Flecks Gala lässt Mehring weiter träumen

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MEHRING. Fußball-Rheinlandligist SV Mehring darf weiter vom Sprung in die Oberliga träumen. Die Elf von Trainer Michael Schmitt besiegte am Samstag die SG Bad Breisig mit 6:3 (2:1) Toren. Im Entscheidungsspiel in Polch am nächsten Samstag gegen die punktgleichen Sportfreunde aus Eisbachtal kann Mehring den Aufstieg in die Oberliga Südwest dann perfekt machen.

Michael Fleck wusste nicht so recht: Sollte er sich jetzt freuen, oder lieber doch nicht? Gut 70 Minuten lang hatte er vor über 800 Zuschauern gewirbelt, ja, getanzt auf dem Platz auf der Mehringer Lay. Drei Tore hatte er selbst erzielt, das vierte von Sebastian Ting mustergültig vorbereitet und damit den Grundstein für den klaren Sieg über den ehemaligen Oberligisten aus der Kurstadt gelegt. Und doch hing ihm eine Spur Enttäuschung an, als er quer übers Feld zu den Kabinen schritt. „Na ja“, sagte er, „wir sind zwar jetzt Meister, aber darüber können wir uns einfach nicht so richtig freuen.“

Weil Eisbachtal zeitgleich mit 3:1 Toren über Burgbrohl triumphierte, ist Mehring nun nach dem letzten Spieltag mit den Sportfreunden punktgleich. In der Rheinlandliga aber zählt das Torverhältnis nicht. Folglich muss ein Entscheidungsspiel her. Am kommenden Samstag wird sich in Polch klären, wer in die Oberliga Südwest aufsteigen darf: Mehring oder Eisbachtal. „Wir sind die beste Mannschaft in der Liga“, sagte Fleck noch. Was ein wenig trotzig klang, war die klare Kampfansage an den Kontrahenten. „Das wollen und werden wir am nächsten Samstag auch beweisen.“

Mit Fleck und Achmed Boussi verfügt der SV Mehring über ein Duo, das in der Klasse seinesgleichen sucht. Boussi ist der Kopf, das Gehirn der Mannschaft von Trainer Michael Schmitt. Fleck aber kann in dieser Liga ein Spiel trotz seiner inzwischen 31 Jahre immer noch im Alleingang entscheiden. Hinzu kommen Spieler wie Tobias Lorig oder auch Philipp Schuh, die mit ihrer großen Erfahrung punkten. Und doch ist die Abwehr die Achillesferse des Aufstiegskandidaten. Das war schon beim 5:5-Unentschieden am vergangenen Wochenende in Trier-Tarforst so, das war gegen Bad Breisig wieder so.

Überbewerten aber wollte Schmitt die Schwäche nicht. „Schließlich haben wir ja auch elf Tore in den beiden Spielen geschossen“, sagte Mehrings Trainer. „Aber klar werden wir in den nächsten Tagen an unseren Schwächen arbeiten, weil wir gegen Eisbachtal besser als heute stehen müssen.“ Schmitt sah, dass seine Elf in der Vorwärtsbewegung dem Gegner deutlich überlegen war. Aber auch, dass sich im Abwehrverhalten immer wieder gravierende Fehler einschlichen. Bad Breisigs Bester nutzte diese schonungslos aus. Jan Rieder traf wie Fleck auf der Gegenseite dreimal, besorgte zwischenzeitlich auch den Ausgleich zum 2:2.

Zu diesem Zeitpunkt war das Entscheidungsspiel gegen Eisbachtal auch für Michael Fleck in weite Ferne entschwunden. Dabei hatte er für den optimalen Auftakt gesorgt. Schon in der achten Minute schoss Fleck den Aufstiegskandidaten mit seinem sicher verwandelten Strafstoß in Führung. Christoph Winterhagen hatte Boussi von den Beinen geholt. Zehn Minuten später war Fleck erneut da – diesmal nach dem Weitschuss von Schuh. Winterhagen konnte nur nach vorne abwehren, Fleck vollstreckte zum 2:0.

Das hätte dem SVM Sicherheit geben müssen. Doch das Gegenteil war der Fall. „Wir sind nervös geworden“, sagte Schmitt im Rückblick. Rieder gelang der Anschlusstreffer (31.), und Ahmed Ihsan Abdullah hatte noch vor der Pause sogar den Ausgleich auf dem Fuß. Schuh aber klärte auf der Linie (33.). Schmitt war von der Gegenwehr der Kurstädter nicht überrascht. „Nein, das hatte ich erwartet. Mir war klar, dass sie das Spiel hier nicht herschenken würden.“

Seine Mannschaft hingegen verschenkte selbst die besten Tormöglichkeiten. Ting allein vor Winterhagen (38.), Boussi allein vor Winterhagen (40.), und Lorenz mit dem Distanzschuss aus fast 40 Metern, der Winterhagen zu weit vor dem Tor erwischte: Mehring hätte zur Pause höher führen müssen.

Die Strafe folgte unmittelbar nach dem Seitenwechsel auf den Fuß. Wieder war Rieder da, wieder zappelte das Leder im Netz (49.). Der 2:2-Ausgleich war ein Nackenschlag für die Hoffnungen der Mehringer. Eisbachtal führte gegen Burgbrohl – ein Tor musste her, um das Entscheidungsspiel zu erzwingen. In dieser prekären Situation setzte Fleck das entscheidende Ausrufezeichen. Sein energisches Nachsetzen an der Grundlinie brachte Ting ins Spiel, der zum umjubelten 3:2 einschoss (54.).

Als sich Bad Breisig hernach mit der roten Karte für Marco Liersch wegen Schiedsrichterbeleidigung selbst schwächte (55.), hatte Mehring ausreichend Oberwasser, um das Spiel endgültig zu entscheiden. Der Beste besorgte die Vorentscheidung: Ting auf Fleck – und der 31-Jährige krönte seine Leistung mit seinem dritten Treffer zum 4:2 (70.). Die gelbe Karte für den Freudentanz mit nacktem Oberkörper konnte er verschmerzen.

Bad Breisigs David Rosbach ging wegen Meckerns mit Gelb-Rot (73.). Boussi markierte das 5:2 (84.), Rieder mit seinem dritten Tor das 5:3 (85.). Den sportlichen Schlusspunkt zum 6:3-Endstand besorgte der eingewechselte Stephan Schwarz (89.). Schlitzohrig zog er den Freistoß von halblinks auf das kurze Toreck. Vincent Klee, der für Winterhagen gekommen war, reagierte zu spät. Für den farblichen Schlusspunkt des sehenswerten Spiels aber sorgte Faizal Akbar. Er sah nach dem Schlusspfiff noch die rote Karte von Schiedsrichter Ingo Kreutz – ebenfalls wegen Beleidigung.

Der SV Mehring hat nun eine Woche Zeit, sich intensiv auf das Treffen mit den Sportfreunden Eisbachtal (2. Juni, 16 Uhr, Polch) vorzubereiten. „Die werden wir auch nutzen“, betonte Fleck. „Weil wir aufsteigen wollen.“ Und weil er auch in Polch wieder so jubeln will wie heuer auf der heimischen Lay. „Klar, warum auch nicht?“ (et)

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