Das große Graben beginnt – Landwerke Eifel feiern Spatenstich für Verbundgraben

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Jetzt geht's los: Die Projektbeteiligten feiern den Spatenstich für das Regionale Verbundprojekt der Landwerke Eifel in Plütscheid

Bildquelle: SWT

EIFEL. „Mit dem neuen Verbundsystem schaffen die Landwerke nicht nur die Voraussetzungen für eine sichere und bezahlbare Trinkwasserversorgung im Eifelkreis, sondern leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zur Digitalisierung des ländlichen Raumes“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken beim Spatenstich für die integrierte Versorgungstrasse am Montag, 4. Juni 2018 und übergab zwei Förderbescheide für die Errichtung der Nord-Süd- sowie der Ost-West-Trasse in Höhe von insgesamt rund sieben Millionen Euro.

Denn neben Trinkwasser-, Erd- und Biogasleitungen verlegen die Landwerke Eifel auch eine leistungsstarke Glasfaserleitung im Projektgebiet. Das Umweltministerium fördert das Vorhaben aufgrund seines Leuchtturmcharakters mit insgesamt rund 32 Millionen Euro. „Durch die integrierte Planung und die intelligente Vernetzung unterschiedlicher Infrastrukturen wird die Energiewende in diesem Projekt konkret und vorbildlich umgesetzt. Insbesondere die neue Rolle von Biogas als flexible Regelenergie – die zum Einsatz kommt, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint – bietet Entwicklungschancen und Wertschöpfung für die ländlichen Räume der Großregion“, so Höfken weiter.

Landrat und Landwerke Verwaltungsratsvorsitzender Dr. Joachim Streit freut sich, dass nun die Realisierungsphase beginnt. „Ich möchte mich bei allen bedanken, die dazu beigetragen haben, dass das Projekt starten kann. Dazu zählen insbesondere das Land Rheinland-Pfalz, die beteiligten Behörden, die Vertreter der beteiligten Orts- und Verbandsgemeinden aber auch die Planungsbüros und die involvierten Mitarbeiter der Kommunalen Netze Eifel und der Stadtwerke Trier.“ Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe ergänzt: „Durch diese Vorzeigekooperation zwischen Land und Stadt auf Augenhöhe reagieren wir auf Megatrends wie den demografischen Wandel, die Energiewende und die fortschreitende Digitalisierung und schaffen konkrete Lösungen für die Menschen, die hier leben. Für sie schaffen wir damit eine bessere Versorgungssicherheit und gestalten so Heimat.“

Der gesamte Leitungsbau dauert voraussichtlich bis 2023 und erfolgt in zahlreichen Einzelabschnitten „Durch die gute Zusammenarbeit konnten wir die Verfahren für die ersten Bauabschnitte zügig bearbeiten und haben den Landwerken nach umfangreichen Prüfungen Ende 2017 bzw. Anfang 2018 grünes Licht für die ersten Bauabschnitte gegeben“, so Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der SGD Nord. Konkret handelt es sich dabei um die Plangenehmigung für den ersten rund neun Kilometer langen Bauabschnitt der Nord-Süd-Trasse vom Hochbehälter Jungenbüsch in der Verbandsgemeinde Arzfeld bis zum Hochbehälter Sauerberg in der Verbandsgemeinde Bitburger Land. Darüber hinaus hat die SGD Anfang März 2018 auch den ersten Abschnitt der geplanten Ergänzungstrasse genehmigt. Diese wird die Nord-Süd-Trasse südlich der Stadt Bitburg kreuzen und auf einer Gesamtstrecke von rund 45 Kilometern von Heidweiler in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land bis Nusbaum in der Verbandsgemeinde Südeifel verlaufen. „Durch diese Ergänzung können wir die Wasserversorgung der Verbandsgemeinden Speicher und Bitburger Land in der Neukonzeptionierung der Wasserversorgung berücksichtigen und gleichzeitig die Biogasanlagen im südlichen Projektgebiet miteinander vernetzen“, erläutert LWE-Vorstand Arndt Müller im Vorfeld.

Hintergrund:
Das Verbundnetz ist ein bundesweit einmaliges Projekt unter Federführung der Landwerke Eifel, einem Zusammenschluss von acht kommunalen Projektpartnern. Es beinhaltet eine neue, rund 80 km lange, unterirdische Nord-Süd-Trasse, die durch eine rund 45 km lange Ost-West-Trasse ergänzt wird. In den Gräben werden Wasser-, Energie- und Glasfaserleitungen verlegt mit dem Ziel der optimierten Nutzung regenerativer, regionaler Energie bei den Verbrauchern vor Ort (regionaler Energieabgleich). Das Land Rheinland-Pfalz fördert den Bau der Trinkwassertransportleitung mit rund 32 Millionen Euro. 2015 wurde das Bauvorhaben im Rahmen des bundesweiten Innovationswettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet.

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