrsteilnehmer gut erkennbar und sicher zu befahren ist. Hier werden momentan noch verschiedene Optionen der Markierung und Beschilderung geprüft.

8 KOMMENTARE

  1. Wollen wir hoffen dass dann die Strecke auch von den Fahrradfahrern angenommen wird, leider täuschen die gleichen Markierungen wie hier in der Weberbach einen Radweg vor und so fahren auch viele Radfahrer links und rechts an Autos vorbei die an den Zebrastreifen warten und queren auch darüber ohne die STVO zu beachten, die Stadt sollte dringenst die Radfahrer auf eigene Strecken bringen und auch stärker kontrollieren denn freihändig mit Kopfhörer und auf dem Smartphone tippend durch die Stadt wie man oft sieht kann es nicht sein, genauso wenig weibliche Radfahrer die sich mit einem Kinderanhänger versuchen überall vorbei zu drücken oder auf dem Fussweg fahren.

    • Zumindest an Ampeln dürfen Radfahrer ja auch offiziell rechts an wartenden Autos vorbei bis zur Ampel vorfahren. Nur wissen das Autofahrer teilweise nicht und regen sich auf oder stellen sich demonstrativ fast auf den Gehweg beim Warten. Smartphone im Strassenverkehr geht allerdings gar nicht! Sehe ich zwar auch öfters im Auto im Stau, aber freihändig chattende Radfahrer sind wirklich lebensmüde.

  2. Wollen wir mal hoffen, dass die Strecke auch von den Fahrradfahrern angenommen werden KANN.
    Wenn da nur Farbe auf dem Boden ist, wird dieser Radweg mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als Parkplatz miußbraucht werden. Hier müssen dringend noch Poller installiert werden, damit diese Spur auch benutzbar sein wird.

  3. Wir fahren auf diesen Straßen doch alle gut so wie es momentan ist. Die Stadt sollte sich das Geld sparen, was Planung und Durchführung kosten! Es gibt doch wohl wichtigeres!
    Wenn Autofahrer, Fahrradfahrer und auch Fußgänger einfach mal mehr Rücksicht und Verständnis füreinander aufbringen würden, kämen alle gut aneinander vorbei.

    • Ist wohl ein Wunschtraum die Realität sieht anders aus, nicht umsonst werden Fussgänger Radfahrer und Autofahrer in den Niederlanden auf von einander getrennten Spuren geführtdamtisie sich nicht in die Quere kommen.

      • Getrennte Spuren? In Fahrradstraßen, 30er Zonen und Wohnstraßen eher nicht. Die neue Eberhardstraße macht schon Sinn. Und die Saarstraße ist zu schmal für mehr Spuren.

  4. Richtig aber heutzutage wird eher aufs Smartphone geschaut , das Navi oder auf den Beifahrer oder die Kinder im Fond als auf die Strasse und Verkehrssituationen beurteilen und reagieren das haben nicht alle Verkehrsteilnehmer drauf

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